--- id: ende-antike-olympische-spiele-393 title: Die antiken Olympischen Spiele enden – 393 oder erst Jahrzehnte später date: '0393-01-01' summary: >- Nach der üblichen Datierung endeten die antiken Olympischen Spiele 393, als Theodosius I. heidnische Kulte verbot. Die Forschung zweifelt daran: Kein Edikt nennt die Spiele, und vieles spricht für ein Ende im 5. Jahrhundert. themeId: theme-olympia-der-antike verification: verified sources: - key: s1 title: The end of the Ancient Games publisher: International Olympic Committee url: https://www.olympics.com/ioc/ioc-overview/ioc-history/ancient-olympics/the-end-of-the-ancient-games accessedAt: '2026-09-29' - key: s2 title: The end of the Olympic games publisher: KU Leuven, Ancient Olympics url: http://ancientolympics.arts.kuleuven.be/eng/TB008aEN.html accessedAt: '2026-09-29' - key: s3 title: >- Mythbusting Ancient Rome: did Christians ban the ancient Olympics? (Caillan Davenport, Shushma Malik) publisher: The Conversation url: https://theconversation.com/mythbusting-ancient-rome-did-christians-ban-the-ancient-olympics-92023 accessedAt: '2026-09-29' - key: s4 title: OLYMPIE – Pélopion, Léonidaion et Bouleutérion – 1994 publisher: École française d’Athènes, Chronique des fouilles en ligne url: https://chronique.efa.gr/?id=16183&r=report accessedAt: '2026-09-29' - key: s5 title: Olympic Games publisher: Encyclopaedia Britannica url: https://www.britannica.com/sports/Olympic-Games accessedAt: '2026-09-29' - key: s6 title: Boycotts, Bribes and Fines (David Gilman Romano, Expedition 27/2) publisher: Penn Museum url: https://www.penn.museum/sites/expedition/boycotts-bribes-and-fines/ accessedAt: '2026-09-29' - key: s7 title: >- Review: Sofie Remijsen, The End of Greek Athletics in Late Antiquity publisher: Bryn Mawr Classical Review url: https://bmcr.brynmawr.edu/2016/2016.04.11/ accessedAt: '2026-10-08' disputed: - claim: Ende der Olympischen Spiele in Olympia positions: - value: 393 n. Chr., Verbot durch Theodosius I. source: s1 - value: in den 420er- oder 430er-Jahren source: s2 - value: im 5. Jahrhundert unter Theodosius II., ohne Edikt source: s3 - value: unter Theodosius II. (408–450); 393 unbegründet source: s7 resolution: >- 393 ist die überlieferte Datierung ohne Beleg: Die Bryn Mawr Classical Review (s7), KU Leuven (s2) und The Conversation (s3) setzen das Ende unter Theodosius II. an. Ob s7 und s2 unabhängig voneinander sind, ist nicht geprüft. provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: sport)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-29' datePrecision: year dateSources: - s1 - s6 seeAlso: - area: religion id: mailaender-vereinbarung-313 note: >- Achtzig Jahre zuvor ließen Konstantin und Licinius jeden Kult zu; Theodosius verbot die heidnischen. --- Nach der üblichen Datierung endeten die antiken Olympischen Spiele 393 n. Chr., als der christliche Kaiser Theodosius I. heidnische Kulte verbot.[^s1][^s6] Die Spiele wurden damals seit mehr als tausend Jahren in Olympia zu Ehren des Zeus gefeiert.[^s1] Als erster Sieger ist für 776 v. Chr. Koroibos von Elis überliefert, ein Koch, der den Stadionlauf gewann.[^s5] Nach dem Penn Museum könnten die Spiele aber schon im 10. oder 9. Jahrhundert v. Chr. begonnen haben.[^s6] Diese Datierung ist umstritten, schon weil die beiden byzantinischen Autoren, die das Ende Jahrhunderte später unter einem Kaiser Theodosius ansetzen, nicht denselben meinen.[^s2] Neben 393 wird deshalb 426 unter Theodosius II. genannt.[^s2] Theodosius I. erließ 391 und 392 zwar Edikte gegen heidnische Opfer, doch keines davon erwähnt die Olympischen Spiele.[^s3] Eine in Olympia gefundene Bronzetafel mit Siegernamen reicht bis zur 291. Olympiade im Jahr 385 n. Chr.[^s4] Die Forscher der KU Leuven halten beide Jahreszahlen für nicht überzeugend, weil die Quellen kein kaiserliches Verbot nennen, sondern nur, wann die Spiele endeten.[^s2] Sie sehen die Ursachen in Wirtschaft und Denkweise: Die Städte, die Spiele ausrichteten, hatten immer weniger eigene Einnahmen.[^s2] Das Ende setzen sie in die 420er- oder 430er-Jahre, als die Zeus-Statue des Phidias nach Konstantinopel gebracht wurde.[^s2] Auch die Historiker Caillan Davenport und Shushma Malik datieren das Ende ins 5. Jahrhundert unter Theodosius II. und führen es auf veränderte wirtschaftliche Verhältnisse zurück, nicht auf ein Edikt.[^s3] Nach der Bryn Mawr Classical Review zeigt Sofie Remijsen, dass sich die übliche Datierung auf 393 nicht stützen lässt; sie setzt das Ende in die Regierungszeit Theodosius' II. von 408 bis 450.[^s7] Die örtlichen Olympien von Antiochia in Syrien fanden noch bis 520 statt.[^s2] Ende der Datei: 7 Quellen.