--- id: berufsbeamtengesetz-1933 title: 'Berufsbeamtengesetz: Jüdische Beamte müssen 1933 in den Ruhestand' date: '1933-04-07' datePrecision: day dateSources: - s1 - s2 summary: >- Am 7. April 1933 verabschiedete die Reichsregierung das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Sein „Arierparagraph“ schickte Beamte „nicht arischer Abstammung“ in den Ruhestand; Ausnahmen galten vorerst für Frontkämpfer. themeId: theme-entrechtung wikidata: - id: Q457260 name: Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums seeAlso: - id: reichstagsbrand-1933 note: >- Sechs Wochen zuvor hatte die Reichstagsbrandverordnung die Grundrechte außer Kraft gesetzt. - id: nuernberger-gesetze-1935 note: >- Das Reichsbürgergesetz schickte 1935 auch die jüdischen Beamten in den Ruhestand, die hier noch ausgenommen waren. - id: judenstern-polizeiverordnung-1941 note: >- Acht Jahre später stand am Ende der Entrechtung die öffentliche Kennzeichnung. verification: verified sources: - key: s1 title: Der „Arierparagraph“ publisher: Deutsches Historisches Museum (LeMO) url: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung/arierparagraph accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: Law for the Restoration of the Professional Civil Service publisher: United States Holocaust Memorial Museum url: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/law-for-the-restoration-of-the-professional-civil-service accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: Law for the Restoration of the Professional Civil Service, April 7, 1933 publisher: >- German History in Documents and Images (Deutsches Historisches Institut Washington) url: https://germanhistorydocs.org/en/nazi-germany-1933-1945/law-for-the-restoration-of-the-professional-civil-service-april-7-1933 accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: '7. April 1933: Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums' publisher: Bundesarchiv url: https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/online-entdecken/geschichtsgalerien/7-april-1933-gesetz-zur-wiederherstellung-des-berufsbeamtentums/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s5 title: Ariernachweis publisher: Deutsches Historisches Museum (LeMO) url: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/ariernachweis accessedAt: '2026-10-14' - key: s6 title: „Fegt alle hinweg, die die Zeichen der Zeit nicht verstehen wollen“ publisher: zm – Zahnärztliche Mitteilungen url: https://www.zm-online.de/artikel/2023/zm-2023-11/fegt-alle-hinweg-die-die-zeichen-der-zeit-nicht-verstehen-wollen accessedAt: '2026-10-14' - key: s7 title: Jüdische Richter und Staatsanwälte in Sachsen publisher: Sächsisches Staatsministerium der Justiz (Ralf Oberndörfer, 2008) url: https://www.justiz.sachsen.de/smj/download/Broschuere-Endfassung.pdf accessedAt: '2026-10-15' disputed: - claim: Ende der Ausnahmen für Frontkämpfer und Altbeamte positions: - value: nach dem Tod Hindenburgs im August 1934 source: s2 - value: mit den Nürnberger Gesetzen im September 1935 source: s1 resolution: >- Endgültig entfielen die Ausnahmen mit der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom November 1935, die alle jüdischen Beamten zum 31. Dezember 1935 in den Ruhestand versetzte (s7); das stützt s1. Für August 1934 (s2) fand sich keine zweite Quelle. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Die Entrechtung der Juden)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- Am 7. April 1933, zwei Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, verabschiedete die Reichsregierung das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“.[^s1][^s2] Paragraph 3, der sogenannte „Arierparagraph“, sah vor, Beamte „nicht arischer Abstammung“ in den Ruhestand zu versetzen;[^s4] Ehrenbeamte waren aus dem Amt zu entfernen.[^s3] Ein weiterer Paragraph erlaubte, Beamte zu entlassen, deren bisherige politische Tätigkeit keine Gewähr für ihren unbedingten Einsatz für den nationalen Staat bot.[^s2] So wurden politisch Unerwünschte, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, und Menschen jüdischer Abstammung schrittweise aus dem Staatsdienst entfernt.[^s4] Ausgenommen waren Beamte, die schon am 1. August 1914 im Dienst gestanden, im Weltkrieg an der Front gekämpft oder einen Vater oder Sohn im Krieg verloren hatten.[^s3][^s1] Auf diesen Ausnahmen hatte Reichspräsident Paul von Hindenburg bestanden.[^s2] Als „nichtarisch“ galt, wer einen jüdischen Eltern- oder Großelternteil hatte.[^s1] Wann die Ausnahmen endeten, geben die Quellen unterschiedlich an: nach dem Tod Hindenburgs im August 1934[^s2] oder mit den Nürnberger Gesetzen im September 1935.[^s1] Endgültig versetzte die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom November 1935 alle jüdischen Beamten mit Ablauf des 31. Dezember 1935 in den Ruhestand.[^s7] Im preußischen Justizressort wurden von 6.560 Richtern, Staatsanwälten und Beamten 420 entfernt, 128 von ihnen als Juden und 100 als politisch unzuverlässig.[^s2] Die große Mehrheit der Beamten behielt ihre Stelle.[^s2] Im Frühjahr 1933 trafen weitere Verordnungen und Gesetze auch Ärzte und Rechtsanwälte.[^s5] Jüdische Ärzte an Kliniken, Hochschulen und in Gesundheitsämtern fielen bereits unter das Gesetz selbst.[^s6] Durchführungsverordnungen, Änderungsgesetze und 1935 die Nürnberger Gesetze weiteten die Diskriminierung von den öffentlichen Ämtern auf alle aus, die das Regime zu „Nichtariern“ erklärt hatte.[^s4] Ende der Datei: 7 Quellen.