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Arslantepe: Palast sichert Türen und Behälter mit Siegelungen

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterUrgeschichte

Zuletzt geändert am

Im Palast von Arslantepe in Ostanatolien wurden im späten 4. Jahrtausend v. Chr. Türen und Behälter mit Tausenden Siegelungen aus Ton verschlossen. Sie gelten als Belege einer Verwaltung vor der Schrift.

Arslantepe liegt bei Malatya in der Türkei.3 In der Blütezeit des Ortes, dem Spätchalkolithikum 5, entstand dort ein Palastkomplex.1 In ihm fanden sich Tausende aus Ton, sogenannte cretulae, die auf die Verschlüsse von Behältern und Türen gedrückt worden waren.32 Die UNESCO datiert den Palast auf 3400 bis 3100 v. Chr.1 Nach der Universität Sapienza in Rom wurde er zwischen 3500 und 3400 v. Chr. gebaut.3

Im kleinsten von drei Speicherräumen westlich des Hofes, Raum A340, lagen 175 Siegelungen noch dort, wo sie beim Öffnen und erneuten Verschließen der Behälter zu Boden gefallen waren.2 In der Grube A206 im Palast lagen mehr als 5.000 Siegelungen, 1.728 davon mit Siegelabdruck, die nach der Abrechnung oder am Ende eines Verwaltungsabschnitts weggeworfen worden waren.2 Unter den Verschlüssen beschreibt der Grabungsband zwei bis dahin unbekannte Arten: Säcke, die mit zylindrischen Pflöcken verschlossen wurden, und Türen mit hölzernen Stiftschlössern, nach der Besprechung den ältesten Schlössern der Welt.2 Die Ausgräber deuten die Abdrücke als Siegel derer, die Waren entnahmen, nicht der Speicherverwalter; die Rezensentin Judith Weingarten hält das für möglich, aber nicht zwingend.23 Die UNESCO sieht in dem Ort ein ausgebautes Verwaltungssystem, das älter ist als die Schrift.1

Schon aus einem rund 5.600 Jahre alten Tempel des Ortes stammen 250 Siegelabdrücke, die ein Team um Francesca Balossi Restelli von der Sapienza 2021 untersuchte.4 Sie saßen auf Gefäßen, Säcken, Körben und Türen.4 Die Siegel selbst fanden sich nicht im Tempel; die frühere Grabungsleiterin Marcella Frangipane erklärte das damit, dass sie in den Häusern der Beamten aufbewahrt wurden.4 Der Palast und die Bauten um ihn wurden im späten 4. Jahrtausend v. Chr. offenbar plötzlich und gewaltsam zerstört, und deshalb ist der Fund ungewöhnlich gut erhalten.1

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