--- id: napster-urteil-berufungsgericht-2001 title: 'Napster-Urteil: Berufungsgericht verwirft 2001 Fair-Use-Einwand' date: '2001-02-12' datePrecision: day dateSources: - s1 - s3 summary: >- Am 12. Februar 2001 bestätigte ein US-Berufungsgericht die Verfügung gegen die Tauschbörse Napster in Teilen. Den Tausch von Musikdateien wertete es nicht als zulässige Nutzung, verlangte aber, dass die Plattenfirmen ihre Werke melden. themeId: theme-verwertung-und-urheberrecht wikidata: - id: Q4646779 name: A&M Records, Inc. v. Napster, Inc. - id: Q275141 name: Napster seeAlso: - id: lg-muenchen-gema-openai-2025 note: >- Wieder verhandelt ein Gericht, wer für Kopien geschützter Musik in einem neuen Dienst haftet. - id: warner-music-suno-vergleich-2025 note: >- Wieder klagen Plattenfirmen gegen einen neuen Dienst, und am Ende steht eine Lizenz statt eines Verbots. - id: compact-disc-langenhagen-1982 note: >- Napster berief sich darauf, Nutzer hörten nur ihre eigenen CDs an einem anderen Ort. - area: literatur id: berner-uebereinkunft-1886 note: >- Der internationale Rahmen des Urheberrechts, das hier auf den Dateitausch traf. verification: verified sources: - key: s1 title: >- A&M Records, Inc. v. Napster, Inc., 239 F.3d 1004 (9th Cir. 2001), as amended April 3, 2001 publisher: Copyright Alliance (Urteilstext) url: https://copyrightalliance.org/wp-content/uploads/2020/04/AM-Records-v.-Napster.pdf accessedAt: '2026-10-22' - key: s2 title: >- A&M Records, Inc. v. Napster, Inc., 239 F.3d 1004 (9th Cir. 2001) — Fair Use Index publisher: U.S. Copyright Office url: https://www.copyright.gov/fair-use/summaries/a&mrecords-napster-9thcir2001.pdf accessedAt: '2026-10-22' - key: s3 title: Appeals Court Upholds Napster Injunction publisher: TidBITS url: https://tidbits.com/2001/02/12/appeals-court-upholds-napster-injunction/ accessedAt: '2026-10-22' - key: s4 title: Napster Is Released publisher: EBSCO Research Starters url: https://www.ebsco.com/research-starters/computer-science/napster-released accessedAt: '2026-10-22' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Wer an Musik verdient)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-22' --- Am 12. Februar 2001 entschied das Bundesberufungsgericht für den neunten Bezirk der USA im Verfahren der Plattenfirmen gegen die Tauschbörse Napster.[^s1][^s3] Kläger waren unter anderem A&M Records, Geffen, Interscope, Sony Music, MCA, Atlantic, Island, Motown und Capitol.[^s1] Sie warfen Napster vor, für die Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer mitverantwortlich zu sein.[^s2] Die einstweilige Verfügung, die Richterin Marilyn Hall Patel im Juli 2000 erlassen hatte, bestätigte das Gericht zum Teil, zum Teil hob es sie auf und verwies die Sache zurück.[^s3][^s1] Über Napster suchten Nutzer Musik im MP3-Format auf den Rechnern anderer Nutzer und luden sie herunter.[^s2] Der Student Shawn Fanning hatte das Programm am 1. Juni 1999 veröffentlicht, und am 7. Dezember 1999 klagte der Verband RIAA für die fünf großen Plattenfirmen.[^s4] Als zulässige Nutzung (fair use) führte Napster das Probehören vor dem Kauf an, das Hören eigener CDs von einem anderen Ort aus und die Verbreitung mit Erlaubnis der Künstler.[^s1] Das Gericht ließ die Einschätzung der Vorinstanz stehen, dass der Tausch über Napster keine zulässige Nutzung sei.[^s2] Eigene Aufnahmen an einem anderen Ort zu hören, sei bisher nur dem ursprünglichen Besitzer zugestanden worden, über Napster aber erreichten sie beliebige andere Nutzer.[^s2] Weil Napster konkret von den Verletzungen wusste, half ihm auch das Sony-Urteil des Supreme Court von 1984 kaum.[^s1] Nach den Feststellungen der Vorinstanz waren bis zu 87 Prozent der angebotenen Dateien möglicherweise geschützt.[^s1] Zu weit gefasst sei die Verfügung, weil sie Napster allein die Last auferlege, jedes Kopieren der Werke zu verhindern.[^s1] Die Plattenfirmen mussten Napster ihre Werke und die betroffenen Dateien deshalb erst melden, bevor das Unternehmen den Zugang sperren musste; das eigene System zu überwachen, blieb trotzdem Napsters Aufgabe.[^s1] Bis Patel die Verfügung änderte, durfte der Dienst weiterlaufen.[^s3] Am 1. Juli 2001 stellte Napster den Betrieb ein, und am 3. Juni 2002 beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11.[^s4] Später kehrte Napster als bezahlter Dienst mit Monatsgebühr zurück.[^s4] Ende der Datei: 4 Quellen.