Der Hoover-Damm geht ans Netz
Am 26. Oktober 1936 nimmt der erste Generator des Hoover-Damms am Colorado den vollen Betrieb auf. Hochwasserschutz, Bewässerung und Stromerzeugung in einem Bauwerk — finanziert vom Staat und über Jahrzehnte aus Stromverkäufen getilgt.
Am 26. Oktober 1936 nahm der erste Generator des Hoover-Damms am Colorado den vollen Betrieb auf.5,6 Strom erzeugt und nach Los Angeles übertragen wurde nach Angaben des Census Bureau schon ab dem 9. Oktober.7 Das Bauwerk selbst war da bereits fertig: Der letzte Beton wurde am 29. Mai 1935 eingebracht, sämtliche Anlagen waren am 1. März 1936 abgeschlossen.1 Die rechtliche Grundlage hatte Präsident Calvin Coolidge am 21. Dezember 1928 mit dem Boulder Canyon Project Act geschaffen.3,4 Vorausgegangen war der Colorado River Compact von 1922, der den Streit der sieben Anrainerstaaten über das Wasser beilegte, indem er das Flussgebiet in eine obere und eine untere Hälfte teilte.4
Der Damm misst 726,4 Fuß — rund 221 Meter — vom Fundamentfels bis zur Fahrbahn auf der Krone und wiegt mehr als 6,6 Millionen Tonnen; im Bauwerk stecken 3,25 Millionen Kubikyard Beton, in allen Anlagen zusammen 4,36 Millionen.1 Gegossen wurde nicht in einem Stück, sondern in senkrechten Blöcken, die über senkrechte und waagerechte Verzahnungen ineinandergriffen und anschließend mit Zementleim verpresst wurden.1 Am Bau arbeiteten insgesamt 21.000 Menschen, im Juni 1934 gleichzeitig 5.218; der National Park Service nennt 96 Todesfälle.1,3
Das Kraftwerk wuchs über Jahrzehnte: Die letzten Maschinensätze kamen erst 1961 hinzu, ein Leistungsausbau lief bis 1993.2 Heute hat die Anlage 17 Hauptturbinen und eine Nennleistung von rund 2.080 Megawatt; zwischen 1947 und 2008 erzeugte sie im Mittel etwa 4,2 Milliarden Kilowattstunden im Jahr.2 Der Strom wird nicht frei verkauft, sondern nach festen Quoten auf Kalifornien, Nevada und Arizona verteilt.2 Die Baukosten — 49 Millionen Dollar für den Damm, weitere 71 Millionen für Kraftwerk und Generatoren — waren bis 1987 aus den Stromerlösen zurückgezahlt.4
Mehrere Angaben gehen je nach Quelle auseinander, und das betrifft gerade die Eckdaten.3,4,5 Den Baubeginn setzt die Hoover-Bibliothek auf 1930, der National Park Service auf 1931; der Bauauftrag an die Arbeitsgemeinschaft Six Companies wurde am 11. März 1931 erteilt.3 Ähnlich beim Beginn der Stromerzeugung: Für den ersten Generator ist der Oktober 1936 belegt, die Hoover-Bibliothek datiert die Inbetriebnahme der Generatoren auf 1937.4,5 Und die bewässerte Fläche wird mit mehr als 1,5 oder mit 2 Millionen Acre angegeben.3,4
| Position | Wert | Beleg |
|---|---|---|
| Kalifornien | 57,68 % | [2] |
| Nevada | 23,37 % | [2] |
| Arizona | 18,95 % | [2] |
Siehe auch
- Lauffen–Frankfurt 1891: Strom fließt erstmals 175 Kilometer weit 1891 Erst die Fernübertragung macht ein Kraftwerk in der Wüste sinnvoll.
- Calder Hall liefert erstmals Kernstrom im kommerziellen Maßstab 1956 Zwanzig Jahre später gilt dieselbe Zuversicht einer anderen Technik.
Hierher verwiesen
- Calder Hall liefert erstmals Kernstrom im kommerziellen Maßstab 1956 Das Großprojekt als Staatsaufgabe — zwanzig Jahre vor dem Reaktor.
- Lauffen–Frankfurt 1891: Strom fließt erstmals 175 Kilometer weit 1891 Fernübertragung als Voraussetzung, ein Kraftwerk in die Wüste zu stellen.
- Pearl Street Station liefert 1882 Strom an Kunden in Manhattan 1882 Derselbe Gedanke in anderem Maßstab — Erzeugung fern vom Verbraucher.