--- id: goldene-bulle-1356 title: Die Goldene Bulle legt fest, wer den König wählt date: '1356-01-01' datePrecision: month dateSources: - s1 - s3 summary: >- Auf zwei Hoftagen in Nürnberg und Metz lässt Kaiser Karl IV. 1356 ein Gesetzeswerk verkünden, das die Königswahl regelt: Sieben Kurfürsten wählen, eine Mehrheit genügt, der Papst wirkt nicht mit. Es gilt bis 1806. themeId: theme-koenig-unter-dem-recht verification: verified sources: - key: s1 title: Goldene Bulle, 1356 (Bernd-Ulrich Hergemöller) publisher: Historisches Lexikon Bayerns url: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Goldene_Bulle,_1356 accessedAt: '2026-09-26' - key: s2 title: Goldene Bulle publisher: Deutsche UNESCO-Kommission url: https://www.unesco.de/staette/goldene-bulle/ accessedAt: '2026-09-26' - key: s3 title: Die Goldene Bulle – Übersetzung der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. publisher: >- Monumenta Germaniae Historica / Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften url: https://goldene-bulle.bbaw.de/ accessedAt: '2026-09-26' - key: s4 title: Diet of Metz (1356/57) publisher: Wikipedia url: https://en.wikipedia.org/wiki/Diet_of_Metz_(1356/57) accessedAt: '2026-09-26' disputed: - claim: Jahr der Hoftage von Nürnberg und Metz positions: - value: Nürnberg 1355/1356, Metz 1356/1357 source: s1 - value: beide 1356 (Januar und Weihnachtstag) source: s3 resolution: >- Kein Widerspruch: Die Hoftage reichten über den Jahreswechsel, der Metzer vom 17. November 1356 bis zum 7. Januar 1357 (s4). Verkündet wurden die beiden Teile im Januar und am 25. Dezember 1356 (s3, s4). Das Lexikon datiert die Hoftage, UNESCO-Kommission und MGH die Verkündung. provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-26' seeAlso: - id: magna-carta-1215 note: >- Dort binden die Barone den König an eine Urkunde, hier binden die Kurfürsten schon seine Wahl. - id: nihil-novi-1505 note: >- Auch in Polen legt ein Adelsgremium schriftlich fest, was der König nicht allein entscheidet. - area: konflikte id: ewiger-landfriede-1495 note: Ein späteres Reichsgesetz für dasselbe Reich, diesmal gegen die Fehde. --- Kaiser Karl IV. ließ im Januar 1356 auf einem Hoftag in Nürnberg und am Weihnachtstag desselben Jahres in Metz ein umfassendes Gesetzeswerk verkünden.[^s3] Die ersten 23 Kapitel wurden in Nürnberg erlassen, die Kapitel 24 bis 31 in Metz.[^s2] Ihren Namen erhielt die Sammlung von den goldenen Siegeln, die sechs der sieben Ausfertigungen trugen.[^s1] Die Goldene Bulle regelte die Königswahl, legte Zahl und Rechte der Kurfürsten fest und schloss päpstliche Mitwirkungsansprüche endgültig aus.[^s1] Wahlberechtigt waren sieben Kurfürsten, alle aus dem Hochadel.[^s2] Die Wahl musste nicht mehr einstimmig ausfallen, eine Mehrheit genügte.[^s2] Für dieses Prinzip griff die Bulle auf das Kirchenrecht zurück.[^s1] Frankfurt bestimmte sie zum Ort der Wahl, Aachen zum Ort der Krönung, und den ersten Hoftag hatte der neu gewählte König in Nürnberg zu halten.[^s1] Die Goldene Bulle blieb bis zum Ende des Alten Reichs 1806 in Geltung.[^s1][^s2] Alle sieben Originale sind erhalten.[^s2] 2013 wurden die sieben Ausfertigungen in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.[^s3] Das Historische Lexikon Bayerns datiert die Hoftage auf 1355/1356 und 1356/1357,[^s1] die Deutsche UNESCO-Kommission und die Monumenta Germaniae Historica setzen beide Teile in das Jahr 1356.[^s2][^s3] Das widerspricht sich nicht: Die Hoftage reichten über den Jahreswechsel, der Metzer dauerte vom 17. November 1356 bis zum 7. Januar 1357.[^s4] Verkündet wurden die beiden Teile im Januar und am 25. Dezember 1356;[^s3][^s4] das Historische Lexikon Bayerns nennt für den Nürnberger Teil eine Beschlussvorlage vom 10. Januar.[^s1] Ende der Datei: 4 Quellen.