--- id: tonhuellen-ur-iii-21-jh-v-chr title: 'Ur-III-Zeit: Tonhüllen schützen Urkunden vor Fälschung' date: -2040-01-01 datePrecision: century dateSources: - s1 - s3 summary: >- In der Ur-III-Zeit, im 21. Jahrhundert v. Chr., steckte man Urkunden auf Ton in gesiegelte Hüllen aus Ton. Wer den Inhalt mit der Aufschrift außen vergleichen wollte, musste die Hülle aufbrechen. themeId: theme-gesiegelte-urkunden seeAlso: - id: kueltepe-tonhuellen-19-jh-v-chr note: >- Zwei Jahrhunderte später verschlossen assyrische Händler auch ihre Briefe in Tonhüllen. - id: tonhuellen-susa-4-jt-v-chr note: >- Der ältere Fall: gesiegelte Hüllen um Zählsteine statt um beschriebene Tafeln. verification: verified sources: - key: s1 title: 'Seeing through clay: 4000 year old tablets in hypermodern CT scanner' publisher: Nederlands Instituut voor het Nabije Oosten (NINO) url: https://www.nino-leiden.nl/message/seeing-through-clay-4000- accessedAt: '2026-10-24' - key: s2 title: CT-scanner checks 4,000-year-old fraud protection publisher: Delta (TU Delft) url: https://delta.tudelft.nl/en/article/ct-scanner-checks-4000-year-old-fraud-protection accessedAt: '2026-10-24' - key: s3 title: Sumerian Clay Tablet in its Sealed Envelope (1916.64A-B) publisher: Toledo Museum of Art url: https://emuseum.toledomuseum.org/objects/68885/sumerian-clay-tablet-in-its-sealed-envelope accessedAt: '2026-10-24' - key: s4 title: 'Two Ancient Roman Plates: Other Sealed Documents' publisher: Brigham Young University, Harold B. Lee Library url: https://exhibits.lib.byu.edu/romanplates/about/other_ancient.html accessedAt: '2026-10-24' disputed: - claim: Was auf der Hülle stand positions: - value: eine Kurzfassung des Inhalts source: s1 - value: der Text der Tafel noch einmal source: s4 resolution: >- Beim Stück aus Girsu weicht die Hülle von der Tafel ab: Sie nennt nur die Summe, die Tafel zwei Lieferungen. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: datenschutz)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-24' --- In Mesopotamien steckte man Verwaltungsurkunden, Verträge und Darlehensvereinbarungen auf Ton oft in eine Hülle aus Ton.[^s1][^s4] Auf die Hülle schrieb man eine Kurzfassung des Inhalts, bestätigt durch Abrollungen von Siegeln, und schützte die Tafel darin so vor betrügerischen Änderungen.[^s1] Nach einer anderen Darstellung wiederholte die Hülle den Text der Tafel.[^s4] Aus der Ur-III-Zeit, um 2100 bis 2000 v. Chr., stammt eine Tafel aus Umma über eine Getreidelieferung.[^s3] Auf ihrer Hülle sind Siegelabdrücke zu sehen.[^s3] Die Hülle einer Tafel aus Girsu nennt als Datum das vierte Regierungsjahr des Königs Amar-Suen von Ur, nach heutiger Rechnung um 2041 v. Chr.[^s1][^s2] Sie bestätigt den Empfang von 15.280 Litern Sesam von Lu-Ningirsu.[^s1] Das Siegel auf der Hülle nennt den Schreiber Ur-Abba, Sohn des Bazi.[^s1] Das Stück wurde ungeöffnet im Mikro-CT-Scanner der TU Delft durchleuchtet.[^s2] Die Tafel darin nennt zwei Lieferungen von 11.050 und 4.230 Litern, die zusammen die Menge auf der Hülle ergeben.[^s2] Wer den Text der Hülle mit der Tafel vergleichen wollte, musste die Hülle aufbrechen.[^s1] Das war offenbar selten nötig, denn viele Tafeln liegen noch in ihren Hüllen in den Sammlungen.[^s1] Nach der Brigham Young University machte das Verfahren Fälschungen nahezu unmöglich,[^s4] nach Rients de Boer machte es sie deutlich schwerer.[^s2] Wie man die Hülle schloss, ohne dass sie an der Tafel haften blieb, ist nicht geklärt.[^s2] Ende der Datei: 4 Quellen.