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PCGG: Idzerda sendet in Den Haag ein angekündigtes Radioprogramm

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Der Haager Ingenieur Hans Idzerda sendete am 6. November 1919 ein Musikprogramm, das er tags zuvor in der Zeitung angekündigt hatte. Ob es der erste Rundfunksender der Welt war, ist bis heute umstritten.

Am Donnerstag, dem 6. November 1919, sendete der Haager Ingenieur Hans Henricus Schotanus à Steringa Idzerda aus seinem Wohn- und Werkstattgebäude an der Beukstraat ein angekündigtes Musikprogramm.13 Am Tag zuvor hatte er in der Nieuwe Rotterdamsche Courant eine Anzeige geschaltet, die eine „Radio Soirée-Musicale" für den Donnerstagabend von 20 bis 23 Uhr ankündigte.3 Sein selbst gebauter Sender trug das PCGG, die Kennung seiner Sendegenehmigung.1 Das Programm begann mit dem Marsch „Turf in je ransel" und enthielt unter anderem das „Ave Maria" sowie Lieder von Koos Speenhoff.34

Neu war daran nicht die drahtlose Übertragung von Tönen, sondern die Ankündigung: Idzerda machte vorher bekannt, was er wann senden würde, und wandte sich damit an jeden, der empfangen wollte und konnte.4 Die Reichweite lag bei etwa 700 Kilometern, sodass die Sendungen bis nach England zu hören waren.4 1920 empfingen ihn in den Niederlanden Hunderte Funkamateure und mehrere Empfangsstationen.4 Die Kosten trug Idzerda zunächst selbst; später bat er Hörer in beiden Ländern um Beiträge, was nicht überall willkommen war.1

Bis 1924 sendete er mit einiger Regelmäßigkeit weiter.3 Am 11. September 1924 endeten die Sendungen aus finanziellen Gründen — sein Unternehmen ging bankrott, und er verlor die Sendelizenz.41 Die Nederlandsche Seintoestellen Fabriek übernahm die Ausstrahlung; aus ihr gingen die Rundfunkorganisationen AVRO, NCRV, KRO, VARA und VPRO hervor, die es bis heute gibt.4

Ob Idzerda der erste Rundfunksender der Welt war, hängt davon ab, was als Rundfunk gilt.12 Das Niederländische Institut für Bild und Ton führt ihn als ersten Rundfunkpionier, der mit regelmäßigen Sendungen ein großes internationales Publikum erreichte.1 Die Geschichtssendung Andere Tijden widerspricht der Zuschreibung: Reginald Fessenden habe bereits 1906 angekündigte Programme gesendet, Charles Herrold ab 1912 regelmäßig Musik und Nachrichten, und Frank Conrad habe in Pittsburgh rund drei Wochen vor Idzerda mit regelmäßigen Programmen begonnen.2 Dieselbe Darstellung nennt den Grund für den Streit: Die Rundfunkforschung arbeitet mit zwei Kriterienkatalogen.2 Der ältere verlangt neben einem regelmäßigen Programm eine behördliche Sendelizenz; ein 1975 vorgeschlagener verzichtet ausdrücklich darauf und lässt damit Herrolds wöchentliche Sendungen ab 1912 vorgehen.2

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