--- id: salamis-rechenbrett-350-v-chr title: Rechentafel von Salamis gilt als ältestes erhaltenes Rechengerät date: -0349-01-01 datePrecision: century dateSources: - s2 - s3 summary: >- Eine 1846 auf Salamis gefundene Marmortafel aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. gilt als ältestes erhaltenes Rechengerät. Ob sie als Rechenbrett oder als Spieltafel diente, ist seit ihrem Fund umstritten. themeId: theme-rechnen-mit-brett-und-ziffer seeAlso: - id: antikythera-mechanismus-100-v-chr note: >- Das zweite antike Rechengerät im Bestand rechnet nicht mit gelegten Steinen, sondern mit Zahnrädern. - id: liber-abaci-fibonacci-1202 note: >- Fibonacci stellte dem Rechnen auf dem Abakus das schriftliche Rechnen mit indischen Ziffern entgegen. - id: napier-rabdologiae-1617 note: >- Auch Napiers Stäbchen sind ein Hilfsmittel, mit dem die Hand rechnet, nicht die Maschine. verification: verified sources: - key: s1 title: >- A History of Greek Mathematics, Vol. 1: From Thales to Euclid (Thomas L. Heath, 1921), S. 50 f. publisher: Technische Informationsbibliothek (TIB), Digitalisat url: https://goobi.tib.eu/viewer/fulltext/1004477643/71/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s2 title: 'Salamis tablet, marble (Revolution: The Versatile, Venerable Abacus)' publisher: Computer History Museum url: https://www.computerhistory.org/revolution/calculators/1/1/128 accessedAt: '2026-10-09' - key: s3 title: The Greek abacus publisher: Kotsanas Museum of Ancient Greek Technology url: https://kotsanas.com/exhibits/computing-mechanisms/the-greek-abacus/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s4 title: Salamis Tablet (History of Mathematics Project) publisher: MoMath und Wolfram Research url: https://www.wolframcloud.com/obj/history-of-mathematics/production/artifacts/salamis-tablet accessedAt: '2026-10-09' - key: s5 title: The Salamis Tablet, the Earliest Surviving Counting Board publisher: HistoryofInformation.com (Jeremy Norman) url: https://www.historyofinformation.com/detail.php?id=1360 accessedAt: '2026-10-09' - key: s6 title: >- Rezension von D. Stephenson, Ancient Computers (Duncan J. Melville, Aestimatio 9, 2012) publisher: >- Institute for Research in Classical Philosophy and Science (IRCPS) url: https://ircps.org/wp-content/uploads/2021/04/2012-24_Melville.pdf accessedAt: '2026-10-09' disputed: - claim: Datierung der Tafel positions: - value: 4. Jahrhundert v. Chr. source: s2 - value: um 300 v. Chr. source: s4 resolution: >- Beide Angaben liegen nahe beieinander; keine der gelesenen Quellen begründet ihre Datierung. - claim: Verwendung der Tafel positions: - value: Rechenbrett (table abacus) source: s2 - value: >- Tisch eines Bankiers oder Zähltafel für ein Spiel, die Meinung ist geteilt source: s1 resolution: >- Die Frage ist offen. Melville nennt 2012 beide Deutungen nebeneinander, als Rechenbrett und als Spielbrett; Heath hielt die Meinung schon 1921 für geteilt. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: rechentechnik)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-09' --- Die Marmortafel von Salamis gilt als ältestes erhaltenes Rechengerät.[^s2][^s4] Sie wurde 1846 auf der griechischen Insel Salamis gefunden und liegt heute im Epigraphischen Museum in Athen.[^s3][^s4] Entdeckt und kurz darauf beschrieben hat sie Rangabé.[^s1] Die Tafel ist rund eineinhalb Meter lang und 75 Zentimeter breit.[^s1][^s5] Das Computer History Museum und das Kotsanas-Museum datieren die Tafel ins 4. Jahrhundert v. Chr.[^s2][^s3] Das Mathematikprojekt von MoMath und Wolfram sowie die Sammlung HistoryofInformation setzen sie um 300 v. Chr. an.[^s4][^s5] Auf der Tafel stehen fünf Gruppen von Markierungen, dazu an drei Rändern Zahlzeichen in griechischer akrophonischer Schreibweise.[^s4] Nach Heath stehen die Zeichen für Geldbeträge in Drachmen, eine Reihe reicht bis zum Talent, also 6000 Drachmen.[^s1] Die Zwischenräume zwischen den kürzeren Linien galten nach Heath als Felder für Bruchteile der Drachme.[^s1] Gerechnet wurde, indem man Steine auf die Tafel legte und während der Rechnung verschob.[^s4] Heath zufolge war die Meinung von Anfang an geteilt, ob sie als Tisch eines Bankiers oder Geldwechslers diente oder als Zähltafel für ein Spiel wie Tricktrack.[^s1] Dass mit ihr gerechnet wurde, hielt er für sicher; zumindest zeige sie, wie ein Abakus aussah.[^s1] Auch eine Rezension von 2012 nennt beide Deutungen nebeneinander, als Rechenbrett und als Spielbrett.[^s6] Auch HistoryofInformation lässt offen, ob sie ein Rechen- oder ein Spielbrett war.[^s5] Rechenbretter gelten dort als ältestes bekanntes Rechenhilfsmittel nach den Fingern und als Vorläufer des Abakus.[^s5] Ende der Datei: 6 Quellen.