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Memex: Vannevar Bush entwirft ein Gerät, das nie gebaut wird

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In der Juliausgabe 1945 des Atlantic Monthly beschreibt Vannevar Bush den Memex. Gemeint ist ein Möbel, in dem ein Mensch sein gesamtes Schrifttum ablegt und zwischen beliebigen Stellen dauerhafte Verbindungen anlegt. Gebaut wurde das Gerät nie; geblieben ist die Idee der Verbindung.

Im Juli 1945 erschien in der US-Zeitschrift The Atlantic Monthly der Aufsatz „As We May Think" von Vannevar Bush.12 Bush leitete während des Zweiten Weltkriegs das ;34 dort koordinierte er die Arbeit von etwa 6.000 Wissenschaftlern.13 Einen Tag nennt keine der Quellen — datiert ist die Ausgabe, nicht das Erscheinen.12

Bushs Ausgangspunkt ist kein technischer, sondern ein bibliothekarischer: Die Menge an Forschung wachse, der Zugang zu ihr aber nicht mit.1 Als Beispiel führt er Mendels Vererbungsgesetze an, die eine Generation lang verloren gewesen seien, weil die Veröffentlichung die wenigen nicht erreichte, die sie hätten aufgreifen können.1 Die Ursache sieht er in den Ordnungssystemen selbst: Verzeichnisse arbeiten alphabetisch oder numerisch, der Geist dagegen springt von einem Gegenstand zum nächsten — „The human mind does not work that way. It operates by association."1

Das Gerät, das er dagegensetzt, nennt er : „A memex is a device in which an individual stores all his books, records, and communications, and which is mechanized so that it may be consulted with exceeding speed and flexibility."1 Als Speicher dachte Bush an verkleinerten Mikrofilm; eine Bibliothek von einer Million Bänden ließe sich damit in ein Ende eines Schreibtischs packen.1 Der Kern ist aber nicht die Ablage, sondern das assoziative Verzeichnis: Zwei beliebige Dokumente lassen sich auf Tastendruck verbinden, und eine Folge solcher Verbindungen — ein „trail" — bleibt erhalten und kann später Stück für Stück abgefahren werden.1 Zwei Folgen sagt er voraus: Nachschlagewerke, die bereits mit einem Geflecht solcher Pfade ausgeliefert werden, und einen Beruf derer, die Pfade durch den gemeinsamen Bestand anlegen.1

Gebaut wurde der Memex nie; er blieb ein Entwurf auf Papier.2 Jakob Nielsen datiert die Konzeption auf 1932/33 und einen ersten Textentwurf auf 1939, veröffentlicht wurde sie erst 1945.2 Douglas Engelbart las den Aufsatz noch im selben Jahr auf den Philippinen, während er auf die Heimfahrt wartete.2 Engelbart und Ted Nelson entwickelten in den 1960er Jahren unabhängig voneinander -Systeme, die zur Grundlage des World Wide Web wurden;3 auch die Encyclopaedia Britannica führt den Memex als Vorläufer von Hypertext und Web.4

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