Frankreichs Restitutionsgesetz von 2026 gilt für 1815 bis 1972
Mit dem Gesetz Nr. 2026-351 vom 9. Mai 2026 hat Frankreich erstmals einen allgemeinen Rahmen für die Rückgabe unrechtmäßig angeeigneter Kulturgüter. Es gilt für Gegenstände, die zwischen 1815 und 1972 fortgenommen wurden.
Am 9. Mai 2026 erhielt Frankreich mit dem Gesetz Nr. 2026-351 erstmals einen allgemeinen Rahmen für die Rückgabe unrechtmäßig angeeigneter Kulturgüter.3,4 Es gilt für Gegenstände, die zwischen 1815 und 1972 fortgenommen wurden.1,4 Das Parlament stimmte einstimmig zu.3,4 Die Nationalversammlung nahm den Entwurf im April an, der Senat hatte ihm schon im Januar zugestimmt.2 Endgültig bestätigte der Senat den Text am Donnerstag, dem 7. Mai.5
Bis dahin brauchte jede Rückgabe an einen Herkunftsstaat ein eigenes Gesetz.5 Zwei Gesetze von 2023 hatten schon Rückgaben von Raubgut aus antisemitischer Verfolgung und von menschlichen Überresten geregelt.4 Wie sie weicht das neue vom Grundsatz der öffentlicher Sammlungen ab, ohne ihn aufzuheben.4 Beschlossen wurde es fast ein Jahrzehnt, nachdem Präsident Emmanuel Macron die Rückgabe afrikanischen Kulturerbes zugesagt hatte.1,2
Den Antrag stellt ein Staat, der sich verpflichtet, die Gegenstände zu schützen und öffentlich zu zeigen; ein zweiseitiger wissenschaftlicher Ausschuss prüft ihn, und die Rückgabe ergeht per Dekret.1 Ausgenommen sind öffentliche Archive, die Fundanteile aus archäologischen Grabungen und von Streitkräften beschlagnahmte Gegenstände, die militärisch genutzt wurden.1,2,7 Auf Betreiben des Senats entsteht eine nationale wissenschaftliche Kommission, die jährlich berichtet.1
Umstritten war die Grenze von 1815: Abgeordnete wandten ein, sie schließe unter anderem die Beute der napoleonischen Armee aus.1 Ein Antrag des linken Abgeordneten Éric Coquerel, die Grenze zu streichen, scheiterte.1 Der Gesetzestext legt den Zeitraum auf den 20. November 1815 bis 23. April 1972 fest.3,6,7 The Art Newspaper nennt als Beginn den Juni 1815.1 Mehrere afrikanische Stimmen haben die Bedingungen des Gesetzes als postkolonialen Paternalismus bezeichnet.4
Siehe auch
- Frankreich gibt 2026 die Trommel Djidji Ayokwè an die Côte d'Ivoire zurück 2026 Die letzte Rückgabe, für die Frankreich noch ein eigenes Gesetz brauchte.
- Deutschland gibt 2022 die ersten Benin-Bronzen an Nigeria zurück 2022 Deutschland gab Raubgut aus der Kolonialzeit ohne ein solches Rahmengesetz zurück.
- Der Louvre öffnet am 10. August 1793 als Museum der Republik 1793 Die Beute aus Napoleons Feldzügen, die im Louvre landete, fällt nicht unter das Gesetz.
Hierher verwiesen
- Frankreich gibt 2026 die Trommel Djidji Ayokwè an die Côte d'Ivoire zurück 2026 Das Rahmengesetz, das bei der Übergabe angekündigt wurde; seither braucht nicht mehr jede Rückgabe ein eigenes Gesetz.