PISA 2022 misst den stärksten Leistungsabfall seit Beginn der Studie
Am 5. Dezember 2023 veröffentlichte die OECD die Ergebnisse von PISA 2022, der ersten Erhebung nach der Pandemie. Im OECD-Durchschnitt fielen die Leistungen in Mathematik um 15 und im Lesen um 10 Punkte; Deutschland erreichte in allen drei Bereichen seine niedrigsten Werte seit 2000.
Am 5. Dezember 2023 wurden die Ergebnisse der -Studie 2022 vorgestellt, der ersten Erhebung unter 15-Jährigen seit Beginn der Covid-19-Pandemie.2,3,1 Getestet wurden rund 690.000 Schülerinnen und Schüler aus 81 Staaten und Volkswirtschaften.3,4 Die Erhebung war ursprünglich für 2021 geplant und wurde wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben.3,5
Die OECD nennt die Ergebnisse beispiellos: Der Durchschnitt der OECD-Staaten fiel in Mathematik um 15 und im Lesen um 10 Punkte.1 In zwei Jahrzehnten hatte sich der Durchschnitt zwischen zwei Erhebungen nie um mehr als vier Punkte in Mathematik oder fünf Punkte im Lesen verändert.1 Das Bundesforschungsministerium beziffert den Rückgang im OECD-Durchschnitt gegenüber 2018 dagegen auf 17 Punkte in Mathematik und 11 im Lesen.3 Nach dem OECD-Bericht von 2018 lag der Durchschnitt damals bei 489 Punkten in Mathematik und 487 im Lesen.6 Mit den 472 und 476 Punkten von 2022 ergibt das genau die Rückgänge, die das Ministerium nennt.3,6 Singapur lag in allen drei Bereichen vor allen anderen Teilnehmern, mit 575 Punkten in Mathematik, 543 im Lesen und 561 in den Naturwissenschaften.1,4
Die Jugendlichen in Deutschland erreichten 475 Punkte in Mathematik, 480 im Lesen und 492 in den Naturwissenschaften.2,3 Gegenüber 2018 sind das 25, 18 und 11 Punkte weniger.3 Nach dem Statistischen Bundesamt ist das in allen drei Bereichen das niedrigste Niveau seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000.4 Über dem OECD-Durchschnitt lag Deutschland nur noch in den Naturwissenschaften, mit 492 zu 485 Punkten.2
Die OECD nennt Covid-19 einen naheliegenden Faktor, hält aber fest, dass die Leistungen im Lesen und in den Naturwissenschaften schon vor der Pandemie zu sinken begannen.1 Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien geht von einem negativen Effekt der Schulschließungen aus, findet in den internationalen Daten aber keinen systematischen Zusammenhang zwischen ihrer Dauer und den Rückgängen.2
Siehe auch
- Friedrich Wilhelm I. verordnet 1717 die Schulpflicht, doch sie gilt nur auf den königlichen Gütern 1717 Die Pflicht, zur Schule zu gehen, stand am Anfang; PISA fragt dreihundert Jahre später, was dabei herauskommt.
Hierher verwiesen
- Bildung auf einen Blick 2026 untersucht den Lehrkräftemangel 2026 PISA misst die Leistung selbst; dieser Bericht derselben Organisation stellt Kennzahlen nebeneinander.
- Der IQB-Bildungstrend 2024 misst bei Neuntklässlern Rückgänge in allen vier Fächern 2025 Zwei Jahre zuvor hatte PISA bei Fünfzehnjährigen denselben Abwärtstrend international gemessen.
- TIMSS 2023: Viertklässler in Deutschland halten das Niveau von vor der Pandemie 2024 Ein Jahr zuvor maß PISA bei 15-Jährigen den stärksten Abfall seit Beginn; TIMSS fand bei Viertklässlern keinen.
- Friedrich Wilhelm I. verordnet 1717 die Schulpflicht, doch sie gilt nur auf den königlichen Gütern 1717 Wie weit die Pflicht zur Schule trägt, misst PISA seit 2000; Deutschland fiel 2022 auf seinen tiefsten Stand.