--- id: fernsehen-1935 title: Fernsehsender Paul Nipkow beginnt in Berlin regelmäßig zu senden date: '1935-03-22' datePrecision: day dateSources: - s1 - s2 summary: >- Am 22. März 1935 beginnt der "Fernsehsender Paul Nipkow" mit 180 Zeilen ein regelmäßiges Programm — nach Einschätzung mehrerer Quellen das erste der Welt. Empfänger kann sich fast niemand leisten; gesehen wird in öffentlichen Fernsehstuben. themeId: theme-fernsehen-als-propaganda verification: verified sources: - key: s1 title: 'Vor 90 Jahren: das Fernsehen startet in Berlin' publisher: Heinz Nixdorf MuseumsForum url: https://blog.hnf.de/vor-90-jahren-das-fernsehen-startet-in-berlin/ accessedAt: '2026-09-15' - key: s2 title: 'Kalenderblatt: Erstes reguläres Fernsehprogramm der Welt — 22. März 1935' publisher: Haus der Technik url: https://www.hdt.de/hdt-journal/kalenderblatt-erstes-regulaeres-fernsehprogramm-der-welt-22.-maerz-1935 accessedAt: '2026-09-15' - key: s3 title: Die "Glotze" und das erste regelmäßige Fernsehprogramm publisher: Zeitklicks url: https://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/propaganda/im-ganz-normalen-leben/die-glotze-und-das-erste-regelmaessige-fernsehprogramm accessedAt: '2026-09-15' provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-15' seeAlso: - id: vox-haus-1923 note: Zwölf Jahre zuvor hatte dieselbe Reichspost den Rundfunk begonnen. - id: rundfunkurteil-1961 note: >- Die Erfahrung mit dem Staatsrundfunk begründete später das Gebot der Staatsferne. styleChecked: - pattern: titel-ohne-namen match: Fernsehsender Paul Nipkow beginnt in Berlin regelmäßig zu senden reason: Der Titel nennt den Sender beim Namen; die id sagt nur Fernsehen, der Titel sagt es im Wort Fernsehsender. checkedAt: '2026-10-08' --- Am 22. März 1935 begann in Berlin ein regelmäßiges Fernsehprogramm — nach Darstellung des Heinz Nixdorf MuseumsForums der erste reguläre Fernsehdienst des Landes und wahrscheinlich der Welt.[^s1] Der Sender trug den Namen "Fernsehsender Paul Nipkow", nach dem Erfinder der Nipkow-Scheibe.[^s3] Den Namen erhielt er Ende Mai 1935.[^s1] Ausgestrahlt wurde er vom Berliner Funkturm aus dem Reichspostministerium.[^s2][^s3] Die Bilder hatten 180 Zeilen; abgetastet wurde die Ansagerin Ursula Patzschke noch mit einer Nipkow-Scheibe, fünfundzwanzigmal je Sekunde.[^s1] Gesendet wurde über Berlin-Witzleben, das Bild auf 40,3 Megahertz, der Ton auf 42,493 Megahertz.[^s1] Möglich machte das ein fahrbarer 30-Kilowatt-Sender, den AEG eigens für die Reichspost entwickelt hatte; die Reichweite betrug 60 bis 80 Kilometer um Berlin.[^s3] Gesendet wurde zunächst montags, mittwochs und samstags, ab Mai 1935 täglich von 20:30 bis 22 Uhr.[^s1] Den ersten Abend füllten Bilder von politischen Kundgebungen der Jahre 1933 und 1934 und der Trickfilm „Vorsicht, es brennt!“;[^s1] gesendet wurden Bildungs- und Unterhaltungssendungen sowie Nachrichten.[^s2] Anfangs erreichte das Programm nur wenige Menschen.[^s2] Empfänger waren für Normalbürger unerschwinglich;[^s1] geplant war ein Einheitsfernsehgerät für 650 Reichsmark — ein Volkswagen sollte etwa 1.000 kosten —, in größeren Mengen gebaut wurde es nicht.[^s3] Wer fernsehen wollte, ging in eine Fernsehstube.[^s3] Einen ersten großen Schub gaben dem Sender die Olympischen Spiele 1936.[^s2] Der Sender stand unter der Schirmherrschaft des nationalsozialistischen Regimes und diente der Propaganda.[^s2][^s3] 1938 stieg der Sender auf 441 Zeilen um.[^s1] Die BBC begann ihren Fernsehdienst am 2. November 1936 in zwei Studios, eines davon mit elektronischen Kameras und 405 Zeilen.[^s1] Ende der Datei: 3 Quellen.