--- id: ilissos-gerbverbot-5-jh-v-chr title: Ilissos-Verbot hält Häute und Gerbabfälle aus dem Athener Fluss date: -0434-01-01 datePrecision: century dateSources: - s1 - s2 summary: >- Eine Athener Inschrift aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. verbietet, oberhalb des Heraklesheiligtums Häute im Ilissos einzuweichen und zu gerben. Sie gilt als eine der frühesten Vorschriften gegen Gewässerverschmutzung. themeId: theme-fluesse-und-abwasser seeAlso: - id: lysias-oelbaumstumpf-396-v-chr note: >- Wenige Jahrzehnte später verhandelt Athen vor Gericht einen Frevel an den heiligen Ölbäumen. - id: platon-kritias-bodenerosion-357-v-chr note: >- Platon beschreibt im folgenden Jahrhundert, wie Attika Wald und Boden verlor. - id: seekohle-verbot-london-1306 note: >- Auch in London richtet sich ein frühes Verbot gegen die Abfälle eines städtischen Gewerbes. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Roberta Fabiani: La concia delle pelli e le acque dell’Ilisso: osservazioni su un documento normativo a carattere religioso (IG I³ 257) publisher: ὅρμος – Ricerche di Storia Antica, Università di Palermo url: https://www.unipa.it/biblioteche/collezioni/progetti-editoriali/hormos/.content/documenti/14_Roberta_Fabiani_Hormos_10_2018.pdf accessedAt: '2026-10-15' - key: s2 title: 'IG I³ 257: Gesetz über den Schutz des Flusses Ilissos' publisher: Inscriptiones Graecae, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften url: https://telota.bbaw.de/ig/digitale-edition/inschrift/IG%20I%C2%B3%20257 accessedAt: '2026-10-15' - key: s3 title: IG I³ 257 publisher: PHI Greek Inscriptions (Packard Humanities Institute) url: https://epigraphy.packhum.org/text/267 accessedAt: '2026-10-19' - key: s4 title: >- Isabella Bossolino: Conciatori e ciabattini nell'Atene classica: un approccio topografico publisher: >- Dromoi. Studi sul mondo antico offerti a Emanuele Greco, Bd. 1, 2016, S. 265–280 (Academia.edu) url: https://www.academia.edu/33007629/Conciatori_e_ciabattini_nellAtene_classica_un_approccio_topografico accessedAt: '2026-10-24' disputed: - claim: Datierung der Inschrift positions: - value: 440–430 v. Chr. source: s2 - value: um 420 v. Chr. (Hiller von Gaertringen, Sokolowski) source: s1 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: umwelt)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-15' --- Eine Inschrift aus Athen verbietet, oberhalb des heiligen Bezirks des Herakles Häute im Fluss Ilissos einzuweichen.[^s1][^s2][^s3] Ebenso verboten waren das Gerben selbst und das Werfen von Abfällen in den Fluss.[^s1][^s2][^s3] Über die Einhaltung sollte der Archon Basileus wachen, und der Text sollte auf Steinstelen zu beiden Seiten des Flusses stehen.[^s1][^s3] Vor den Verboten ist nur das Ende eines Satzes mit dem Wort „Drachmen“ erhalten.[^s1] Die Inschrift trägt in den Inscriptiones Graecae die Nummer IG I³ 257.[^s1][^s3][^s4] Gefunden wurde der Stein in den 1920er Jahren am Osthang der Akropolis, wenige Meter südlich des Lysikratesmonuments.[^s1] Heute liegt das Bruchstück im Epigraphischen Museum in Athen.[^s1] Der Schrift nach gehört die Inschrift in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr.[^s1] Genauer datiert sie die digitale Edition der Inscriptiones Graecae auf 440 bis 430 v. Chr.,[^s2] Hiller von Gaertringen dagegen auf die Zeit um 420 v. Chr.[^s1] Die digitale Edition führt den Text als Gesetz über den Schutz des Flusses Ilissos.[^s2] Livio Rossetti deutete ihn 2002 als Beschluss mit ökologischem Anliegen.[^s1] Er hielt ihn für das älteste bekannte Beispiel von Vorschriften, die eine als zu gefährlich empfundene Verschmutzung aufhalten sollten.[^s1] Schon 1983 hatte Panessa ihn eines der ältesten Gesetze gegen industrielle Verschmutzung genannt.[^s1] Roberta Fabiani betont dagegen den religiösen Charakter: Auch die Verschmutzung des Wassers sei ein religiöses Problem gewesen, weil Flüsse als heilig galten.[^s1] Ende der Datei: 4 Quellen.