--- id: letzter-auerochse-jaktorow-1627 title: Im Wald von Jaktorów stirbt 1627 die letzte bekannte Auerochsenkuh date: '1627-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 - s3 summary: >- 1627 starb im masowischen Wald von Jaktorów die letzte bekannte Auerochsenkuh. Die polnischen Könige behielten sich die Jagd vor und ließen die letzte Herde von Wildhütern bewachen und im Winter füttern. themeId: theme-hege-und-aussterben seeAlso: - id: yellowstone-nationalpark-1872 note: >- Der polnische Schutz galt dem Jagdwild des Königs, Yellowstone schützte eine Landschaft für Besucher. - id: kunming-montreal-biodiversitaet-2022 note: >- Was in Jaktorów ein König für eine einzige Art versuchte, verabreden dort die Staaten für die Artenvielfalt insgesamt. verification: verified sources: - key: s1 title: >- History of the aurochs (Bos taurus primigenius) in Poland (Mieczysław Rokosz, Animal Genetic Resources Information 16, 1995) publisher: Cambridge University Press url: https://www.cambridge.org/core/journals/animal-genetic-resources-resources-genetiques-animales-recursos-geneticos-animales/article/abs/history-of-the-aurochs-bos-taurus-primigenius-in-poland/73E5642DC0324EC98B52B34C57F9AE92 accessedAt: '2026-10-07' - key: s2 title: >- Polonik tygodnia: Róg myśliwski Zygmunta III Wazy ze zbiorów Livrustkammaren w Sztokholmie publisher: Instytut Polonika url: https://w.polonika.pl/polonik-tygodnia/130933648 accessedAt: '2026-10-07' - key: s3 title: The Ancient Aurochs (Academia 3 (31), 2011) publisher: Polska Akademia Nauk url: https://journals.pan.pl//Content/127525/PDF/4_ACADEMIA_EN_3_31_2011_Slomski_The_Ancient.pdf accessedAt: '2026-10-07' - key: s4 title: >- The last Bos primigenius survived in Bulgaria (Zlatozar Boev, Lynx n. s. 52, 2021) publisher: Národní muzeum, Prag url: https://publikace.nm.cz/file/c5b6e3c681cfa81c243270a66b88ba0a/31243/139_142_Boev.pdf accessedAt: '2026-10-07' - key: s5 title: Nasze Korzenie 2011, Bd. 1, S. 4–5 publisher: BazHum (Muzeum Historii Polski) url: https://bazhum.muzhp.pl/media/texts/none/2011-tom-1/nasze_korzenie-r2011-t1-s4-5.pdf accessedAt: '2026-10-07' disputed: - claim: Ende des Auerochsen in freier Wildbahn positions: - value: 1627, Wald von Jaktorów source: s1 - value: rund ein Jahrhundert später im zentralen Balkan source: s4 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: umwelt)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-07' --- 1627 starb im Wald von Jaktorów in Masowien die letzte bekannte Auerochsenkuh.[^s1][^s3] Nach Mieczysław Rokosz starb sie eines natürlichen Todes; die Jahreszahl stützt sich auf den Bericht einer königlichen Inspektion von 1630.[^s1] Nach einem Beitrag in „Academia“, der Zeitschrift der Polnischen Akademie der Wissenschaften, hatte die Kuh den letzten Stier um sieben Jahre überlebt.[^s3] Auch die Zeitschrift „Nasze Korzenie“ datiert den Tod der letzten Kuh auf 1627.[^s5] Das Recht, Auerochsen zu jagen, behielten sich die Piastenfürsten und später die polnischen Könige selbst gegenüber den mächtigsten Magnaten vor.[^s1] In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts lebten nach Polonika nur noch einige Dutzend Tiere im Wald von Jaktorów; im Dorf Kozłowice wurden Waldhüter angesiedelt, die allein die Auerochsen bewachen sollten.[^s2] Eine Verordnung von 1599 verpflichtete sie, die Tiere zu hüten, im Winter mit Heu aus Jaktorów zu füttern und ihre Zahl jedes Vierteljahr zu melden.[^s2] Nach Polonika gelten diese Maßnahmen heute als erstes Beispiel aktiven Naturschutzes, im Unterschied zum bloßen Verbot.[^s2] Trotz des königlichen Schutzes ging der Bestand im 15. und 16. Jahrhundert stark zurück.[^s2] Der „Academia“-Beitrag schreibt den besonderen Schutz der letzten Herde Sigismund I. dem Alten zu,[^s3] „Nasze Korzenie“ eine Verordnung Sigismunds III. Wasa mit strengen Schutzregeln.[^s5] Woran die letzten Tiere starben, bleibt offen: Polonika hält es für wahrscheinlich, dass die seit Jahrzehnten isolierte Herde einer Seuche des Hausrinds erlag.[^s2] Aus dem Horn eines der letzten polnischen Auerochsen, der 1620 im Wald von Jaktorów verendet war, entstand ein Jagdhorn.[^s2] 1655 brachten die Schweden es nach der Einnahme der Hauptstadt nach Stockholm in die Livrustkammaren.[^s2] Zlatozar Boev vom Nationalen Naturkundemuseum in Sofia schließt aus einem Hornzapfen-Fund, dass Auerochsen im zentralen Balkan etwa ein Jahrhundert länger überlebten als bis zu dem für Nordpolen bekannten Datum 1627.[^s4] Ende der Datei: 5 Quellen.