Himmelsscheibe von Nebra wird um 1600 v. Chr. vergraben
Um 1600 v. Chr. wurde auf dem Mittelberg bei Nebra eine Bronzescheibe mit Mond, Sternen und Plejaden vergraben. Raubgräber fanden sie 1999; 2020 wurde ihre Datierung in die Bronzezeit angezweifelt.
Im Juli 1999 fanden zwei Raubgräber auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt einen Hort aus der frühen Bronzezeit.2,4 Er bestand aus einer Bronzescheibe, zwei Schwertern, zwei Beilen, zwei Armspiralen und einem Meißel.3,1 Vergraben wurde er vor rund 3600 Jahren.1 Radiokarbondaten aus organischen Resten an einem der Schwerter gehören in die Zeit um 1600 v. Chr.3 Die Scheibe selbst lässt sich nicht direkt datieren, weil es noch kein Verfahren gibt, das Kupferlegierungen genau datiert.2 Sie misst etwa 32 Zentimeter im Durchmesser.3
Auf der Scheibe erscheinen Sichelmond und Vollmond oder Sonne, dazu Sterne, unter denen nur die Plejaden als Gruppe hervorgehoben sind.5 Goldene Horizontbögen zeichnen den Lauf der Sonne zwischen Frühling und Herbst nach.5 Ein Schiff gilt als Motiv, das für die Bronzezeit typisch und in der Eisenzeit unbekannt ist.3 Die Scheibe gilt als älteste konkrete Darstellung kosmischer Erscheinungen.1,3 2013 wurde sie in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.1,3
Am 23. Februar 2002 wurde die Scheibe in Basel sichergestellt.2,4 2020 zweifelten die Prähistoriker Rupert Gebhard und Rüdiger Krause ihre Datierung an.3 Sie hielten die Scheibe für einen Einzelfund ohne Kontext, der in die Eisenzeit von etwa 800 bis 50 v. Chr. gehöre.3 Die Autoren um Ernst Pernicka, die an der ursprünglichen Datierung beteiligt waren, halten ihre Argumente für eine Verzerrung der Beweise aus Gerichtsverfahren und naturwissenschaftlichen Analysen.2
Siehe auch
- Wasseruhr von Karnak zeigt im 14. Jh. v. Chr. die Nachtstunden 1370 v. Chr. Zwei Jahrhunderte später misst man in Ägypten die Nachtstunden mit Wasser statt am Himmelsbild.
- Babylons ältestes astronomisches Tagebuch stammt von 652 v. Chr. 652 v. Chr. Vom Bild des Himmels zur fortlaufenden schriftlichen Beobachtung.
- Ramessidische Sternuhren lesen die Nachtstunden an einer Figur ab 1140 v. Chr. Plejaden und Sterne als Bild hier, als Stundenmarken in Tabellen dort.