--- id: atomausstieg-2023 title: 'Atomausstieg 2023: Die letzten drei Kernkraftwerke gehen vom Netz' date: '2023-04-15' datePrecision: day dateSources: - s1 - s3 summary: >- Am 15. April 2023 schalteten Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 ab. Damit endete die kommerzielle Kernstromerzeugung in Deutschland — zwölf Jahre nach dem Beschluss, der auf Fukushima folgte. themeId: theme-nach-fukushima verification: verified sources: - key: s1 title: Abschaltung der Atomkraftwerke Isar 2, Emsland & Neckarwestheim 2 publisher: Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung url: https://www.base.bund.de/de/nukleare-sicherheit/atomausstieg/abgeschaltete-akw/2022/die-drei-letzten-akw.html accessedAt: '2026-09-17' - key: s2 title: Atomausstieg — Deutschland verabschiedet sich endgültig von der Kernkraft publisher: Bundeszentrale für politische Bildung url: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/520059/atomausstieg-deutschland-verabschiedet-sich-endgueltig-von-der-kernkraft/ accessedAt: '2026-09-17' - key: s3 title: 'Stromerzeugung 2023: 56 % aus erneuerbaren Energieträgern' publisher: Statistisches Bundesamt url: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/03/PD24_087_43312.html accessedAt: '2026-09-17' - key: s4 title: >- Öffentliche Stromerzeugung 2023: Erneuerbare Energien decken erstmals Großteil des Stromverbrauchs publisher: Fraunhofer ISE url: https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2024/oeffentliche-stromerzeugung-2023-erneuerbare-energien-decken-erstmals-grossteil-des-stromverbrauchs.html accessedAt: '2026-10-11' provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-17' figure: type: vergleich title: Anteile an der deutschen Stromerzeugung 2023 subtitle: Nach Energieträgern, Anteil an der eingespeisten Strommenge unit: '%' axis: from: 0 to: 60 points: - at: Erneuerbare value: 56 source: s3 - at: Kohle value: 26.1 source: s3 - at: Kernenergie value: 1.5 label: nach der Abschaltung source: s3 seeAlso: - id: cop28-beschluss-2023 note: >- Acht Monate später verhandeln zweihundert Staaten über dieselbe Frage. - id: fukushima-daiichi-2011 note: Der Unfall, aus dem der Beschluss folgte, den dieser Tag vollzieht. - id: calder-hall-1956 note: Anfang und Ende desselben Versprechens, 67 Jahre auseinander. - id: eeg-2000 note: Die Förderung, die den Ersatz überhaupt erst verfügbar machte. --- Am 15. April 2023 gingen die drei letzten deutschen Kernkraftwerke vom Netz: Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.[^s1][^s2] Damit war der Atomausstieg vollzogen.[^s1] Eigentlich hätten sie Ende 2022 abschalten sollen; der Bundestag verlängerte die Laufzeiten um dreieinhalb Monate, nachdem der russische Angriff auf die Ukraine eine neue Debatte über die Energieversorgung ausgelöst hatte.[^s2] Dieser Streckbetrieb lief mit den vorhandenen Brennelementen — neue einzusetzen war nicht zulässig.[^s1] Bereits 2002 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz zur Beendigung der Kernenergienutzung; nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss er 2011, alle Reaktoren bis Ende 2022 abzuschalten.[^s2] Acht Kraftwerke gingen daraufhin vom Netz, drei weitere Ende 2021, die letzten drei 2023.[^s2] In den Zahlen der Stromerzeugung zeigt sich der Schritt deutlich: Der Anteil der Kernenergie an der eingespeisten Strommenge fiel von 6,4 Prozent im Jahr 2022 auf 1,5 Prozent im Jahr 2023.[^s3][^s4] Im selben Jahr stammten 56,0 Prozent des eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Quellen gegenüber 46,3 Prozent im Vorjahr, während Kohle von 33,2 auf 26,1 Prozent zurückging.[^s3] Die gesamte Einspeisung sank um 11,8 Prozent auf 449,8 Milliarden Kilowattstunden.[^s3] Mit der Abschaltung beginnt der längere Teil des Vorgangs.[^s1] Die Anlagen durchlaufen zunächst einen Nachbetrieb, in dem die Brennelemente aus dem Reaktor in Lagerbecken kommen; erst danach folgen die Stilllegungsgenehmigung und ein Rückbau, für den zehn bis zwanzig Jahre veranschlagt sind, bis das Gelände aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen werden kann.[^s1] Ende der Datei: 4 Quellen.