Ramessidische Sternuhren lesen die Nachtstunden an einer Figur ab
Die ramessidischen Sternuhren aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. stehen an den Decken von Pharaonengräbern. In Tabellen geben sie für jede Nachtstunde an, wo ein Stern im Verhältnis zu einer sitzenden Figur steht.
Die ramessidischen Sternuhren stammen aus den Gräbern von Ramses VI., Ramses VII. und Ramses IX.2 Erhalten sind vier solcher Sternuhren aus dem 12. Jahrhundert v. Chr.1 Sie wurden an den Decken von Pharaonengräbern gefunden.1 Ramses VI. regierte etwa von 1142/40 bis 1134/32 v. Chr.5 In seinem Grab im Tal der Könige stehen an den Decken einer Kammer Sternuhren neben Sternbildern, und Dekanlisten.4
Jede Sternuhr besteht aus 24 Tabellen, von denen jede 15 Tage abdeckt; zusammen ergeben sie ein ganzes Jahr.1 Jede Tabelle hat dreizehn Zeilen: Die erste steht für den Beginn der ersten Nachtstunde, die übrigen zwölf für das Ende jeder der zwölf Nachtstunden.2 In jeder Zeile steht ein Stern in Bezug auf eine sitzende menschliche Figur, etwa über der rechten Schulter, dem rechten Ohr oder dem rechten Auge.2,1 Im Neuen Reich wurden die Sterne bei ihrem Durchgang durch den Meridian beobachtet, nicht mehr bei ihrem Aufgang.3 Insgesamt kommen in den ramessidischen Sternuhren 46 einzelne Sterne vor.2
Ursprünglich wurde das System als Werk zweier Stundenbeobachter gedeutet, die sich auf dem Tempeldach genau in der Meridianlinie gegenübersaßen.2 Nach Lull und Belmonte ist die Figur eher eine Gottheit der Zeitmessung; dann könnten auch Sternbilder des Nordhimmels verwendet worden sein.2 Nachrichten darüber, wie die Stundenwächter beobachteten, sind spärlich und stammen meist aus der Spätzeit.2 Die ursprünglichen Fassungen entstanden wahrscheinlich auf Papyrus in Tempelbibliotheken, für Priester, zu deren Aufgaben die Zeitmessung gehörte.1 Wie sich die vier Sternuhren auf die drei Gräber verteilen, lassen die gelesenen Quellen offen.1,2
Siehe auch
- Wasseruhr von Karnak zeigt im 14. Jh. v. Chr. die Nachtstunden 1370 v. Chr. Dieselbe Aufgabe, die Nachtstunden zu bestimmen, zwei Jahrhunderte früher mit Wasser statt mit Sternen.
- Babylons ältestes astronomisches Tagebuch stammt von 652 v. Chr. 652 v. Chr. Sternbeobachtung nicht als feste Tabelle, sondern als fortlaufende Aufzeichnung.
- Bildung Papyrus Lansing lobt den Schreiberberuf und schmäht andere Berufe 1130 v. Chr. Aus derselben Ramessidenzeit: die Schreiber, die solche Tabellen kopierten und überlieferten.
Hierher verwiesen
- Himmelsscheibe von Nebra wird um 1600 v. Chr. vergraben 1600 v. Chr. Plejaden und Sterne als Bild hier, als Stundenmarken in Tabellen dort.