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Ur-III-Zeit: Tonhüllen schützen Urkunden vor Fälschung

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ZeitalterAltertum

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In der Ur-III-Zeit, im 21. Jahrhundert v. Chr., steckte man Urkunden auf Ton in gesiegelte Hüllen aus Ton. Wer den Inhalt mit der Aufschrift außen vergleichen wollte, musste die Hülle aufbrechen.

In Mesopotamien steckte man Verwaltungsurkunden, Verträge und Darlehensvereinbarungen auf Ton oft in eine Hülle aus Ton.14 Auf die Hülle schrieb man eine Kurzfassung des Inhalts, bestätigt durch Abrollungen von Siegeln, und schützte die Tafel darin so vor betrügerischen Änderungen.1 Nach einer anderen Darstellung wiederholte die Hülle den Text der Tafel.4 Aus der Ur-III-Zeit, um 2100 bis 2000 v. Chr., stammt eine Tafel aus Umma über eine Getreidelieferung.3 Auf ihrer Hülle sind Siegelabdrücke zu sehen.3

Die Hülle einer Tafel aus Girsu nennt als Datum das vierte Regierungsjahr des Königs Amar-Suen von Ur, nach heutiger Rechnung um 2041 v. Chr.12 Sie bestätigt den Empfang von 15.280 Litern Sesam von Lu-Ningirsu.1 Das Siegel auf der Hülle nennt den Schreiber Ur-Abba, Sohn des Bazi.1 Das Stück wurde ungeöffnet im Mikro-CT-Scanner der TU Delft durchleuchtet.2 Die Tafel darin nennt zwei Lieferungen von 11.050 und 4.230 Litern, die zusammen die Menge auf der Hülle ergeben.2

Wer den Text der Hülle mit der Tafel vergleichen wollte, musste die Hülle aufbrechen.1 Das war offenbar selten nötig, denn viele Tafeln liegen noch in ihren Hüllen in den Sammlungen.1 Nach der Brigham Young University machte das Verfahren Fälschungen nahezu unmöglich,4 nach Rients de Boer machte es sie deutlich schwerer.2 Wie man die Hülle schloss, ohne dass sie an der Tafel haften blieb, ist nicht geklärt.2

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