--- id: ashoka-felsenedikt-xii-260-v-chr title: Ashoka-Edikt XII verlangt Achtung vor allen Glaubensrichtungen date: -0259-01-01 datePrecision: century dateSources: - s2 - s5 summary: >- Im 3. Jahrhundert v. Chr. ließ der indische König Ashoka in Fels schreiben, er ehre alle Glaubensgemeinschaften. Niemand solle ohne Grund die eigene loben oder die fremde herabsetzen. themeId: theme-herrscher-und-glaubensvielfalt wikidata: - id: Q4805795 name: Major Rock Edicts seeAlso: - id: mailaender-vereinbarung-313 note: >- Rund fünfeinhalb Jahrhunderte später ließen auch römische Kaiser jedem die Wahl des Kultes. - id: edikt-von-thessaloniki-380 note: >- Das Gegenstück: Ein Herrscher schreibt einen Glauben vor und belegt die übrigen mit dem Makel der Häresie. verification: verified sources: - key: s1 title: Edicts of Ashoka – Rock Edict XII publisher: >- Puratattva (Saurabh Saxena), mit Übersetzungen von V. A. Smith und D. R. Bhandarkar url: https://www.puratattva.in/the-mauryas-re-xii/ accessedAt: '2026-10-10' - key: s2 title: The Edicts of King Asoka (S. Dhammika, Buddhist Publication Society 1993) publisher: Buddhist Publication Society, gehostet bei Access to Insight url: https://accesstoinsight.org/lib/authors/dhammika/wheel386.html accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: Ashoka publisher: Presses de l’Inalco, OpenEdition Books url: https://books.openedition.org/pressesinalco/25962 accessedAt: '2026-10-10' - key: s4 title: The Edicts of Ashoka the Great publisher: World History Encyclopedia url: https://www.worldhistory.org/Edicts_of_Ashoka/ accessedAt: '2026-10-10' - key: s5 title: 'Ashoka’s Kandahar Edicts: An Emperor’s Message To The World' publisher: Live History India (Janhavi Patgaonkar) url: https://www.livehistoryindia.com/story/eras/ashoka-s-kandahar-edicts-an-emperor-s-message-to-the-world accessedAt: '2026-10-10' disputed: - claim: Jahr des Kalinga-Krieges positions: - value: 262 v. Chr. source: s2 - value: um 261 v. Chr. source: s5 - value: um 260 v. Chr. source: s4 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: religion)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-10' --- Die Edikte des Königs Ashoka finden sich an mehr als dreißig Orten in Indien, Nepal, Pakistan und Afghanistan.[^s2] Im zwölften seiner großen Felsenedikte erklärt der König, er ehre die Asketen wie die Haushälter aller Glaubensgemeinschaften mit Gaben und Ehrungen.[^s1][^s2] Wichtiger als Gaben sei ihm aber, dass das Wesentliche aller Religionen wachse.[^s2] Die Wurzel dafür liege in der Zurückhaltung beim Reden: Niemand solle ohne Grund die eigene Glaubensrichtung loben oder die fremde herabsetzen.[^s1][^s2] Wer so handle, stärke die eigene Gemeinschaft und erweise zugleich den anderen einen Dienst.[^s1] Ashoka regierte etwa von 269 bis 232 v. Chr.[^s5] und starb im achtunddreißigsten Jahr seiner Herrschaft.[^s2] Die Inschriften zählen die Jahre seit seiner Weihe, die offenbar vier Jahre nach der Machtübernahme lag, und reichen vom achten bis zum siebenundzwanzigsten Jahr.[^s3] Nach den inneren Zeitangaben entstanden zuerst die kleinen Felsedikte, dann die großen und danach die großen Säulenedikte.[^s3] Acht Jahre nach seiner Weihe führte Ashoka Krieg gegen das Königreich Kalinga im Osten Indiens.[^s3] Das Jahr des Krieges geben die Quellen mit 262 v. Chr.,[^s2] etwa 261[^s5] und etwa 260 v. Chr. an.[^s4] Danach sagte sich Ashoka von der Gewalt los und wandte sich dem Buddhismus zu.[^s4] Was er unter Dhamma verstand, ist in der Forschung umstritten: eine buddhistische Laienethik, eine Art allgemeiner Religion oder eine eigene Schöpfung des Königs.[^s3] Die meisten Edikte sind in Brahmi-Schrift geschrieben;[^s4] in Mansehra und Shahbazgarhi im heutigen Pakistan stehen die großen Felsenedikte auf Prakrit in Kharoshthi-Schrift.[^s3] In Kandahar in Afghanistan fand sich eine griechische Fassung, die Teile der Edikte XII und XIII enthält.[^s5] Keine fünfzig Jahre nach Ashokas Tod zerfiel sein Reich, die Edikte gerieten in Vergessenheit, und die Brahmi-Schrift konnte niemand mehr lesen.[^s4] An ihrer Entzifferung arbeiteten mehrere Gelehrte; den entscheidenden Schritt tat James Prinsep 1837.[^s3][^s2] Ende der Datei: 5 Quellen.