Südafrika wählt zum ersten Mal ohne Rassenschranke
Am 27. April 1994 stimmen in Südafrika erstmals alle Staatsbürger auf einem gemeinsamen Wählerverzeichnis ab. Der ANC erhält 62,65 Prozent, Nelson Mandela wird am 9. Mai zum Präsidenten gewählt. Die Angaben zur Zahl der Wähler gehen auseinander.
Am 27. April 1994 fand in Südafrika die erste Wahl statt, bei der alle Staatsbürger auf einem gemeinsamen Wählerverzeichnis abstimmen konnten.1 Für die schwarze Bevölkerungsmehrheit war es die erste Teilnahme an einer Parlamentswahl überhaupt.2 Gewählt wurde über mehrere Tage; Menschen standen dabei in Schlangen, die oft über einen Kilometer lang waren.2
Das Ergebnis war deutlich.1 Der ANC erhielt 12.237.655 der 19.533.498 Stimmen, rund 63 Prozent, und 252 der 400 Sitze; die National Party kam auf 20 Prozent und 82 Sitze, die Inkatha Freedom Party auf 11 Prozent und 43 Sitze.2,4 Beobachtet wurde die Wahl unter anderem von einer Gruppe des Commonwealth unter dem früheren jamaikanischen Premierminister Michael Manley; die internationalen Beobachter bewerteten sie als im Wesentlichen frei und fair.1
Abgegeben wurden rund 19,7 Millionen Stimmen, eine Wahlbeteiligung von 86,9 Prozent; gültig waren 19.533.498.4,5 Die übrigen Angaben runden diese Zahlen: rund 19,5 Millionen nach South African History Online1, etwa 20 Millionen nach dem Museum.2 HISTORY nennt mehr als 22 Millionen3; so viele waren ungefähr zur Wahl registriert.5
Vorausgegangen waren vier Jahre Verhandlungen ab 1990, begleitet von politischer Gewalt zwischen rivalisierenden Lagern und von Aktionen staatlich gedeckter Milizen.1 Am 9. Mai 1994 wählte die Nationalversammlung Nelson Mandela zum Präsidenten, am Tag darauf wurde er vereidigt.1 Er und F. W. de Klerk hatten bereits 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis erhalten.3
Siehe auch
- Neuseeland führt als erstes Land das Frauenwahlrecht ein 1893 Dieselbe Frage, anderes Ausschlusskriterium — hundert Jahre früher.
- Ein Versprecher öffnet die Berliner Mauer 1989 Fünf Jahre zuvor endete die andere Ordnung, die als unverrückbar galt.
Hierher verwiesen
- Chile stimmt für eine neue Verfassung — und bekommt sie nicht 2020 Auch dort wird ein autoritäres Erbe an der Urne beendet — dort mit Erfolg.
- Ein Versprecher öffnet die Berliner Mauer 1989 Fünf Jahre später endete die zweite Ordnung, die als unverrückbar galt.
- Neuseeland führt als erstes Land das Frauenwahlrecht ein 1893 Dieselbe Frage, anderes Ausschlusskriterium — und ein Jahrhundert später.