--- id: ashoka-fuenftes-saeulenedikt-242-v-chr title: Ashokas fünftes Säulenedikt verbietet das Töten vieler Tierarten date: -0241-01-01 datePrecision: century dateSources: - s2 - s3 - s4 summary: >- Im fünften Säulenedikt ließ der Maurya-König Ashoka eine Liste von Tieren verkünden, die nicht getötet werden durften. Das Edikt verbietet auch, Wälder ohne Grund abzubrennen, und legt Schonfristen fest. themeId: theme-schonung-durch-edikte seeAlso: - id: letzter-auerochse-jaktorow-1627 note: >- Auch dort stellte ein Herrscher Tiere per Erlass unter Schutz, für den Auerochsen kam er zu spät. - id: kunming-montreal-biodiversitaet-2022 note: >- Statt eines Königs mit einer Artenliste verabreden dort Staaten Ziele für die Artenvielfalt insgesamt. verification: verified sources: - key: s1 title: Edicts of Ashoka – Pillar Edict V publisher: Puratattva url: https://www.puratattva.in/the-mauryas-20/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s2 title: >- The Edicts of King Asoka (Ven. S. Dhammika, The Wheel Publication No. 386/387) publisher: Access to Insight url: https://www.accesstoinsight.org/lib/authors/dhammika/wheel386.html accessedAt: '2026-10-09' - key: s3 title: Asoka (Radhakumud Mookerji, 1928) publisher: Rare Book Society of India url: https://www.rarebooksocietyofindia.org/book_archive/196174216674_10152492557606675.pdf accessedAt: '2026-10-09' - key: s4 title: Ashoka the Great publisher: World History Encyclopedia url: https://www.worldhistory.org/Ashoka_the_Great/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s5 title: >- What Hindutva historians could learn from James Prinsep, the Englishman who decoded Ashokan edicts publisher: Scroll.in url: https://scroll.in/article/902167/what-hindutva-historians-could-learn-from-james-prinsep-the-englishman-who-decoded-ashokan-edicts accessedAt: '2026-10-09' disputed: - claim: Beginn von Ashokas Herrschaft positions: - value: Regierung 268 bis 232 v. Chr. source: s4 - value: Krönung 270 v. Chr. source: s3 provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: umwelt)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-09' --- Im fünften seiner Säulenedikte ließ der indische König Ashoka verkünden, dass verschiedene Tiere unter Schutz stehen.[^s2] Nach dem Wortlaut geschah das sechsundzwanzig Jahre nach seiner Weihe; genannt werden unter anderem Papageien, Mainas, Rostgänse, Wildenten, Fledermäuse und Ameisenköniginnen.[^s2] Die Übersetzung von V. A. Smith nennt dieselben Arten zum Teil anders, etwa Stare statt Mainas und Schildkrötenweibchen statt Wasserschildkröten.[^s1] Der Historiker Radhakumud Mookerji datiert das Edikt auf etwa 242 v. Chr.; dazu kamen nach seiner Darstellung alle vierfüßigen Tiere, die weder genutzt noch gegessen werden.[^s3] Das Edikt regelt mehr als eine Artenliste.[^s2] Wälder durften weder ohne Grund noch zum Töten von Lebewesen abgebrannt werden, und ein Tier durfte nicht an ein anderes verfüttert werden.[^s2] Wie streng das gemeint war, hängt an der Übersetzung: Dhammika schreibt „without reason“, Smith „wantonly or for the destruction of life“.[^s1] An bestimmten Fast- und Feiertagen waren Fische geschützt und durften nicht verkauft werden.[^s2] Trächtige oder säugende Ziegen, Schafe und Säue standen ebenso unter Schutz wie Jungtiere unter sechs Monaten.[^s2] Die Angaben zu Ashokas Herrschaft gehen auseinander: Die World History Encyclopedia nennt die Jahre 268 bis 232 v. Chr.[^s4] Mookerji setzt seine Krönung auf 270 v. Chr. und ordnet die Säulenedikte dem 27. und 28. Regierungsjahr zu, also 243 bis 242 v. Chr.[^s3] Das Edikt selbst nennt kein Jahr nach heutiger Zählung, nur die Zahl der Jahre seit der Weihe.[^s1] Die Säulen mit den Edikten standen unter anderem in Topra und Meerut; beide ließ Sultan Firuz Tughlaq 1356 nach Delhi bringen.[^s3] Im Jahr 1837 entzifferte James Prinsep eine Inschrift auf einer großen Steinsäule in Delhi.[^s2] Die Inschriften sind in der Brahmi-Schrift geschrieben, ihre Sprache ist ein Prakrit.[^s5] Ende der Datei: 5 Quellen.