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  "title": "Die Musica enchiriadis beschreibt im 9. Jahrhundert das mehrstimmige Singen",
  "date": "0850-01-01",
  "summary": "Im 9. Jahrhundert entstand die Musica enchiriadis, ein anonymes Lehrbuch mit eigener Tonschrift und Regeln für mehrstimmiges Singen. Wann genau und von wem, ist offen.",
  "body": "Nach Sarah Fuller stellten um die Mitte des 9. Jahrhunderts, vielleicht im Norden Lothringens, Gesanglehrer, deren Namen unbekannt sind, zwei Lehrbücher für den Musikunterricht zusammen.[^s1] Sie sind als Musica enchiriadis und Scolica enchiriadis überliefert.[^s1] Nach der Schweizer Musikzeitung entstand das Handbuch im späten 9. Jahrhundert und ist in rund fünfzig Handschriften erhalten.[^s2] Beide Schriften gehören zu den frühesten Zeugnissen für Mehrstimmigkeit.[^s3]\n\nDie Musica enchiriadis erklärt das Tonsystem samt einer eigenen Notenschrift, zuerst einstimmig, dann mehrstimmig bis zum Organum.[^s2] Diese Dasia-Notation erlaubt es, die Tonhöhe genau festzuhalten.[^s3] Jede Tonstufe hat darin einen festen Platz in einem Muster-Tetrachord und ein eigenes Zeichen.[^s1] Wird der Tetrachord in mehreren Lagen wiederholt, entsteht eine Skala von zwei Oktaven und einem Tritonus, genug für den Stimmumfang eines erwachsenen Mannes.[^s1] Quarte, Quinte und Oktave nutzt das Handbuch für das mehrstimmige Singen des Chorals.[^s1]\n\nMartin Gerbert druckte die Schriften 1784 und schrieb sie dabei, wie Fuller festhält, zu Unrecht Hucbald zu.[^s1] Die Schweizer Musikzeitung nennt als möglichen Verfasser einen Abt Hoger von Werden, der 906 starb;[^s2] in einer Handschrift in Cambridge wird die Musica enchiriadis dagegen Hoger von Laon zugeschrieben, der 930 starb.[^s3] Die Beschreibung der Handschrift hält beide Schriften dennoch für im Kern anonym.[^s3] Eine kritische Edition legte Hans Schmid 1981 vor.[^s1]\n\nGuido von Arezzo, Berno und Hermann von der Reichenau kannten die Schriften, lehnten aber die Dasia-Tetrachorde und ihre Notation ab.[^s1] Viele ihrer Begriffe und Fragen gehen nach Fuller dennoch unmittelbar auf diese Traktate zurück.[^s1]",
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      "title": "Review of Raymond Erickson, Musica and Scolica enchiriadis (Sarah Fuller)",
      "publisher": "Music Theory Online (Society for Music Theory)",
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      "title": "Von den Anfängen europäischer Mehrstimmigkeit (Thomas Meyer, Rezension zu Petra Weber, Musica enchiriadis)",
      "publisher": "Schweizer Musikzeitung",
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      "title": "Cambridge, Corpus Christi College, MS 260: Musica Hogeri. Musica enchiriadis. Scholica enchiriadis. Commemoratio brevis",
      "publisher": "Stanford Digital Repository (Parker Library on the Web)",
      "url": "https://purl.stanford.edu/fc475fd2528",
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      "note": "Guido kannte die Musica enchiriadis, verwarf aber ihre Dasia-Zeichen zugunsten der Linien."
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      "note": "Zwei Tonschriften mit eigenen Zeichen für die Tonhöhe, gut sieben Jahrhunderte auseinander."
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