--- id: dondi-astrarium-1380 title: Dondis Astrarium zeigt Stunden und den Lauf von sieben Planeten date: '1380-01-01' datePrecision: century dateSources: - s1 - s2 - s4 summary: >- Giovanni Dondi baute im 14. Jahrhundert das Astrarium, eine Uhr, die neben der Zeit die sieben Planeten des Mittelalters anzeigte. Das Original ging verloren; nach seinem Traktat entstanden seit den 1960er-Jahren Nachbauten. themeId: theme-zeit-anzeigen seeAlso: - id: su-song-uhrturm-kaifeng-1092 note: >- Auch Su Songs Uhr zeigte Stunden und Himmel zugleich und ist nur durch die Beschreibung ihres Erbauers überliefert. - area: rechentechnik id: antikythera-mechanismus-100-v-chr note: >- Rund anderthalb Jahrtausende früher bildete ein Räderwerk schon einmal Himmelszyklen ab. verification: verified sources: - key: s1 title: Giovanni Dondi (Scientist of the Day) publisher: Linda Hall Library url: https://www.lindahall.org/about/news/scientist-of-the-day/giovanni-dondi/ accessedAt: '2026-10-10' - key: s2 title: Giovanni Dondi dall'Orologio publisher: Università degli Studi di Padova url: https://heritage.unipd.it/en/storia/giovanni-dondi-dallorologio/ accessedAt: '2026-10-10' - key: s3 title: Giovanni de' Dondi's astrarium – Working model publisher: Museo Galileo (Istituto e Museo di Storia della Scienza) url: https://brunelleschi.imss.fi.it/galileopalazzostrozzi/object/GiovanniDeDondisAstrariumWorkingModel.html accessedAt: '2026-10-10' - key: s4 title: Giovanni Dondi's astrarium publisher: >- Museo Nazionale della Scienza e della Tecnologia Leonardo da Vinci (Google Arts & Culture) url: https://artsandculture.google.com/story/0gURs225ZTyrJA accessedAt: '2026-10-10' disputed: - claim: Bauzeit des Astrariums positions: - value: 1348 bis 1364 source: s1 - value: um 1365 bis um 1381, in Pavia source: s2 resolution: >- Nach s4 galt zuerst 1348–1364; die Datierung wurde später mit neuen Argumenten um rund 20 Jahre verschoben. Gemeinsam tragen die Quellen nur das 14. Jahrhundert. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: wissenschaft)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-10' --- Giovanni Dondi baute eine astronomische Uhr, die er Astrarium nannte.[^s1] Entstanden ist sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.[^s4] Sie zeigte neben Uhrzeit und Datum die Stellung der sieben Himmelskörper, die damals als Planeten galten: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.[^s1] Ein einziges Gewicht trieb die Räderwerke an, die alle sieben bewegten.[^s3] Das Mailänder Museum beschreibt neun Zifferblätter, sieben oben für die Himmelskörper und unten eines für die Uhrzeit und eines zur Vorhersage von Mondfinsternissen.[^s4] In der Mitte drehte sich ein Kalenderrad einmal im Jahr und zeigte Wochentag, Heiligennamen, Sonntagsbuchstaben und Tageslänge.[^s4] Wann genau Dondi baute, ist umstritten: Zuerst wurde die Arbeit auf 1348 bis 1364 datiert, später mit neuen Argumenten um rund 20 Jahre auf 1365 bis 1380 verschoben.[^s4] Die Linda Hall Library nennt die frühe Datierung, Beginn 1348 und Fertigstellung 1364,[^s1] die Universität Padua lässt die Arbeit um 1365 in Pavia beginnen und um 1381 enden.[^s2] Das Astrarium kam in die Bibliothek der Visconti-Burg in Pavia; zuletzt erwähnt wird es 1529, als Karl V. nach Italien kam, und schon damals in schlechtem Zustand.[^s4] Vermutlich wurde es im 16. Jahrhundert zerstört.[^s2][^s4] Erhalten blieb Dondis Traktat, das alle Teile beschreibt, viele davon abbildet und den Zusammenbau erklärt.[^s1] Nach dieser Handschrift, dem Tractatus Astrarii, ließ sich das Gerät rekonstruieren.[^s4][^s3] Nachbauten entstanden erst seit den 1960er-Jahren, inzwischen mindestens acht.[^s1] Der Mailänder Uhrmacher Luigi Pippa baute 1961 bis 1963 einen für das Nationalmuseum für Wissenschaft und Technik in Mailand.[^s4] Ein weiterer, von A. Segonds, E. Poulle und J. P. Verdet, steht im Observatorium von Paris.[^s3] Einen dritten erhielt die Universität Padua 2003 als Schenkung; er steht im Palazzo Bo.[^s2] Ende der Datei: 4 Quellen.