Rosenblatt stellt das Perceptron vor
Im Juli 1958 stellt die US-Marine ein Gerät vor, das aus Fehlern lernt. Elf Jahre später erscheint ein Buch, das ihm die Förderung nimmt — und dessen Wirkung bis heute verschieden beurteilt wird.
Im Juli 1958 stellte das U.S. Office of Naval Research eine Erfindung von Frank Rosenblatt öffentlich vor.2,7 Rosenblatt war Forschungspsychologe und Projektingenieur am Cornell Aeronautical Laboratory in Buffalo; die New York Times überschrieb ihren Bericht mit „New Navy Device Learns By Doing“.2,3 Simuliert hatte er das Verfahren schon 1957 auf einer IBM 704; als Gerät entstand es 1960 unter dem Namen Mark I .3
Das Gerät war ein einschichtiges neuronales Netz und lernte, indem es Fehler machte: Es sagte etwas voraus und passte sich an, wenn die Vorhersage falsch war.2 Es lernte, Buchstaben zu erkennen.1,3 Das Mark I steht heute in der Smithsonian Institution.3
1969 veröffentlichten Marvin Minsky und Seymour Papert das Buch „Perceptrons“, und was danach geschah, geben die Quellen verschieden wieder.2,3,4 Die Cornell Chronicle schreibt, das Buch habe Rosenblatts Arbeit angegriffen und ihr Schicksal im Wesentlichen besiegelt; die Begeisterung schwand, und die Bundesförderung für KI-Forschung trocknete aus.2 Wikipedia hält dagegen fest, dass die Ergebnisse des Buches den Arbeiten Rosenblatts gar nicht widersprachen — es sei weithin und fälschlich als Beweis grundsätzlicher Grenzen zitiert worden.3 Auch die Darstellung zum Buch führt seine Wirkung als offene Frage: Ihm werde häufig zugeschrieben, den Rückgang der Netzforschung in den 1970er und frühen 1980er Jahren ausgelöst zu haben; das Buch steht im Mittelpunkt einer langen Kontroverse.4 Zwei Darstellungen der Forschungsgeschichte lösen den Widerspruch auf, indem sie ihn trennen: Bewiesen war eine Grenze einschichtiger Netze; gewirkt hat die daran angeschlossene Vermutung über mehrschichtige Netze, die Minsky und Papert als intuitives Urteil auswiesen, und ihre Verbreitung als grundsätzliche Grenze.5,6
Rosenblatt erlebte die Rehabilitierung nicht.3 Er starb am 11. Juli 1971 bei einem Bootsunfall in der Chesapeake Bay, an seinem 43. Geburtstag.3 Ab den 1980er Jahren nahmen Forscher seine Arbeiten wieder auf.3 Heute gelten seine Grundsätze als eine Grundlage dessen, was seither entstanden ist.2
Siehe auch
- Aufstieg und Einbruch der Expertensysteme 1980 Dort steht die Abweichung darüber, ob es den ersten AI-Winter überhaupt gab.
- Rumelhart, Hinton und Williams machen Backpropagation bekannt 1986 Achtundzwanzig Jahre später löste ein Lernverfahren für mehrschichtige Netze genau diese Grenze.
Hierher verwiesen
- Aufstieg und Einbruch der Expertensysteme 1980 Der Eintrag, dem der bestrittene erste Winter zugeschrieben wird.
- McCulloch und Pitts beschreiben Neuronen 1943 als Logikbausteine 1943 Das nächste Netz aus künstlichen Neuronen im Bestand, und anders als das Modell von 1943 lernte es aus Fehlern.