--- id: haram-von-medina-7-jh title: 'Haram von Medina: Muhammad verbietet dort Baumfällen und Jagd' date: '0622-01-01' datePrecision: century dateSources: - s2 - s4 summary: >- Im frühen 7. Jahrhundert erklärt Muhammad Medina zum Schutzbezirk: Zwischen den Lavafeldern dürfen keine Bäume gefällt und kein Wild getötet werden. Bei al-Naqīʿ richtet er einen ḥimā für die Reiterei ein. themeId: theme-schonung-durch-edikte seeAlso: - id: hadrian-waldinschriften-libanon-2-jh note: >- Auch dort reservierte ein Herrscher Bäume, allerdings für den eigenen Bedarf und nicht für die Gemeinschaft. - id: lex-luci-spoletina-3-jh-v-chr note: Ein älterer Schutz von Bäumen, der wie der ḥaram religiös begründet war. - id: new-forest-wilhelm-1079 note: >- Das Gegenstück: ein Gebiet, das der Herrscher für die eigene Jagd vorbehielt, wie die vorislamischen ḥimās. verification: verified sources: - key: s1 title: Muslim 1363a (Sahih Muslim, Kapitel über die Unverletzlichkeit Medinas) publisher: Ḥadīth Unlocked url: https://hadithunlocked.com/muslim:1363a accessedAt: '2026-10-20' - key: s2 title: A Tradition of Conservation publisher: Saudi Aramco World (Aramco Services Company) url: https://archive.aramcoworld.com/issue/200806/a.tradition.of.conservation.htm accessedAt: '2026-10-20' - key: s3 title: >- A History of the Himā Conservation System (Lutfallah Gari, Environment and History 12.2, 2006) publisher: The White Horse Press / Environment & Society Portal url: https://www.environmentandsociety.org/sites/default/files/key_docs/gari-12-2.pdf accessedAt: '2026-10-20' - key: s4 title: How Green Is Your Deen? Environmentalism in Islam publisher: Smithsonian Center for Folklife and Cultural Heritage url: https://festival.si.edu/blog/how-green-is-your-deen-environmentalism-islam accessedAt: '2026-10-20' disputed: - claim: Ausdehnung der Verbote um Medina positions: - value: das Gebiet zwischen den beiden Lavafeldern source: s1 - value: vier Meilen für die Jagd, zwölf Meilen für Pflanzen source: s3 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: umwelt)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-20' --- Im frühen 7. Jahrhundert, bald nachdem sich die Muslime in Medina niedergelassen hatten, ließ Muhammad die natürlichen Ressourcen der Umgebung erfassen und als ḥimā, als geschützten Ort, ausweisen.[^s2] Nach einer Überlieferung in der Sammlung Sahih Muslim erklärte er das Gebiet zwischen den beiden Lavafeldern Medinas für unverletzlich: Seine Bäume dürften nicht gefällt und sein Wild nicht getötet werden.[^s1][^s2] Mekka und Medina machte er zu zwei unverletzlichen Bezirken, ḥaram genannt.[^s3] Bei al-Naqīʿ nahe Medina richtete Muhammad außerdem einen ḥimā für seine Reiterei ein.[^s3][^s4] Den ḥimā gab es schon im vorislamischen Arabien, und er hatte wohl einen weltlichen Ursprung.[^s3] Mächtige Nomadenfürsten behielten sich damit die Weide- und Wasserrechte an ergiebigen Weiden vor, um ihre Herden vor den Folgen der Dürre zu schützen.[^s3] Nach dem Rechtsgelehrten al-Šāfiʿī, der 820 starb, sah die einfache Bevölkerung im vorislamischen ḥimā weithin ein Mittel der Unterdrückung.[^s3] Muhammad machte aus dem privaten Gebiet ein öffentliches Gut, an dem jedes Mitglied der Gemeinschaft Anteil hatte.[^s2] Ein bekannter Ausspruch lautet, niemand außer Gott und seinem Gesandten dürfe einen Ort zum ḥimā erklären.[^s2][^s3] Die Kalifen nach ihm richteten weitere ḥimās ein, für die Reiterei, für die als Almosen bestimmten Kamele und für das Vieh der Armen.[^s3] Unter dem Kalifen ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb, der von 634 bis 644 regierte, ertappte Saʿd ibn Abī Waqqāṣ einen Sklaven beim Fällen von Bäumen im ḥimā, schlug ihn und nahm ihm die Axt ab.[^s3] Die Einrichtung bestand bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fort[^s3] und ging im Lauf dieses Jahrhunderts zurück.[^s4] Wie weit die Verbote um Medina reichten, beschreiben die Quellen verschieden: Die Überlieferung nennt das Gebiet zwischen den beiden Lavafeldern,[^s1] der Historiker Lutfallah Gari einen Umkreis von vier Meilen für die Jagd und von zwölf Meilen für das Zerstören von Pflanzen.[^s3] Ende der Datei: 4 Quellen.