--- id: liber-abaci-fibonacci-1202 title: 'Liber Abaci: Leonardo von Pisa erklärt 1202 die indischen Ziffern' date: '1202-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s3 summary: >- Leonardo von Pisa, genannt Fibonacci, beschrieb 1202 im Liber abaci die indisch-arabischen Ziffern und das Rechnen mit ihnen. Wie stark das Buch in Italien wirkte, beurteilen die Quellen unterschiedlich. themeId: theme-rechnen-mit-brett-und-ziffer seeAlso: - area: geld id: pacioli-summa-1494 note: Pacioli stützte sich in seiner Summa auf Leonardo und nennt ihn oft. - id: salamis-rechenbrett-350-v-chr note: >- Das älteste erhaltene Rechenbrett zeigt, wie vor den indischen Ziffern mit gelegten Steinen gerechnet wurde. - id: napier-rabdologiae-1617 note: >- Napiers Stäbchen erleichtern vier Jahrhunderte später das Multiplizieren mit denselben Ziffern. verification: verified sources: - key: s1 title: Leonardo Pisano Fibonacci publisher: MacTutor History of Mathematics, University of St Andrews url: https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Fibonacci/ accessedAt: '2026-10-09' - key: s2 title: >- Fibonacci, Leonardo, or Leonardo of Pisa (Dictionary of Scientific Biography) publisher: Encyclopedia.com url: https://www.encyclopedia.com/science/dictionaries-thesauruses-pictures-and-press-releases/fibonacci-leonardo-or-leonardo-pisa accessedAt: '2026-10-09' - key: s3 title: Fibonacci, Leonardo (Jens Høyrup, Preprint) publisher: Roskilde Universitet url: https://rucforsk.ruc.dk/ws/files/45133181/Hoyrup_2013_e_Fibonacci_Leonardo_S.PDF accessedAt: '2026-10-09' disputed: - claim: Einfluss auf die italienischen Rechenmeister positions: - value: Leonardo wurde zum Lehrer der Rechenmeister source: s2 - value: >- Einfluss wahrscheinlich überschätzt; die Abakusschulen folgten volkssprachlicher Praxis source: s3 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: rechentechnik)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-09' --- Leonardo von Pisa, genannt Fibonacci, schrieb 1202 den Liber abaci.[^s1][^s3] Nach MacTutor führte das Buch das indisch-arabische Stellenwertsystem und die arabischen Ziffern in Europa ein.[^s1] Høyrup schränkt das ein: Bekannt waren die Ziffern im christlichen Europa schon seit den lateinischen Übersetzungen des zwölften Jahrhunderts.[^s3] Der Titel meint kein Rechengerät, sondern das praktische Rechnen überhaupt.[^s2][^s3] Das Rechnen mit den Ziffern lernte Leonardo als Kind in Bugia, dem heutigen Bejaia.[^s1][^s3] Im Vorwort nennt er seinen Vater einen öffentlichen Notar im Zoll, der dort die Kaufleute aus Pisa vertrat.[^s1] Nach dem Dictionary of Scientific Biography leitete der Vater um 1192 die pisanische Handelsniederlassung in Bugia.[^s2] Das Buch beginnt mit den indisch-arabischen Ziffern und den Rechenverfahren mit ihnen.[^s3] Dazu kommen Aufgaben für Kaufleute, etwa zu Warenpreisen, Gewinn, Tausch, Zinsen und Mischungen.[^s2] Auch die Aufgabe mit den Kaninchen, aus der die Fibonacci-Folge hervorging, steht im Liber abaci.[^s1][^s2] Die erste Fassung von 1202 ist nach Høyrup verloren.[^s3] Von einer zweiten Fassung aus dem Jahr 1228 gibt es rund ein Dutzend Abschriften, nach dem Dictionary of Scientific Biography zwölf; vollständig sind davon nur drei der Abschriften aus dem dreizehnten und frühen vierzehnten Jahrhundert.[^s2][^s3] Nach dem Dictionary of Scientific Biography wurde Leonardo zum Lehrer der Rechenmeister und Landvermesser; das lasse sich aus der Summa von Luca Pacioli ablesen.[^s2] Direkten Einfluss hatten nach derselben Quelle aber nur die Teile, die die indisch-arabischen Ziffern und Rechenverfahren einführten.[^s2] Høyrup hält seinen Einfluss in Italien dagegen für wahrscheinlich überschätzt: Die Abakusschulen, die im späteren 13. Jahrhundert entstanden, stützten sich vor allem auf dieselbe volkssprachliche Praxis, die schon Fibonacci zitierte.[^s3] Auch MacTutor nennt seinen Einfluss begrenzter als erhofft, abgesehen von der Verbreitung der Ziffern und der Aufgabe mit den Kaninchen.[^s1] Ende der Datei: 3 Quellen.