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Ein Memo an die Mitglieder eines Netzes, das es nicht gibt

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Am 23. April 1963 schreibt J. C. R. Licklider an die Mitglieder und Angehörigen des Intergalactic Computer Network. Das Netz existiert nicht — die Anrede beschreibt, was er sich vorstellt.

Am 23. April 1963 verschickte J. C. R. Licklider ein Memorandum mit einer ungewöhnlichen Anrede: „Members and Affiliates of the Intergalactic Computer Network“.13 Licklider leitete seit Oktober 1962 das Büro für Command and Control Research der ARPA — so nennt das Memorandum es selbst, gleich im zweiten Satz; den Namen Information Processing Techniques Office trug es erst später.14 Die Empfänger waren seine Kollegen.3 Der Betreff war nüchtern: „Topics for Discussion at the Forthcoming Meeting“.1

Das Problem, das er beschreibt, ist kein technisches im engeren Sinn, sondern eines der Verständigung: Jedes Rechenzentrum sei eigenwillig, mit eigener Sprache und eigenen Gewohnheiten, und wenn mehrere zusammenarbeiten sollten, müssten sie sich auf gemeinsame Übereinkünfte einigen.1 Was er sich davon versprach, geht weit über Dateiaustausch hinaus: Er stellte sich das Netz als ein elektronisches Gemeingut vor, offen für alle, als das wesentliche Medium des informationellen Austauschs zwischen Regierungen, Einrichtungen, Unternehmen und Einzelnen.3 Daneben stehen Anwendungsbeispiele und Überlegungen zur Bauweise eines solchen Netzes.1

Die Internet Hall of Fame schreibt ihm zu, dass seine eindringliche Beschreibung der Schwierigkeiten eines Netzes aus Zeitteilungsrechnern zur Entstehung des ARPANET führte.2 Ende der 1960er Jahre entstand daraus mit dem ARPANET eine erste Umsetzung.3

Wann die Idee zuerst schriftlich stand, geben die Quellen verschieden an.12 Das Memorandum trägt das Datum des 23. April 1963; die Internet Hall of Fame datiert die Anfänge auf 1962 und spricht von einer Reihe von Memos.12

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