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Blombos-Höhle: Ocker wird vor 100.000 Jahren in Schalen angerührt

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterUrgeschichte

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In der Blombos-Höhle in Südafrika rührten Menschen vor rund 100.000 Jahren ein flüssiges Gemisch aus Ocker in zwei Schalen von Seeohren an. Erhalten sind die Behälter, die Mahl- und Klopfsteine, Knochen und Holzkohle.

In der Blombos-Höhle in Südafrika legte ein Grabungsteam 2008 eine Werkstatt frei, in der vor rund 100.000 Jahren ein flüssiges, ockerreiches Gemisch hergestellt und in zwei Schalen von Seeohren aufbewahrt wurde.1 Die Höhle liegt an der Südküste des Kaps, 300 Kilometer östlich von Kapstadt.1 Zur Ausrüstung gehörten neben den Schalen , Knochen, Holzkohle, Mahlsteine und Klopfsteine.2 Die Sedimente, in denen die Schalen lagen, wurden mit optisch stimulierter Lumineszenz auf etwa 100.000 Jahre datiert.21 Geleitet wurden die Grabungen von dem Archäologen Christopher Henshilwood.3

Ockerstücke wurden mit Steinen aus Quarz, Quarzit und Silkret zerstoßen und mit erhitztem, zerkleinertem Säugetierknochen, Holzkohle, Steinsplittern und einer Flüssigkeit vermischt.2 Das Gemisch kam in die Schalen und wurde dort vorsichtig verrührt, vermutlich mit einem Knochen.2 Holzkohle ist in der umgebenden Schicht selten, was auf eine absichtliche Zugabe hindeutet.1 Den Ocker holten die Bewohner aus rund 20 Kilometern Entfernung.4

Henshilwood schloss aus dem Fund, dass die Menschen damals Grundkenntnisse der Chemie besaßen und langfristig planen konnten.23 Wofür das Gemisch diente, ist nicht bekannt; in Frage kommen Verzierung und Schutz der Haut.1 Nach Versuchen der nicht beteiligten Forscherin Lyn Wadley könnte es auch als Klebstoff gewirkt haben, die genaue Mischung aus Blombos hat sie dabei aber nicht erprobt.4 Andere Werkstätten und Behälter für Pigmente sind rund 60.000 Jahre alt, ältere Mahl- und Klopfsteine zur Verarbeitung von Ocker sind dagegen bekannt.1 Eine der beiden Ausrüstungen ist im Iziko South African Museum in Kapstadt ausgestellt.3

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