Der Irak versteigert seine Ölfelder — und bringt in der ersten Runde nur einen Vertrag zustande
Am 30. Juni 2009 bot der Irak ausländischen Konzernen erstmals seit über dreißig Jahren die Erschließung großer Ölfelder an, gegen eine feste Gebühr je Barrel. Nur Rumaila ging an BP und CNPC; in der zweiten Runde im Dezember erhielt nach TIME kein US-Konzern einen Vertrag.
Am 30. Juni 2009 hielt der Irak die erste Versteigerung von Ölverträgen seit mehr als dreißig Jahren ab, und ausländische Konzerne schlossen dabei nur ein einziges Geschäft ab.1,2 Angeboten wurden Dienstleistungsverträge über zwanzig Jahre für sechs große Ölfelder und zwei Gasfelder; 32 Unternehmen bewarben sich, darunter ExxonMobil und Shell.2 Die Konzerne sollten eine feste Gebühr je gefördertem Barrel erhalten, keinen Anteil am Gewinn.2 Für das Feld Rumaila boten ein Konsortium aus ExxonMobil und Petronas sowie eines aus BP und der China National Petroleum Corporation (CNPC); vergeben wurde in dieser Runde nur Rumaila, nach Nachverhandlungen mit BP.3 BP hatte 3,99 Dollar je Barrel verlangt und nahm schließlich die 2 Dollar an, die das Ministerium zu zahlen bereit war.1
Bei den übrigen Feldern lagen die Gebote über dem Höchstsatz des Ministeriums,3 für das Gasfeld Mansuriya in der Provinz Diyala ging keines ein.1 Die zuständige Direktion des Ministeriums hatte nach der Darstellung des Oxford Institute for Energy Studies 3,50 Dollar empfohlen; Ölminister Hussain al-Shahristani bestand auf 2,00 Dollar.3 Er nannte als Ziel, die Förderung in fünf Jahren von 2,4 auf mehr als vier Millionen Barrel am Tag zu steigern.2 Der frühere irakische Diplomat Mahmoud Almusafir sagte Al Jazeera am selben Tag, es sei amerikanische Propaganda, dass der Irak nun frei entscheide, und fragte, wer den Preis setze und wer kontrolliere.2
Im Dezember 2009 folgte eine zweite Runde mit sieben Zuschlägen, diesmal für neue Felder.3 Das Feld West Qurna 2 gewannen Lukoil und Statoil mit einer Gebühr von 1,15 Dollar je Barrel und einem zugesagten Förderplateau von 1,8 Millionen Barrel am Tag.4 Nach TIME erhielt in dieser Versteigerung kein einziger US-Konzern einen Vertrag; zwei der lukrativsten gingen an Russland und China, die die Invasion von 2003 entschieden abgelehnt hatten.5 Der Analyst Alex Munton von Wood Mackenzie, einem Beratungsunternehmen mit großen US-Konzernen unter seinen Kunden, sagte dem Magazin, die These, der Krieg sei zum Nutzen großer US-Ölinteressen geführt worden, sei durch das Ergebnis nicht bestätigt.5 Nach der Internationalen Energieagentur liefen die Förderziele der ersten beiden Runden auf mehr als 12 Millionen Barrel am Tag bis 2017 hinaus; sie galten überwiegend als Wunschgrößen, und die Verträge wurden später neu verhandelt.6
Siehe auch
- Konflikte Die Invasion des Irak beginnt ohne Mandat des Sicherheitsrats 2003 Die Invasion, über deren Motiv die Vergabe der Ölfelder sechs Jahre später neu gestritten wurde.
- Masjed Soleyman: 1908 wird erstmals im Nahen Osten Öl gefunden 1908 Aus diesem Fund ging BP hervor, das 2009 als einziger Bieter der ersten irakischen Runde einen Zuschlag erhielt.