--- id: judenstern-polizeiverordnung-1941 title: 'Judenstern: Polizeiverordnung kennzeichnet Juden ab 1941' date: '1941-09-01' datePrecision: day dateSources: - s1 - s4 - s5 summary: >- Mit der Polizeiverordnung vom 1. September 1941 mussten Juden im Deutschen Reich ab sechs Jahren einen gelben Stern tragen. Wenige Wochen nach ihrem Inkrafttreten begannen die Deportationen aus Berlin. themeId: theme-entrechtung wikidata: - id: Q329429 name: Judenstern seeAlso: - id: nuernberger-gesetze-1935 note: >- Wer den Stern tragen musste, bestimmte die Definition aus der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz. - id: novemberpogrome-1938 note: >- Nach dem Pogrom verließen viele Juden das Reich; mit dem Ausreiseverbot vom Oktober 1941 war dieser Weg verschlossen. - id: berufsbeamtengesetz-1933 note: >- Die Entrechtung, die mit dem Ausschluss aus dem Staatsdienst begonnen hatte, endete in der öffentlichen Kennzeichnung. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden. Vom 1. September 1941 (RGBl. 1941 I S. 547) publisher: Dokumentenarchiv zum Nationalsozialismus, Universität Bern url: https://www.servat.unibe.ch/dns/RGBl_1941_I_547_PVO_Kennzeichnung_Juden.html accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: >- September 1941: Einführung der Kennzeichnungspflicht für Juden im Deutschen Reich publisher: Deutsches Historisches Museum (LeMO) url: https://www.dhm.de/lemo/rueckblick/september-1941-einfuehrung-der-kennzeichnungspflicht-fuer-juden-im-deutschen-reich accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: Gelber Stern publisher: Deutsches Historisches Museum (LeMO) url: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/voelkermord/gelber-stern accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: 'Kennzeichen für Juden: Während der NS-Zeit' publisher: United States Holocaust Memorial Museum url: https://encyclopedia.ushmm.org/content/de/article/jewish-badge-during-the-nazi-era accessedAt: '2026-10-14' - key: s5 title: Der „Judenstern“ publisher: Bundeszentrale für politische Bildung url: https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/geteilte-geschichte/342565/der-judenstern/ accessedAt: '2026-10-14' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Die Entrechtung der Juden)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- Am 1. September 1941 erließ Reinhard Heydrich die „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“.[^s1][^s4] Juden, die das sechste Lebensjahr vollendet hatten, durften sich danach in der Öffentlichkeit nicht mehr ohne einen „Judenstern“ zeigen.[^s1] Der Stern war handtellergroß, aus gelbem Stoff, schwarz umrandet und trug die Aufschrift „Jude“; er war sichtbar auf der linken Brustseite fest aufzunähen.[^s1] In Kraft trat die Verordnung am 19. September 1941 und betraf rund 200.000 Juden, die noch im Deutschen Reich lebten.[^s5][^s3] Die Verordnung verbot Juden außerdem, ihre Wohngemeinde ohne schriftliche Erlaubnis der Ortspolizeibehörde zu verlassen.[^s1] Ausgenommen waren unter anderem jüdische Ehepartner in einer Mischehe, aus der Kinder hervorgegangen waren, die nicht als Juden galten.[^s1] Verstöße wurden mit Geldstrafe bis zu 153 Reichsmark oder Haft bis zu sechs Wochen bestraft.[^s1] Mit seiner Zustimmung zum „Judenstern“ hatte Hitler bis in den August 1941 gewartet.[^s2] Im besetzten Polen war eine Kennzeichnung schon kurz nach dem Überfall schrittweise eingeführt worden.[^s5] Erstmals angeordnet wurde sie dort am 29. Oktober 1939 in der Stadt Włocławek.[^s4] Im Generalgouvernement ordnete Hans Frank am 23. November 1939 an, dass alle Juden über zehn Jahren einen blauen Stern auf einer weißen Armbinde tragen mussten.[^s4] Am 23. Oktober 1941 verhängte das Reichssicherheitshauptamt ein generelles Ausreiseverbot für Juden;[^s2] der erste Deportationszug hatte Berlin schon am 18. Oktober verlassen.[^s2] Ab dem 13. März 1942 wurden auch Wohnungen, in denen Juden lebten, mit einem Davidstern gekennzeichnet.[^s3] Das United States Holocaust Memorial Museum sieht in der Kennzeichnung bereits eine Vorbereitung der Deportationen in Ghettos und Vernichtungslager.[^s4] Ende der Datei: 5 Quellen.