Atomausstieg 2023: Die letzten drei Kernkraftwerke gehen vom Netz
Am 15. April 2023 schalteten Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 ab. Damit endete die kommerzielle Kernstromerzeugung in Deutschland — zwölf Jahre nach dem Beschluss, der auf Fukushima folgte.
Am 15. April 2023 gingen die drei letzten deutschen Kernkraftwerke vom Netz: Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.1,2 Damit war der Atomausstieg vollzogen.1 Eigentlich hätten sie Ende 2022 abschalten sollen; der Bundestag verlängerte die Laufzeiten um dreieinhalb Monate, nachdem der russische Angriff auf die Ukraine eine neue Debatte über die Energieversorgung ausgelöst hatte.2 Dieser lief mit den vorhandenen Brennelementen — neue einzusetzen war nicht zulässig.1
Bereits 2002 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz zur Beendigung der Kernenergienutzung; nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss er 2011, alle Reaktoren bis Ende 2022 abzuschalten.2 Acht Kraftwerke gingen daraufhin vom Netz, drei weitere Ende 2021, die letzten drei 2023.2
In den Zahlen der Stromerzeugung zeigt sich der Schritt deutlich: Der Anteil der Kernenergie an der eingespeisten Strommenge fiel von 6,4 Prozent im Jahr 2022 auf 1,5 Prozent im Jahr 2023.3,4 Im selben Jahr stammten 56,0 Prozent des eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Quellen gegenüber 46,3 Prozent im Vorjahr, während Kohle von 33,2 auf 26,1 Prozent zurückging.3 Die gesamte Einspeisung sank um 11,8 Prozent auf 449,8 Milliarden Kilowattstunden.3
Mit der Abschaltung beginnt der längere Teil des Vorgangs.1 Die Anlagen durchlaufen zunächst einen Nachbetrieb, in dem die Brennelemente aus dem Reaktor in Lagerbecken kommen; erst danach folgen die Stilllegungsgenehmigung und ein Rückbau, für den zehn bis zwanzig Jahre veranschlagt sind, bis das Gelände aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen werden kann.1
| Position | Wert | Anmerkung | Beleg |
|---|---|---|---|
| Erneuerbare | 56 % | [3] | |
| Kohle | 26,1 % | [3] | |
| Kernenergie | 1,5 % | nach der Abschaltung | [3] |
Siehe auch
- Zum ersten Mal nennt ein Klimabeschluss die fossilen Brennstoffe 2023 Acht Monate später verhandeln zweihundert Staaten über dieselbe Frage.
- Fukushima Daiichi und die Grenzen der Auslegung 2011 Der Unfall, aus dem der Beschluss folgte, den dieser Tag vollzieht.
- Calder Hall liefert erstmals Kernstrom im kommerziellen Maßstab 1956 Anfang und Ende desselben Versprechens, 67 Jahre auseinander.
- Das Erneuerbare-Energien-Gesetz tritt in Kraft 2000 Die Förderung, die den Ersatz überhaupt erst verfügbar machte.
Hierher verwiesen
- Die EU verbietet russisches Gas in Stufen 2026 Derselbe Krieg verzögerte die Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke um dreieinhalb Monate.
- Zum ersten Mal nennt ein Klimabeschluss die fossilen Brennstoffe 2023 Acht Monate zuvor vollzieht ein einzelnes Land, worüber hier zweihundert verhandeln.