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  "id": "timbuktu-bibliotheken-1591",
  "title": "1.600 Bände — die kleinste Bibliothek in Timbuktu",
  "date": "1591-01-01",
  "summary": "1591 eroberte ein marokkanisches Heer Timbuktu und verschleppte die Gelehrten der Stadt. Einem von ihnen wurden 1.600 Bände beschlagnahmt — nach seinen eigenen Worten die kleinste Bibliothek in seiner Familie. Aus dieser Nebenbemerkung lässt sich ermessen, was eine westafrikanische Stadt an Büchern besaß, lange bevor dort eine Presse stand.",
  "body": "Im Jahr 1591 eroberte das Heer des Sultans von Marrakesch das Songhai-Reich und mit ihm Timbuktu; die Besatzer verschleppten die Gelehrten der Stadt und griffen nach deren Archiven.[^s1][^s3] Einer von ihnen war Ahmad Baba, geboren 1556, der 1593 nach Marrakesch deportiert wurde.[^s1] Über den Verlust seiner Bibliothek ist ein Satz überliefert: „I had the smallest library of any of my kin, and they [the soldiers of the invading Moroccan army] seized 1 600 volumes.\"[^s2] Der Tag ist nicht überliefert, nur das Jahr der Eroberung — das Datum dieses Eintrags steht deshalb auf dem Jahresanfang und ist nicht als Tagesangabe zu lesen.[^s1]\n\nGegründet wurde Timbuktu um 1100.[^s1] Unter Askiya Muhammad (1493–1528) wurde es zu einem Zentrum islamischer Gelehrsamkeit.[^s1] Leo Africanus beschrieb es um 1526 so: Dort würden viele handschriftliche nordafrikanische Bücher verkauft, „and more profit is to be made there from the sale of books than from any other branch of trade\" — Bücher waren die gewinnbringendste Ware einer Stadt, die von Gold und Salz lebte.[^s3] Askiya Daud (1549–1582) richtete öffentliche Bibliotheken ein und beschäftigte Kalligraphen, die Bücher für ihn abschrieben.[^s3] Das Kopiergewerbe war durchorganisiert: Am Ende eines Buches standen Titel, Verfasser, Datum der Abschrift und die Namen der Schreiber, in manchen auch die der Korrektoren und derjenigen, die die arabischen Vokalzeichen ergänzten.[^s3]\n\nRund 60 Sammlungen blieben in der Hand von Familien und Einrichtungen; National Geographic schätzt, dass allein in Timbuktu 700.000 Handschriften erhalten sind.[^s3] Diese Zurückhaltung hat einen zweiten Grund: Während der französischen Kolonialherrschaft (1894–1959) wurden Handschriften beschlagnahmt und verbrannt, weshalb Familien bis heute Forschern den Zugang verweigern.[^s3] Ein Institut, benannt nach Ahmad Baba, das Handschriften untersucht, katalogisiert und bewahrt, beschloss die malische Regierung 1970;[^s3][^s7][^s8] eröffnet wurde es 1973.[^s6][^s7][^s8]\n\nNach der Besetzung der Stadt, die bis Anfang 2013 dauerte, stellte eine UNESCO-Mission Ende Mai und Anfang Juni 2013 fest, dass 4.203 Handschriften des Ahmed Baba Centre verloren und 14 Mausoleen vollständig zerstört waren; etwa 300.000 Handschriften waren aus der Stadt gebracht worden, überwiegend nach Bamako, und brauchten dringend Konservierung.[^s4] Eine Schätzung von Ende Januar 2013 hatte von rund 2.000 verbrannten Handschriften gesprochen.[^s9] Ausgelagert wurden sie in Reissäcken, auf Eselskarren, per Motorrad, Boot und Geländewagen.[^s5] Am 11. August 2025 begann die Rückführung mit einer ersten Lieferung von mehr als 200 Kisten und etwa 5,5 Tonnen Gewicht — dreizehn Jahre nach der Evakuierung.[^s5]",
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      "title": "Key Dates in the History of Timbuktu",
      "publisher": "Tombouctou Manuscripts Project, University of Cape Town",
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      "title": "Mukhtar bin Yahya al-Wangari: Shaykh Baghayogho al-Wangari and the Wangari Library in Timbuktu, Kapitel 19 in: The Meanings of Timbuktu",
      "publisher": "HSRC Press / CODESRIA",
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      "title": "The Lost Libraries of Timbuktu — Fallstudie",
      "publisher": "Understanding Slavery Initiative",
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      "title": "Damage to Timbuktu's cultural heritage worse than first estimated reports UNESCO mission",
      "publisher": "UNESCO",
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      "title": "Timbuktu's famed manuscripts return home after 13 years in Mali's capital",
      "publisher": "PBS NewsHour",
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      "title": "Ahmed Baba Institute of Higher Learning and Islamic Research (IHERI-AB)",
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      "title": "Autour des manuscrits de Tombouctou. Un état des lieux (Jean-Louis Triaud), Sociétés politiques comparées 44, 2018",
      "publisher": "FASOPO",
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      "title": "Muhammad Ould Youbba: The Ahmed Baba Institute of Higher Islamic Studies and Research, Kapitel 20 in: The Meanings of Timbuktu",
      "publisher": "HSRC Press / CODESRIA",
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      "title": "From Timbuktu, Reports That Most Manuscripts Were Saved",
      "publisher": "NPR (Nachdruck bei KUNC)",
      "url": "https://www.kunc.org/npr-news/2013-01-30/from-timbuktu-reports-that-most-manuscripts-were-saved",
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    "reviewedAt": "2026-09-17"
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      "note": "Während Mainz das Druckdatum ins Buch setzte, notierte Timbuktu Schreiber und Korrektoren."
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      "note": "Auch dort trägt das Buch am Ende, wer es hergestellt hat und wann."
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      "id": "haager-landkriegsordnung-1907",
      "note": "Was 1591 Kriegsbeute war, ist seit 1907 völkerrechtlich geschützt."
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      "resolution": "Die Daten meinen verschiedene Schritte: Dekret der malischen Regierung vom 23. Januar 1970, Eröffnung am 8. November 1973 (s8); „créé officiellement en 1970 et inauguré fin 1973“ (s7). s6 nennt mit „instituted … in 1973“ nur das zweite Datum.",
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      "resolution": "Der Eintrag folgt s2, einer wissenschaftlichen Edition, die den Satz als Zitat wiedergibt; s3 referiert ihn in indirekter Rede. An der Kernaussage — 1.600 Bände waren die kleinste Sammlung im Umfeld — ändert die Abweichung nichts."
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    "title": "Medien"
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    "title": "Bücher ohne Presse"
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      "title": "Der Codex Sinaiticus fasst die griechische Bibel in einem Band aus Pergament",
      "note": "Auch dort hängt das Überleben von Handschriften daran, wer sie verwahrt und wer sie mitnimmt."
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      "title": "Assurbanipal sammelt im 7. Jahrhundert v. Chr. in Ninive eine Bibliothek aus Tontafeln",
      "note": "Auch in Timbuktu traf eine Eroberung die Schriftensammlungen einer Gelehrtenstadt."
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  "creditText": "Footnoted — footnoted.net",
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