--- id: zweites-konzil-von-nicaea-787 title: Das Zweite Konzil von Nicäa erlaubt 787 die Verehrung von Bildern date: '0787-09-24' datePrecision: day dateSources: - s1 - s2 summary: >- Am 24. September 787 trat in Nicäa das Konzil zusammen, das die Verehrung von Bildern wieder zuließ und die Anbetung allein Gott vorbehielt. Im Frankenreich ließ Karl der Große es verurteilen; der byzantinische Bilderstreit endete erst 843. themeId: theme-ost-und-west seeAlso: - id: bann-gegen-kerularios-1054 note: >- Der Streit um die Bilder ist eine frühe Station auf dem Weg, an dessen Ende Rom und Konstantinopel einander bannten. - area: politik id: vertrag-von-verdun-843 note: Im Jahr des Endes des Bilderstreits wird das Reich Karls geteilt, dessen Synode Nicäa verwarf. verification: verified sources: - key: s1 title: Second Council of Nicaea (Catholic Encyclopedia, 1911) publisher: New Advent url: https://www.newadvent.org/cathen/11045a.htm accessedAt: '2026-10-04' - key: s2 title: Nicaea II, Council of (New Catholic Encyclopedia) publisher: Encyclopedia.com / Gale url: https://www.encyclopedia.com/religion/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/nicaea-ii-council accessedAt: '2026-10-04' - key: s3 title: Iconoclastic Controversy publisher: EBSCO Research Starters url: https://www.ebsco.com/research-starters/history/iconoclastic-controversy/ accessedAt: '2026-10-04' - key: s4 title: History of the Christian Church, Bd. 4, §11 (Philip Schaff) publisher: Christian Classics Ethereal Library url: https://ccel.org/ccel/schaff/hcc4/hcc4.i.x.xi.html accessedAt: '2026-10-08' disputed: - claim: Zahl der teilnehmenden Bischöfe positions: - value: mindestens 308 Bischöfe oder Vertreter laut den Akten source: s1 - value: '350' source: s2 - value: rund 350 Teilnehmer, 308 Unterschriften unter den Akten source: s4 resolution: >- Die Zahlen messen Verschiedenes: Schaff (s4) nennt rund 350 teilnehmende Bischöfe und vermerkt, dass die Akten von 308 Bischöfen und Vertretern unterzeichnet sind; die antiken Angaben schwanken zwischen 330 und 367. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: religion)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-04' --- Am 24. September 787 trat in der Hagia-Sophia-Kirche von Nicäa ein Konzil zusammen, das als siebtes ökumenisches gezählt wird und das letzte ist, das die Ostkirche anerkennt.[^s1][^s2] Einberufen hatte es Kaiserin Irene, die seit 780 für ihren minderjährigen Sohn Konstantin VI. regierte und die Bilderverehrung im ganzen Reich wiederherstellen wollte.[^s2] Ein erster Versuch war am 1. August 786 in der Apostelkirche von Konstantinopel gescheitert, als Teile der kaiserlichen Garde in die Kirche eindrangen.[^s2] Den Vorsitz führte Patriarch Tarasios, nicht die beiden Gesandten des Papstes; diese unterschrieben aber alle Dokumente als Erste.[^s2] Die achte und letzte Sitzung fand am 23. Oktober im Magnaura-Palast in Konstantinopel statt, in Gegenwart der Kaiserin und ihres Sohnes.[^s1] Den Beginn des Bilderstreits setzt EBSCO ins Jahr 726, als Kaiser Leo III. ein Christusbild entfernen ließ und die Verehrung von Bildern verbot.[^s3] Kaiser Konstantin V. ließ die Bilder 754 auf einem Konzil, an dem kein östlicher Patriarch und kein päpstlicher Gesandter teilnahm, als Werk des Teufels verurteilen.[^s3] Der Glaubensentscheid von Nicäa wurde am 13. Oktober verlesen.[^s1] Er erlaubte die Verehrung von Bildern als relativen Kult, abgegrenzt von der Anbetung, die allein Gott zusteht.[^s2] EBSCO fasst das mit den griechischen Begriffen: Christen durften Bildern Verehrung (proskynesis) erweisen, sie aber nicht anbeten (latreia).[^s3] Wie viele Bischöfe teilnahmen, ist uneinheitlich überliefert: Die erhaltenen Akten nennen nach der Catholic Encyclopedia mindestens 308 Bischöfe oder deren Vertreter, antike Geschichtsschreiber zwischen 330 und 367;[^s1] die New Catholic Encyclopedia spricht von 350 entsandten Bischöfen.[^s2] Philip Schaff nennt rund 350 teilnehmende Bischöfe und hält fest, dass 308 Bischöfe und Vertreter die Akten unterzeichneten.[^s4] Im Westen stieß das Konzil auf Widerspruch, auch weil seine Akten in einer Übersetzung mit schweren Fehlern nach Rom gelangt waren.[^s2] Karl der Große ließ mit den Libri Carolini eine Widerlegung verfassen, und eine Synode in Frankfurt verurteilte das Konzil in Gegenwart päpstlicher Gesandter.[^s2] Nach EBSCO griff Karl dort 794 die Beschlüsse von 787 als götzendienerisch an.[^s3] In Byzanz verurteilte Kaiser Leo V. die Bilder 815 erneut; erst am 11. März 843 stellte Kaiserin Theodora sie wieder her, woran das Fest der Orthodoxie am ersten Sonntag der Fastenzeit bis heute erinnert.[^s3] Ende der Datei: 4 Quellen.