--- id: privatfernsehen-1984 title: In Ludwigshafen beginnt das Privatfernsehen date: '1984-01-01' datePrecision: day dateSources: - s1 - s3 summary: >- Am 1. Januar 1984 geht im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen das erste private Fernsehprogramm der Bundesrepublik auf Sendung. Empfangen können es zunächst nur wenige tausend Haushalte. Aus diesem Anfang wird das duale Rundfunksystem. themeId: theme-privater-rundfunk verification: verified sources: - key: s1 title: So wurde das Fernsehen privat publisher: Heinz Nixdorf MuseumsForum url: https://blog.hnf.de/so-wurde-das-fernsehen-privat/ accessedAt: '2026-09-15' - key: s2 title: '30 Jahre Privatfernsehen: Es begann in Ludwigshafen' publisher: DWDL url: https://www.dwdl.de/magazin/44069/30_jahre_privatfernsehen_es_begann_in_ludwigshafen/page_1.html accessedAt: '2026-09-15' - key: s3 title: Privatfernsehen in Deutschland (1984), SAT.1, RTL und der Medienwandel publisher: Lazi Akademie url: https://www.lazi-akademie.de/wiki/mediengeschichte/tv-internet-geschichte/privatfernsehen-deutschland-1984/ accessedAt: '2026-09-15' - key: s4 title: 'Das Fernseharchiv. Der Fall: 40 Jahre Privatfernsehen' publisher: mediendiskurs (FSF) url: https://mediendiskurs.online/beitrag/das-fernseharchiv-der-fall-40-jahre-privatfernsehen-beitrag-1188/ accessedAt: '2026-10-11' - key: s5 title: '40 Jahre „Tschaka Tschaka!“: RTL feiert Geburtstag' publisher: derStandard url: https://www.derstandard.at/story/3000000200739/40-jahre-tschaka-tschaka-rtl-feiert-geburtstag accessedAt: '2026-10-11' disputed: - claim: Start von RTL plus positions: - value: einen Tag später aus Luxemburg source: s1 - value: am 1. Januar 1984 in Ludwigshafen source: s3 resolution: >- RTL plus startete am 2. Januar 1984 über den Sender Düdelingen in Luxemburg; die Ausstrahlung im Ludwigshafener Kabel am 1. Januar gilt nur für PKS. - claim: Angeschlossene Haushalte zum Start positions: - value: '1.200' source: s1 - value: 'rund 2.600' source: s4 provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-15' seeAlso: - id: rundfunkurteil-1961 note: >- Dasselbe Gericht, das 1961 den Bundessender untersagte, setzte hier die Bedingungen. - id: bbc-1922 note: Das Gegenmodell — ein Monopol mit Auftrag statt Wettbewerb um Werbung. --- Am 1. Januar 1984 begann im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen am Rhein das Privatfernsehen in der Bundesrepublik.[^s1][^s3] Um 9:45 Uhr lief im Offenen Kanal ein Rückblick auf das vergangene Jahr, um 10:28 Uhr folgte die erste Sendung der Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk, kurz PKS.[^s1] Sehen konnten das zunächst je nach Quelle rund 1.200 oder 2.600 Haushalte.[^s1][^s4] Einen Tag später startete RTL plus von Luxemburg aus.[^s1][^s4][^s5] Das Projekt stand unter Aufsicht der Anstalt für Kabelkommunikation, die die Landesregierung Rheinland-Pfalz im Juni 1982 in Ludwigshafen gegründet hatte.[^s2] Das Bundesverfassungsgericht hatte private Sender nicht ausgeschlossen, aber verlangt, dass im Gesamtangebot alle Meinungen zu Wort kommen.[^s2] Welche Anbieter überhaupt starten wollten, war lange nicht klar.[^s2] Am 28. November 1983 wurden die Anbieter benannt, die gemeinsam ein privates Programm erstellen sollten, darunter der Axel Springer Verlag und Bertelsmann.[^s2] Acht Tage später wurde bekannt, dass sich Bertelsmann mit 40 Prozent an RTL plus beteiligen wollte; wegen einer Konkurrenzklausel musste das Unternehmen im Dezember 1983 aus PKS ausscheiden.[^s2] Für Bertelsmann wurde die RTL Group später zu einem Umsatztreiber.[^s2] PKS benannte sich zum 1. Januar 1985 in SAT.1 um.[^s1][^s3] Die Zahlen wuchsen langsam: 2.600 angeschlossene Haushalte im März 1984, 78.000 im Jahr 1986.[^s1] Vergleichbare Pilotprojekte liefen in München bis Ende 1985, in Dortmund bis 1988 und in Berlin bis 1990.[^s1] Aus dem Nebeneinander von Anstalten und privaten Anbietern wurde die duale Rundfunkordnung — anders als in den Vereinigten Staaten, wo der kommerzielle Rundfunk von Anfang an dominierte.[^s3] 2013 kontrollierten RTL Group und ProSiebenSat.1 zusammen über 70 Prozent des Fernsehwerbemarkts.[^s3] Ende der Datei: 5 Quellen.