Wasseruhr von Karnak zeigt im 14. Jh. v. Chr. die Nachtstunden
Aus der Zeit Amenophis' III. im 14. Jahrhundert v. Chr. stammt die älteste erhaltene Wasseruhr, gefunden in Karnak. Zwölf Reihen mit je elf Marken zeigten die Stunden der Nacht, eine Reihe für jeden Monat.
Die älteste erhaltene Wasseruhr stammt aus der Regierungszeit des Pharaos Amenophis III. im 14. Jahrhundert v. Chr.2,3 Sie wurde in Karnak in Bruchstücken gefunden und wieder zusammengesetzt.1,4 Ans Licht kam sie bei Georges Legrains Ausgrabung der Cachette im Hof des siebten Pylons.1,2 Heute ist sie in Kairo ausgestellt,1 im National Museum of Egyptian Civilization.4
Das Gefäß ist aus Kalzit, auch Alabaster genannt, möglicherweise auch aus Travertin.1,4 Es war eine Auslaufuhr: Das Wasser rann durch ein kleines Loch in der Mitte des Bodens.1,4 Außen trat es unter der Figur eines sitzenden Pavians aus.4 Innen stehen zwölf senkrechte Reihen von Marken, und jede gehört zu einem Monatsnamen auf dem Rand.1 Jede Reihe hat elf Marken, die den Stunden der Nacht entsprechen.4,3 Abgelesen wurde die Zeit am Wasserstand, an der nächstgelegenen Marke.4 Außen zeigt das oberste Bildfeld sowie Sterne und Planeten als Gestalten in Barken.4 Eine Szene darin zeigt Amenophis III., wie er dem Sonnengott Re-Harachte und dem Mondgott Thot opfert.1
Schriftlich reicht die Wasseruhr weiter zurück: Eine Grabinschrift nennt den Hofbeamten Amenemhet als ihren Erfinder.3,5 Amenemhet diente unter Amenophis I. im 16. Jahrhundert v. Chr.3 Ob die Uhr aus Karnak im Tempel überhaupt der Zeitmessung diente, ist offen: Gautschy fragt, ob sie nur ein kostbares Weihgeschenk des Pharaos an den Tempel war, von begrenztem praktischem Nutzen.2
Siehe auch
- Su Song baut in Kaifeng einen Uhrturm, den Wasserkraft antreibt 1092 Zweieinhalb Jahrtausende später treibt in Kaifeng Wasser eine Uhr an, die auch den Himmel zeigt.
- Dondis Astrarium zeigt Stunden und den Lauf von sieben Planeten 1380 Eine Uhr, die wie das Gefäß aus Karnak Stunden und Planeten zusammenbringt.
Hierher verwiesen
- Ramessidische Sternuhren lesen die Nachtstunden an einer Figur ab 1140 v. Chr. Dieselbe Aufgabe, die Nachtstunden zu bestimmen, zwei Jahrhunderte früher mit Wasser statt mit Sternen.
- Himmelsscheibe von Nebra wird um 1600 v. Chr. vergraben 1600 v. Chr. Zwei Jahrhunderte später misst man in Ägypten die Nachtstunden mit Wasser statt am Himmelsbild.