--- id: luther-95-thesen-1517 title: Luther schickt 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablass an den Erzbischof date: '1517-10-31' summary: >- Am 31. Oktober 1517 schrieb Martin Luther an Erzbischof Albrecht von Mainz und legte 95 Thesen gegen den Ablasshandel bei. Ob er sie am selben Tag auch an die Wittenberger Schlosskirche schlug, ist seit 1961 umstritten. themeId: theme-reformation verification: verified sources: - key: s1 title: Ninety-five Theses publisher: Encyclopaedia Britannica url: https://www.britannica.com/event/Ninety-five-Theses accessedAt: '2026-09-29' - key: s3 title: 'Schlaglicht 1517: der sogenannte Thesenanschlag' publisher: Bundeszentrale für politische Bildung (Axel Gotthard) url: https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/reformation/234689/schlaglicht-1517-der-sogenannte-thesenanschlag/ accessedAt: '2026-09-29' - key: s4 title: An den Türen der Wittenberger Kirchen publisher: Luther2017 – Portal zum Reformationsjubiläum url: https://www.luther2017.de/martin-luther/geschichte-geschichten/an-den-tueren-der-wittenberger-kirchen/index.html accessedAt: '2026-09-29' - key: s5 title: 'Luthers Thesenanschlag: Eine Hammer-Geschichte' publisher: Spektrum der Wissenschaft url: https://www.spektrum.de/news/hammer-geschichte-gab-es-den-thesenanschlag-wirklich/1507163 accessedAt: '2026-09-29' - key: s6 title: 'Luthers Thesenanschlag: Alles nur ein Mythos?' publisher: religion.ORF.at url: https://religion.orf.at/v3/stories/2805145/ accessedAt: '2026-09-29' - key: s7 title: Luthers Thesenanschlag. Tatsache oder Legende? publisher: >- Institut für Ökumenische Studien, Universität Freiburg (Schweiz) – Erwin Iserloh, Werke Bd. 2 url: https://www.unifr.ch/iso/de/assets/public/files/Dokumentation/Erwin%20Iserloh/Werke/Band2/4_luthers_thesenanschlag.pdf accessedAt: '2026-09-29' - key: s8 title: 50 Jahre Historikerstreit um Luthers Thesenanschlag publisher: DOMRADIO.DE (Karsten Packeiser) url: https://www.domradio.de/artikel/50-jahre-historikerstreit-um-luthers-thesenanschlag accessedAt: '2026-09-29' disputed: - claim: Jahr, in dem Erwin Iserloh den Thesenanschlag in Zweifel zog positions: - value: '1961' source: s4 - value: 1962 (Aufsatz) source: s3 resolution: >- Kein Widerspruch: Iserloh trug 1961 an der Universität Mainz vor, gedruckt wurde der Text 1962 in Wiesbaden (s7). provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: religion)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-29' datePrecision: day dateSources: - s3 - s5 seeAlso: - area: konflikte id: augsburger-religionsfriede-1555 note: >- Die Spaltung, die mit den Thesen begann, wurde 1555 reichsrechtlich festgeschrieben. - area: medien id: mainzer-psalter-1457 note: >- Sechzig Jahre nach den ersten Mainzer Drucken verbreiteten Druckereien die Thesen ohne Luthers Zutun. --- Am 31. Oktober 1517 wandte sich Martin Luther an seine kirchlichen Vorgesetzten, um auf Missstände bei der Werbung für den Ablass hinzuweisen.[^s3] Seinem Brief an Erzbischof Albrecht von Mainz und Magdeburg legte er ein Blatt mit 95 Thesen bei.[^s5] Der Brief ist erhalten und liegt heute im Reichsarchiv in Stockholm; das beigelegte Thesenblatt fehlt.[^s5][^s6] Albrecht war für den Ablass zugunsten der Peterskirche zuständig, für den Johann Tetzel mit überzogenen Versprechungen warb.[^s6][^s1] Der Überlieferung nach schlug Luther die Thesen am selben Tag an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg.[^s1] Der katholische Lutherforscher Erwin Iserloh wies im November 1961 in einem Vortrag an der Mainzer Universität darauf hin, dass Luther selbst nirgends von einem solchen Anschlag spricht.[^s4][^s8] Gedruckt erschien der Vortrag 1962.[^s7][^s3] Den Anschlag bezeugte zuerst Philipp Melanchthon in einer Vorrede, die er nach Luthers Tod schrieb.[^s3][^s6] Melanchthon war erst im August 1518 nach Wittenberg gekommen und also kein Augenzeuge.[^s5] In der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena fand sich eine Notiz von Luthers Weggefährten Georg Rörer.[^s5] Danach wurden die Thesen am Vorabend von Allerheiligen 1517 an die Türen der Wittenberger Kirchen angeschlagen.[^s4] Der Autor der Bundeszentrale, Axel Gotthard, hält den Anschlag dennoch für „sehr wahrscheinlich Legendenbildung“.[^s3] Die Thesen wurden ohne Luthers Wissen an mehreren Orten des Reiches gedruckt.[^s3] Frühe Drucke aus dem Jahr 1517 stammen aus Leipzig, Nürnberg und Basel, nicht aus Wittenberg.[^s5] Ende der Datei: 7 Quellen.