--- id: babylonische-astronomische-tagebuecher-652-v-chr title: Babylons ältestes astronomisches Tagebuch stammt von 652 v. Chr. date: -0651-01-01 datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 summary: >- Aus dem Jahr 652 v. Chr. stammt das älteste bekannte astronomische Tagebuch Babylons. Rund 600 Jahre lang verzeichneten Schreiber darin Nacht für Nacht Mond, Planeten und Wetter, dazu am Monatsende Preise und den Pegel des Flusses. themeId: theme-himmel-aufschreiben wikidata: - id: Q751861 name: Astronomische Beobachtungstexte (Babylonien) seeAlso: - id: meton-zyklus-432-v-chr note: >- Zwei Jahrhunderte später machte Meton in Athen einen Zyklus bekannt, der Mondmonate und Sonnenjahre abgleicht. - id: ptolemaios-almagest-150 note: >- Ptolemaios stützte sich im Almagest auch auf babylonische Beobachtungen aus dem 8. bis 3. Jahrhundert v. Chr. - area: bauen id: ischtar-tor-babylon-575-v-chr note: >- Dieselbe Stadt, zur Zeit der Tagebücher: das Tor, das Nebukadnezar II. errichten ließ. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Earliest Datable Records of Aurora-like Phenomena in the Astronomical Diaries from Babylonia (Hayakawa u. a.) publisher: arXiv url: https://arxiv.org/pdf/1611.05197 accessedAt: '2026-10-13' - key: s2 title: >- Rezension zu Sachs/Hunger, Astronomical Diaries and Related Texts from Babylonia (Alexander Jones, Ancient Philosophy 12, 1992) publisher: New York University, Faculty Digital Archive url: https://archive.nyu.edu/bitstream/2451/60930/2/Jones%201992%20rev%20Sachs%20Hunger.pdf accessedAt: '2026-10-13' - key: s3 title: Astronomical Diaries publisher: Livius.org url: https://www.livius.org/articles/concept/astronomical-diaries/ accessedAt: '2026-10-13' - key: s4 title: '2. Regular Watching' publisher: 'CAENO (Feat of Clay)' url: https://caeno.org/index.php/contents-1/1-introduction/2-regular-watching accessedAt: '2026-10-13' disputed: - claim: Jahr des jüngsten bekannten Tagebuchs positions: - value: 61 v. Chr. source: s1 - value: etwa 50 v. Chr. source: s2 resolution: >- Die Rezension von 1992 bespricht nur den ersten Band der Ausgabe (652 bis 262 v. Chr.) und schätzt das Ende der Reihe; die übrigen drei Quellen nennen übereinstimmend 61 v. Chr. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: wissenschaft)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-13' --- Das älteste bekannte astronomische Tagebuch aus Babylon stammt aus dem Jahr 652 v. Chr.[^s1][^s2] Angegeben wird es auch als 652/651 v. Chr.[^s3] Vermutlich begann die regelmäßige Beobachtung des Himmels schon unter König Nabu-nasir, der von 747 bis 734 v. Chr. regierte.[^s3] Die Tagebücher sind akkadische Keilschrifttexte auf Tontafeln.[^s1] Geschrieben haben sie überwiegend Familien von Astronomen und Astrologen, die die Versammlung des Esangil unterhielt, des Tempels des Gottes Marduk in Babylon.[^s1] Die meisten Tafeln kamen im späten 19. Jahrhundert bei Grabungen in Babylon zutage und liegen heute im British Museum in London.[^s1][^s3] Für jede Nacht und jeden Tag hielten die Schreiber bestimmte Ereignisse am Himmel und schlechtes Wetter fest, bei Mond und Planeten etwa die erste und letzte Sichtbarkeit, Finsternisse und Stillstände.[^s2] Jeder Monat schließt mit den aktuellen Preisen einiger Waren, einer Übersicht über die Stellung der Planeten, dem Pegel des Flusses und oft mit Nachrichten aus der Stadt oder dem Reich.[^s2] Zu den Waren gehörten Gerste, Datteln, Senf, Sesam und Wolle, der Fluss ist der Euphrat.[^s3] Konnte ein Schreiber nicht beobachten, vermerkte er: „Ich habe nicht beobachtet.“[^s1][^s3] Form und Inhalt blieben über die rund 600 Jahre, die die erhaltenen Texte abdecken, weitgehend gleich.[^s2] Erhalten sind höchstens 5 bis 10 Prozent der ursprünglichen Reihe.[^s1] Überliefert sind mehr als 1.200 Fragmente.[^s2] Zeitlich sind sie sehr ungleich verteilt.[^s2] Die Ausgabe der Texte stammt von Abraham Sachs, vollendet und herausgegeben von Hermann Hunger; ihr erster Band mit den Tagebüchern von 652 bis 262 v. Chr. erschien 1988 in Wien.[^s2] Das jüngste bekannte Tagebuch datieren drei Quellen auf 61 v. Chr.,[^s1][^s3][^s4] eine Rezension von 1992 auf etwa 50 v. Chr.[^s2] Ende der Datei: 4 Quellen.