{
  "id": "hurritische-hymne-nikkal-1400-v-chr",
  "title": "Eine Tontafel aus Ugarit hält um 1400 v. Chr. eine Hymne an Nikkal samt Notation fest",
  "date": "-1399-01-01",
  "summary": "Die hurritische Hymne an Nikkal aus Ugarit, um 1400 v. Chr., gilt als ältestes weitgehend vollständiges Stück notierter Musik. Wie ihre Zeichen zu lesen sind, ist bis heute umstritten.",
  "body": "Die hurritische Hymne an Nikkal, auch h.6 genannt, gilt als das älteste weitgehend vollständige notierte Musikstück der Welt.[^s3] Die Tontafel wird auf um 1400 v. Chr. datiert und wurde in Ras Shamra ausgegraben, dem antiken Ugarit im heutigen Syrien.[^s1] Gefunden wurde sie in den 1950er Jahren.[^s3] Französische Archäologen entdeckten sie in Ugarit; seit 1955 befindet sie sich in Damaskus.[^s2] 2011 stand sie dort im Nationalmuseum.[^s2]\n\nDie Hymne richtet sich an Nikkal, die Göttin der Obstgärten.[^s2] Die Notation war vermutlich für ein Saiteninstrument bestimmt, wohl eine Leier oder Harfe mit sieben, neun oder mehr Saiten.[^s1] Wie sie zu lesen ist, ist nicht geklärt; die Deutungsversuche teilen sich in zwei Lager.[^s1] Anne Draffkorn Kilmer und Martin L. West deuten die Tafel mit westlichen Intervallen.[^s1] David Wulstan, Marcelle Duchesne-Guillemin und Richard Dumbrill lesen sie dagegen als einstimmige Tonfolge, angelehnt an die Musikpraxis des Nahen Ostens.[^s1] Dumbrill fordert, bei der Deutung auf siebenstufige Tonleitern zu verzichten.[^s1] Dylan Gibson kommt in seiner Arbeit an der Universität Stellenbosch dagegen zu einer im Kern siebenstufigen Skala.[^s1]\n\nNach The National hat keine Deutung eine endgültige Fassung ergeben, auch weil die Tafel bei der Ausgrabung stark beschädigt war.[^s2] Wer die Tafel deute, ergänze Angaben, die auf ihr gar nicht stehen, schreibt Gibson.[^s1] Die vielen Deutungen haben zu unterschiedlichen modernen Aufnahmen geführt.[^s3]",
  "themeId": "theme-notenschrift",
  "datePrecision": "century",
  "dateSources": [
    "s1",
    "s3"
  ],
  "verification": "verified",
  "sources": [
    {
      "key": "s1",
      "title": "A Re-examination of Ancient Near-Eastern Music-Theoretical Tablets and Notation; Concerning a Tablaturisation for the Hurrian H6 Cuneiform Tablet (Dylan L. Gibson, Masterarbeit 2021)",
      "publisher": "Stellenbosch University (SUNScholar)",
      "url": "https://scholar.sun.ac.za/handle/10019.1/123820",
      "accessedAt": "2026-10-08",
      "status": "live"
    },
    {
      "key": "s2",
      "title": "Syrian tablet fragment shatters long-held beliefs about origin of music (Stephen Starr)",
      "publisher": "The National",
      "url": "https://www.thenationalnews.com/arts-culture/music/syrian-tablet-fragment-shatters-long-held-beliefs-about-origin-of-music-1.591698/",
      "accessedAt": "2026-10-08",
      "status": "live"
    },
    {
      "key": "s3",
      "title": "The Oldest Song Score in the Newest Notation: The Hurrian Hymn to Nikkal as Linked Data (Meroño-Peñuela u. a.)",
      "publisher": "Index of Digital Humanities Conferences, University of Virginia",
      "url": "https://dh-abstracts.library.virginia.edu/works/9970",
      "accessedAt": "2026-10-08",
      "status": "live"
    }
  ],
  "provenance": {
    "origin": "recherche",
    "createdBy": "/research (Musterlauf: musik)",
    "model": "beschaffer:sonnet",
    "reviewedBy": "research",
    "reviewedAt": "2026-10-08"
  },
  "seeAlso": [
    {
      "id": "seikilos-epitaph-150",
      "note": "Das Lied des Seikilos gilt als ältestes vollständig erhaltenes Lied; die Hymne an Nikkal ist älter, aber beschädigt."
    },
    {
      "area": "literatur",
      "id": "bibliothek-assurbanipal-650-v-chr",
      "note": "Dieselbe Schrift auf Ton: In Keilschrift überliefert sind Epen und Listen ebenso wie diese Melodie."
    }
  ],
  "category": "history",
  "area": {
    "id": "musik",
    "title": "Musik"
  },
  "theme": {
    "id": "theme-notenschrift",
    "title": "Die Notenschrift"
  },
  "referencedBy": [
    {
      "area": "musik",
      "id": "delphische-hymnen-128-v-chr",
      "title": "Delphische Hymnen stehen 128 v. Chr. mit Noten im Stein",
      "note": "Über ein Jahrtausend früher steht eine Hymne mit Spielanweisungen auf einer Tontafel aus Ugarit."
    },
    {
      "area": "bildung",
      "id": "ugarit-schreiber-1250-v-chr",
      "title": "Ugarit bildet Schreiber mit einem Wörterbuch in drei Sprachen aus",
      "note": "Aus Ugarit stammt auch die Hymne an Nikkal, auf Hurritisch, der dritten Sprache des Wörterbuchs."
    },
    {
      "area": "musik",
      "id": "leiern-von-ur-2550-v-chr",
      "title": "Leiern von Ur kommen um 2550 v. Chr. in die Königsgräber",
      "note": "Die älteste erhaltene Notenschrift war für ein Saiteninstrument gedacht, wohl eine Leier oder Harfe."
    },
    {
      "area": "musik",
      "id": "floeten-hohle-fels-40000-jahre",
      "title": "Flöten vom Hohle Fels: Musikinstrumente vor 40.000 Jahren",
      "note": "Fast vierzig Jahrtausende später steht die erste bekannte Spielanweisung auf einer Tontafel."
    }
  ],
  "zeitalter": [
    {
      "id": "altertum",
      "name": "Altertum",
      "art": "kette"
    }
  ],
  "verzeichnis": "https://footnoted.net/de/musik/epoche/epoch-aufgeschriebene-musik/llms.txt#hurritische-hymne-nikkal-1400-v-chr",
  "license": "https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/",
  "creditText": "Footnoted — footnoted.net",
  "usageInfo": "https://footnoted.net/de/lizenz/"
}