Leibniz führt 1673 der Royal Society das Modell seiner Rechenmaschine vor
Am 1. Februar 1673 zeigte Gottfried Wilhelm Leibniz in London das Modell einer Rechenmaschine mit Staffelwalzen, die auch multiplizieren und dividieren sollte. Das Modell war aus Holz; erhalten ist nur eine spätere Maschine. Ob sie je ganz funktionierte, beurteilen die Quellen unterschiedlich.
Am 1. Februar 1673 führte Gottfried Wilhelm Leibniz in London der Royal Society das Modell einer Rechenmaschine vor.1,2 Nach dem in England geltenden julianischen Kalender war es der 22. Januar, und MacTutor wie eine Studie im British Journal for the History of Science datieren die Vorführung auf Januar 1673.1,3,4 Das Modell war aus Holz und von Handwerkern in Paris gebaut worden.1 Dorthin war Leibniz 1672 im Auftrag des Mainzer Politikers Boineburg gegangen.3 Nach der Universität Würzburg sollte die Maschine alle vier Grundrechenarten beherrschen.5
Ihr Kern ist die , die nach der Universität Würzburg mit unterschiedlich langen Zähnen festlegt, wie weit sich ein Rad je Ziffer dreht.5 Das Heinz Nixdorf MuseumsForum beschreibt sie als Zylinder mit neun Zähnen wachsender Länge, die Stadt Hannover spricht von zehn Zähnen.1,2 Auch das Arithmeum der Universität Bonn beschreibt eine Walze mit neun unterschiedlich langen Rippen.6 Die Multiplikation führt die Maschine als wiederholte Addition aus, die Division als fortlaufende Subtraktion.2 Nach der Universität Würzburg überzeugte das Modell in London so, dass man Leibniz als Mitglied aufnahm.5 MacTutor berichtet dagegen, Robert Hooke habe die Maschine in einer Sitzung am 15. Februar ungünstig beurteilt; die Wahl zum Fellow datiert MacTutor auf den 9. April 1673.3
Ob die Maschine arbeitete, bewerten die Quellen verschieden: Die Stadt Hannover nennt das Londoner Modell funktionsfähig, MacTutor nennt es unvollständig.2,3 Nach der Studie im British Journal for the History of Science wurde Leibniz' Maschine nie fertig und arbeitete nicht vollständig.4 Erhalten blieb nur eine seiner Rechenmaschinen; sie steht in Hannover.1 Nach der Stadt Hannover entstand sie um 1690, wurde 1894 auf dem Dachboden der Göttinger Universitätskirche wiederentdeckt und liegt heute in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.2 Die Studie im British Journal for the History of Science lässt die Maschine schon 1879 wieder auftauchen; man habe sie damals zum Ursprung aller Staffelwalzenmaschinen erklärt, um Leibniz' Vorrang vor Thomas de Colmar zu sichern.4
Siehe auch
- Pascaline: Pascals Rechenmaschine führt den Übertrag selbst aus 1642 Pascals Maschine addierte und subtrahierte; Leibniz wollte auch multiplizieren und dividieren.
- Thomas de Colmar lässt sich 1820 das Arithmometer patentieren 1820 Thomas de Colmar baute die Staffelwalze in die erste Rechenmaschine ein, die in Serie ging.