Der elfte nationale Bildungsbericht legt den Schwerpunkt auf die soziale Herkunft
Am 15. Juni 2026 legten Bund und Länder den elften nationalen Bildungsbericht vor. Sein Schwerpunkt ist die Ungleichheit nach sozialer Herkunft; mehr Jugendliche verfehlen die Mindeststandards in Mathematik oder verlassen die Schule ohne Abschluss.
Am 15. Juni 2026 stellten Bundesbildungsministerin Karin Prien, die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und Kai Maaz, Direktor des DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, den elften nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ vor.5 Bund und Länder legen ihn gemeinsam mit dem DIPF vor.2 Maaz fasste die Ergebnisse im Namen der 23 Autorinnen und Autoren zusammen.3 Schwerpunkt dieser Ausgabe sind Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft.5
Nach dem Bericht zeigen sich bereits bei Zweijährigen deutliche soziale Unterschiede im Wortschatz.2 Von den kleinen Kindern, deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss haben, besuchen 20 Prozent eine Kindertagesbetreuung, bei Eltern mit hohem Abschluss sind es 39 Prozent.5 Unter Jugendlichen, die mindestens die Mittlere Reife anstrebten, verfehlten 24 Prozent den Mindeststandard in Mathematik, 9 Prozentpunkte mehr als 2018.4 Die Zahl derer, die die Schule ohne Abschluss verlassen, ist zuletzt gestiegen.1 Ihr Anteil liegt nach der NZZ, gemessen an der gleichaltrigen Bevölkerung, bei 8 Prozent.4 Die taz nennt „knapp acht Prozent“.3 Der Anteil der Lehrkräfte ohne anerkannte Lehramtsqualifikation hat sich im vergangenen Jahrzehnt auf 12 Prozent fast verdoppelt.5
Die öffentlichen und privaten Bildungsausgaben beliefen sich 2024 auf rund 305 Milliarden Euro, nominal 59 Prozent mehr als 2014, real 21 Prozent mehr.1 Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am öffentlichen Gesamthaushalt ist gegenüber 2019 gesunken.1 Wirklich neu seien die Ergebnisse nicht, sagte Maaz nach der taz.3 Prien kündigte an, noch vor der Sommerpause das Kitaqualitätsentwicklungsgesetz ins Parlament einzubringen.3
Siehe auch
- Der IQB-Bildungstrend 2024 misst bei Neuntklässlern Rückgänge in allen vier Fächern 2025 Acht Monate zuvor maß der IQB-Bildungstrend bei Neuntklässlern den Rückgang in Mathematik.
- Friedrich Wilhelm I. verordnet 1717 die Schulpflicht, doch sie gilt nur auf den königlichen Gütern 1717 Der Anfang der staatlichen Verantwortung für die Schule, über die der Bericht heute Rechenschaft gibt.
Hierher verwiesen
- Bildung auf einen Blick 2026 untersucht den Lehrkräftemangel 2026 Drei Monate zuvor erschien der nationale Bildungsbericht, der auf Deutschland allein blickt.