--- id: nuernberger-gesetze-1935 title: 'Nürnberger Gesetze: Juden verlieren 1935 die politischen Rechte' date: '1935-09-15' datePrecision: day dateSources: - s1 - s3 - s4 summary: >- Am 15. September 1935 verabschiedete der Reichstag in Nürnberg das Reichsbürgergesetz und das „Blutschutzgesetz“. Juden verloren die politischen Rechte, Ehen mit Nichtjuden wurden verboten. themeId: theme-entrechtung wikidata: - id: Q27906 name: Nürnberger Gesetze seeAlso: - id: berufsbeamtengesetz-1933 note: >- 1933 galten für jüdische Beamte noch Ausnahmen; das Reichsbürgergesetz schickte alle in den Ruhestand. - id: novemberpogrome-1938 note: >- Drei Jahre nach der gesetzlichen Entrechtung folgte die offene Gewalt im ganzen Reich. - id: judenstern-polizeiverordnung-1941 note: >- Die Kennzeichnungspflicht galt für Juden im Sinne der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz. verification: verified sources: - key: s1 title: Die Nürnberger Gesetze publisher: Deutsches Historisches Museum (LeMO) url: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/nuernberger-gesetze-1935 accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: >- Reichsbürgergesetz (15. September 1935) und erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz (14. November 1935) publisher: >- German History in Documents and Images (Deutsches Historisches Institut Washington) url: https://germanhistorydocs.org/de/deutschland-nationalsozialismus-1933-1945/reichsbuergergesetz-15-september-1935-und-erste-verordnung-zum-reichsbuergergesetz-14-november-1935.pdf accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: Nuremberg Laws publisher: United States Holocaust Memorial Museum url: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/nuremberg-laws accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: >- „Blutschutzgesetz“ und Justiz. Entstehung und Anwendung des Nürnberger Gesetzes vom 15. September 1935 (APuZ 48/1985) publisher: Bundeszentrale für politische Bildung url: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/533601/blutschutzgesetz-und-justiz-entstehung-und-anwendung-des-nuernberger-gesetzes-vom-15-september-1935/ accessedAt: '2026-10-14' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Die Entrechtung der Juden)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- Am 15. September 1935 verabschiedete der Reichstag, in dem nur noch Abgeordnete der NSDAP saßen, zwei Gesetze: das Reichsbürgergesetz und das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“.[^s1][^s3] Hitler hatte den Reichstag dazu zu einer Sondersitzung auf den jährlichen Parteitag der NSDAP nach Nürnberg einberufen.[^s3] Ursprünglich sollte der Reichstag dort nur ein Reichsflaggengesetz verabschieden;[^s4] die Referenten des Reichsinnenministeriums wurden erst am Vortag der Sitzung nach Nürnberg gerufen, um einen Entwurf zu formulieren.[^s4] Das Reichsbürgergesetz behielt die Reichsbürgerschaft Staatsangehörigen „deutschen oder artverwandten Blutes“ vor.[^s2] Nur Reichsbürger sollten die vollen politischen Rechte tragen; Juden blieben Staatsangehörige ohne politische Rechte.[^s2][^s1] Das zweite Gesetz verbot Ehen zwischen Juden und nichtjüdischen Deutschen und stellte auch Beziehungen außerhalb der Ehe unter Strafe.[^s3][^s1] Bestraft werden sollte dabei nur der Mann, auch der nichtjüdische, der mit einer Jüdin verkehrte.[^s4] Juden durften außerdem keine nichtjüdischen Dienstmädchen unter 45 Jahren mehr beschäftigen und die Hakenkreuzfahne nicht hissen.[^s1][^s2] Auf eine verbotene Eheschließung stand Zuchthaus, auf Verstöße gegen das Beschäftigungs- oder Flaggenverbot Gefängnis bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.[^s4] Wer als Jude galt, legte erst die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 fest.[^s3][^s2] Jude war danach, wer von mindestens drei jüdischen Großeltern abstammte.[^s2][^s1] Juden hatten kein Stimmrecht in politischen Angelegenheiten und durften kein öffentliches Amt bekleiden; jüdische Beamte traten mit Ablauf des 31. Dezember 1935 in den Ruhestand.[^s2] Wer im Weltkrieg an der Front gekämpft hatte, erhielt bis zur Altersgrenze die vollen zuletzt bezogenen Dienstbezüge als Ruhegehalt.[^s2] In den folgenden Monaten drängte das Regime Juden auf dieser Grundlage aus Berufen, Erwerbszweigen und Ausbildungen, für die die Reichsbürgerschaft Voraussetzung war.[^s2] Tausende Menschen wurden wegen „Rassenschande“ verurteilt oder verschwanden in Konzentrationslagern.[^s3] Ende der Datei: 4 Quellen.