--- id: seekohle-verbot-london-1306 title: Edward I. verbietet um 1306/07 in London das Verbrennen von Seekohle date: '1306-01-01' datePrecision: year dateSources: - s2 - s4 summary: >- Um 1306/07 untersagten Proklamationen Edwards I., in London Seekohle zu verbrennen, wegen Rauch und Gestank. Die Quellen nennen verschiedene Jahre, und abgeschreckt hat das Verbot kaum jemanden. themeId: theme-luft-und-rauch seeAlso: - id: evelyn-sylva-1664 note: >- Drei Jahre vor „Sylva“ hatte Evelyn in „Fumifugium“ den Kohlenrauch Londons beklagt. - id: stromer-waldsaat-reichswald-1368 note: >- Auf dieselbe Holzknappheit, die London zur Seekohle trieb, antwortete Stromer mit der Waldsaat. - area: energie id: newcomen-dampfmaschine-1712 note: >- Die Kohle, deren Rauch London verbieten wollte, trieb vier Jahrhunderte später die erste Dampfmaschine im Bergbau an. verification: verified sources: - key: s1 title: How coal played a part in medieval air pollution publisher: Medievalists.net url: https://www.medievalists.net/2019/10/how-coal-played-a-part-in-medieval-air-pollution/ accessedAt: '2026-10-07' - key: s2 title: 'Old King Coal Part 1: Coal Fuel' publisher: The Chemical Engineer (IChemE) url: https://www.thechemicalengineer.com/features/old-king-coal-part-1-coal-fuel/ accessedAt: '2026-10-07' - key: s3 title: London's Historic "Pea-Soupers" publisher: U.S. Environmental Protection Agency (Archiv) url: https://www.epa.gov/archive/epa/aboutepa/londons-historic-pea-soupers.html accessedAt: '2026-10-07' - key: s4 title: Old King Coal (Stephen Basdeo) publisher: The Victorian Web url: https://victorianweb.org/science/environment/basdeo.html accessedAt: '2026-10-07' - key: s5 title: 15. A Lump of Coal (Ben Shread-Hewitt) publisher: Doing History in Public url: https://doinghistoryinpublic.org/2025/05/22/15-a-lump-of-coal/ accessedAt: '2026-10-07' - key: s6 title: The Old Smoke publisher: Gonville & Caius College, Library url: https://www.cai.cam.ac.uk/discover/library/featured-books/old-smoke accessedAt: '2026-10-07' - key: s7 title: 'Environmental History of Air Pollution and Protection' publisher: 'UNESCO-EOLSS (Stephen Mosley, Leeds Metropolitan University)' url: https://www.eolss.net/sample-chapters/C09/E6-156-15.pdf accessedAt: '2026-10-07' - key: s8 title: Attitudes and Responses Towards Air Pollution in Medieval England (Peter Brimblecombe) publisher: Journal of the Air Pollution Control Association (Taylor & Francis) url: https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/00022470.1976.10470341 accessedAt: '2026-10-15' disputed: - claim: Jahr des königlichen Verbots positions: - value: '1306' source: s4 - value: '1307' source: s1 - value: 1306 und 1307 (zwei Proklamationen) source: s2 - value: '1272' source: s3 - value: '1307' source: s7 - value: '1307' source: s8 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: umwelt)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-07' --- 1306 untersagte König Edward I. mit einer Proklamation, „sea coal“ zu verbrennen, weil ihr Rauch als Belästigung galt.[^s4] The Chemical Engineer nennt königliche Proklamationen aus den Jahren 1306 und 1307, die Seekohle in der City of London verboten.[^s2] Medievalists.net datiert die Proklamation Edwards I. auf 1307 und schreibt, sie habe Seekohle in Brennöfen verboten, wegen des Geruchs und der Folgen für die Gesundheit.[^s1] Ebenso datiert der Umwelthistoriker Stephen Mosley die Proklamation gegen Seekohle in den Brennöfen der Stadt auf 1307.[^s7] Doing History in Public zitiert aus einer Urkunde von 1307, der Rauch verbreite einen unerträglichen Gestank und schade der Gesundheit der Magnaten, Bürger und übrigen Bewohner.[^s5] Seekohle hieß so, weil sie als Ballast von Newcastle nach London verschifft wurde; in kleinen Mengen kam sie dort schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts an.[^s1][^s8] Bis ins 12. Jahrhundert verbrannten die meisten Londoner Holz, das knapp und teuer wurde, als die Stadt wuchs und die Wälder schrumpften.[^s3] Das Bevölkerungswachstum und die Abholzung in der Umgebung trieben die Londoner zur Seekohle, die billiger, aber schmutziger war.[^s5] Die Beschwerden kamen überwiegend von Adligen und Oberschicht.[^s1][^s8] Dieselbe Quelle hält es für möglich, dass der Rauch den Kalkbrennern gegenüber auch als Vorwand diente, ihre hohen Preise zu drücken.[^s1][^s8] Nach der EPA sollte, wer Seekohle verbrannte oder verkaufte, gefoltert oder hingerichtet werden, und schon der erste Ertappte sei getötet worden; sie datiert das Verbot allerdings auf 1272.[^s3] Doing History in Public schreibt vorsichtiger, offenbar sei mindestens ein Mensch dafür hingerichtet worden, die Durchsetzung aber meist schwach gewesen.[^s5] Peter Brimblecombe fand 1976 für die verbreitete Erzählung, 1306 sei ein Mann wegen Seekohle gehängt worden, keinen Beleg in den Quellen; die Rollen jenes Jahres verzeichnen keinen Fall von Luftverschmutzung, und die Jahreszahl gehe womöglich auf einen Textfehler in John Stows „Survey of London“ zurück.[^s8] The Chemical Engineer nennt die Wirkung der Proklamationen gering,[^s2] die EPA schreibt, das Verbot habe niemanden abgeschreckt.[^s3] Noch 1661 bat John Evelyn in seiner Schrift „Fumifugium“ König und Parlament, gegen das Kohlefeuer in London vorzugehen.[^s3] Die Bibliothek des Caius College in Cambridge nennt sie das erste englische Buch über Luftverschmutzung.[^s6] Ende der Datei: 8 Quellen.