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John Napier beschreibt 1617 Rechenstäbe für das Multiplizieren

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1617 erschien in Edinburgh John Napiers „Rabdologiae“. Das Buch beschreibt Stäbe mit den Reihen des Einmaleins, an denen sich Teilprodukte einer Multiplikation ablesen lassen – bekannt geworden als „Napier's bones“.

Im Jahr 1617 erschien in Edinburgh John Napiers lateinische Schrift „Rabdologiae seu numerationis per virgulas libri duo“.35 Darin beschrieb er für die Multiplikation, die als „Napier's bones“ bekannt wurden.23 Napier starb nach MacTutor am 4. April 1617 in Edinburgh.2 Das Whipple Museum der Universität Cambridge gibt an, die Schrift sei nach seinem Tod erschienen.1 Nach dem Dictionary of National Biography erschien sie dagegen Anfang 1617, mit einer Widmung an Kanzler Seton.6

Die Stäbe tragen die Spalten einer Einmaleins-Tafel; legt man die Stäbe für die Ziffern einer Zahl nebeneinander, liest man die Teilprodukte mit jeder Ziffer des zweiten Faktors ab.4 Nach dem Whipple Museum geht das Verfahren auf eine alte indische Methode zurück, die im Italien der Renaissance nach einem gleichnamigen Fenstergitter „gelosia“ hieß.1 Weil die Stäbe einen großen Teil des Kopfrechnens ersparten, wurden sie dort zu einem beliebten Werkzeug, wo nur wenige komplexe Rechnungen beherrschten.1 Nach MacTutor waren sie aus Elfenbein und sahen deshalb wie Knochen aus; der Katalog von Sophia Rare Books nennt Holz oder Elfenbein.24 Neben den Stäben enthält das Buch ein aufwendigeres Gerät, das Promptuarium, und ein Rechenverfahren auf einem Schachbrett, das mit dem Zweiersystem arbeitet.5

In der Widmung begründete Napier die Veröffentlichung damit, dass Freunde die Stäbe schon nutzten, sogar im Ausland.2 Nach der Tomash Library erschien das Werk in vielen Ausgaben und in Übersetzungen in alle großen europäischen Sprachen, und wenige Jahre später gab es die Stäbe bis nach China und Japan.5 Im Jahr 1617 sprach Johannes Kepler mit seinem Tübinger Kollegen Wilhelm Schickard über Napiers Entdeckungen; 1623 beschrieb Schickard Kepler in einem Brief eine Maschine aus Stäben und Zahnrädern.1 Das Whipple Museum hält es für möglich, dass die Stäbe in Form drehbarer Walzen die erste Rechenmaschine angeregt haben.1 Ob Schickard oder Blaise Pascal diese erste Rechenmaschine baute, ist nach dem Museum bis heute umstritten.1 Der Name „Napier's bones“ geht nach Sophia Rare Books vermutlich auf den Titel eines Buchs von William Leybourn aus dem Jahr 1667 zurück.4

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