Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026 geht an Philippe Sands
Am 11. Oktober 2026 erhielt der Jurist und Schriftsteller Philippe Sands in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner Dankesrede forderte er, das Schweigen über Völkerstraftaten zu brechen.
Der französisch-britische Jurist und Schriftsteller Philippe Sands erhielt am 11. Oktober 2026 in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.2,4,5 Die Feier war auf 10.45 Uhr am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse angesetzt,1 die ARD kündigte eine Live-Übertragung an.5 Die Laudatio hielt die österreichische Historikerin Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums in München.1,2 Seit Februar 2026 gehört sie selbst dem Stiftungsrat des Preises an.1 Die Urkunde überreichte Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins und Vorsitzender des Stiftungsrats.2,3
Seine Wahl hatte der Stiftungsrat im Juni 2026 bekannt gegeben.5 Er würdigte Sands als engagierten Humanisten, „der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintritt und um Gerechtigkeit und Verständigung ringt“.3,5 Seine Herangehensweise liege „jenseits der üblichen Grenzen zwischen Sachbuch, literarischer Erzählung und Reportage“, hieß es in der Begründung.3 Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.3 Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt ihn seit 1950.3,5
In seiner Dankesrede stellte Sands den Satz „Frieden braucht Gerechtigkeit. Gerechtigkeit braucht Regeln. Regeln brauchen das Recht.“ in den Mittelpunkt.2 Zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland sei „das deutsche Schweigen bis heute laut“, sagte er.2 Eine „echte, nicht rassifizierte Staatsräson für Deutschland“ müsse „das Schweigen über Völkerstraftaten brechen“, auch wenn Freunde sie begingen.2 Diesem Appell applaudierten nicht alle in der Paulskirche, auch der anwesende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht.2 Die Reden der Verleihung sollten erstmals als zweisprachiges Buch in der Universal-Bibliothek von Reclam erscheinen, ab dem 11. November.1
Siehe auch
- Der Literaturnobelpreis 2026 geht an Anne Carson 2026 Drei Tage vorher sprach die Schwedische Akademie den Literaturnobelpreis 2026 Anne Carson zu.
- Konflikte Der Internationale Militärgerichtshof verkündet die Nürnberger Urteile 1946 In Nürnberg wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit abgeurteilt, deren Entstehung Sands beschreibt.
- Konflikte Das Rom-Statut schafft einen ständigen Strafgerichtshof 1998 Der ständige Strafgerichtshof, der Völkerstraftaten verfolgt, wie Sands sie in seiner Rede nannte.