Große Sphinx-Stele rühmt Amenophis II. als Bogenschützen
Eine Stele aus dem Tempel Amenophis' II. bei der Großen Sphinx von Gizeh berichtet, der König habe vom Streitwagen aus Pfeile durch Kupferscheiben geschossen. Er regierte im 15. Jahrhundert v. Chr.; ob der Schuss so möglich war, wird bezweifelt.
Amenophis II. war ein König der 18. Dynastie und ein Sohn Thutmosis' III.1,5 Seine Regierungszeit wird auf 1425 bis 1400 v. Chr.2 oder 1427 bis 1400 v. Chr. datiert.4 Er bestieg den Thron wohl mit etwa 18 Jahren und regierte mindestens 26 Jahre.1 Eine wichtige Stele aus seiner Regierungszeit wurde in seinem Tempel nordöstlich der Großen Sphinx von Gizeh gefunden.1 Diese Große Sphinx-Stele berichtet, der König habe vom Streitwagen aus Pfeile durch Zielscheiben aus Kupfer geschossen.3
In der Übersetzung von Miriam Lichtheim sind es vier Scheiben aus asiatischem Kupfer, eine Handbreit dick und zwanzig Ellen voneinander entfernt.3 Der König habe vier Pfeile zugleich in der Faust gehalten, und jeder sei hinten aus seiner Scheibe wieder ausgetreten.3 Die Stele nennt das eine Tat, die noch nie vollbracht und von der noch nie berichtet worden sei.3 Sie erzählt auch, er sei als junger Prinz gewarnt worden, große Tiere zu reiten, doch sein Vater habe ihm Pferde geschenkt und ihm die Ställe anvertraut.1 Mehrere Stelen und Tempelreliefs feiern seine Körperkraft; nach einer davon konnte niemand in seinem Heer seinen Bogen spannen.2 Der Schuss durch die Kupferscheiben steht in zahlreichen Inschriften, auch in Darstellungen in Theben, und auf Skarabäen, die in der Levante gefunden wurden.4
Sean Manning hält es für unmöglich, mit einem von Muskelkraft gespannten Bogen eine handbreit dicke Kupferplatte zu durchschießen.3 Er vermutet, der König habe übertrieben oder der Übersetzer „eine Handbreit breit“ mit „eine Handbreit dick“ verwechselt.3 Auch die Angabe, Amenophis habe ein Ruder von rund 30 Fuß Länge geführt und sechsmal so schnell gerudert wie andere Mannschaftsmitglieder, gilt als mögliche Übertreibung.4
Siehe auch
- Schulgi von Ur läuft laut Hymne an einem Tag nach Ur und zurück 2090 v. Chr. Schon ein König von Ur ließ seine Körperkraft in einem Text verewigen, mit einem Lauf statt eines Schusses.
- Stiersprung-Fresko aus Knossos zeigt einen umstrittenen Sprung 1450 v. Chr. Aus derselben Zeit stammt auf Kreta ein Bild, dessen Sprung über den Stier ebenfalls als kaum ausführbar gilt.
- Nero tritt 67 in Olympia an und wird trotz Sturz zum Sieger erklärt 67 Ein Herrscher, dem eine sportliche Leistung zugeschrieben wurde, die er so nicht erbracht hatte.
Hierher verwiesen
- Medinet Habu: Relief zeigt Ringkampf mit Schiedsrichter 1170 v. Chr. Ein König des Neuen Reiches, der sich selbst als Athlet zeigen ließ, nicht als Zuschauer.
- Schulgi von Ur läuft laut Hymne an einem Tag nach Ur und zurück 2090 v. Chr. Rund sechs Jahrhunderte später rühmt sich auch ein ägyptischer König auf einer Stele seiner Körperkraft.
- Djoser-Reliefs in Saqqara zeigen den König beim Heb-Sed-Lauf 2650 v. Chr. Ein späterer ägyptischer König ließ seine Körperkraft auf einer Stele rühmen.