--- id: codex-sinaiticus-350 title: Der Codex Sinaiticus fasst die griechische Bibel in einem Band aus Pergament date: '0350-01-01' datePrecision: century dateSources: - s1 - s2 summary: >- Im 4. Jahrhundert, wohl um dessen Mitte, entstand der Codex Sinaiticus: mindestens 730 Pergamentblätter mit der ganzen griechischen Bibel. Er enthält die einzige vollständige Abschrift des griechischen Neuen Testaments aus der Zeit vor dem 9. Jahrhundert. themeId: theme-beschreibstoff verification: verified sources: - key: s1 title: Codex Sinaiticus – Date publisher: >- Codex Sinaiticus Project (British Library, UB Leipzig, Russische Nationalbibliothek, Katharinenkloster) url: https://codexsinaiticus.org/en/codex/date.aspx accessedAt: '2026-09-28' - key: s2 title: Codex Sinaiticus (Dauerausstellung) publisher: Universitätsbibliothek Leipzig url: https://www.ub.uni-leipzig.de/en/about-us/exhibitions/permanent-exhibition/codex-sinaiticus accessedAt: '2026-09-28' - key: s3 title: Codex Sinaiticus publisher: Heiliges Katharinenkloster Sinai url: https://www.sinaimonastery.com/index.php/en/library/codex-sinaiticus/ accessedAt: '2026-09-28' - key: s4 title: Codex Sinaiticus (Ausstellung) publisher: Smithsonian, National Museum of Asian Art url: https://asia-archive.si.edu/exhibition/codex-sinaiticus/ accessedAt: '2026-09-28' - key: s5 title: What’s Missing from Codex Sinaiticus, the Oldest New Testament? publisher: Biblical Archaeology Society url: https://www.biblicalarchaeology.org/daily/biblical-topics/bible-versions-and-translations/absent-from-codex-sinaiticus-oldest-new-testament/ accessedAt: '2026-09-28' disputed: - claim: Entstehungszeit innerhalb des 4. Jahrhunderts positions: - value: 4. Jahrhundert, manchmal genauer dessen Mitte source: s1 - value: zweites Viertel des 4. Jahrhunderts source: s3 - value: Mitte des 4. Jahrhunderts source: s5 resolution: >- Alle Angaben beruhen auf der Schrift, nicht auf einem Datum im Codex. date 0350-01-01 steht für „um die Mitte“ und liegt am Ende des zweiten Viertels. provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: zivilisation)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-28' seeAlso: - id: cai-lun-papier-105 note: >- Zur selben Zeit schrieb China schon auf Papier; im Mittelmeerraum war Pergament der Stoff für ein Buch dieses Umfangs. - id: diamantsutra-868 note: >- Datiert der Codex sich nur über die Schrift, trägt das Diamantsutra fünf Jahrhunderte später sein Datum selbst. - id: timbuktu-bibliotheken-1591 note: >- Auch dort hängt das Überleben von Handschriften daran, wer sie verwahrt und wer sie mitnimmt. reviewNotes: verdict: empfohlen notes: >- Rolle im Musterlauf: dazwischen (größte Lücke 105 → 525, 420 Jahre). s1, s2 und s3 hängen zusammen (s1 ist das gemeinsame Projekt der Besitzer, zu denen s2 und s3 gehören), s4 und s5 sind unabhängig; die Kernaussage im ersten Absatz stützen s1/s2 und s4. Tischendorfs Verbrennungserzählung steht nur in der Darstellung des Klosters (s3) und ist deshalb als dessen Sicht formuliert. Britannica und Look and Learn (Verkauf 1933) waren gesperrt. Kein Diagramm. --- Der Codex Sinaiticus wurde im 4. Jahrhundert geschrieben; datiert wird er über die Schrift, mit den Mitteln der Paläographie.[^s1][^s2] Ursprünglich enthielt er das Alte und das Neue Testament, dazu den Hirten des Hermas und den Barnabasbrief.[^s3] Er umfasste mindestens 730 Blätter Pergament, also 1.460 Seiten.[^s4] Das Neue Testament ist vollständig erhalten, und es ist die einzige vollständige Abschrift des griechischen Neuen Testaments aus der Zeit vor dem 9. Jahrhundert.[^s4] Die Handschriften christlicher Schriften, die sicher älter sind, enthalten nur kleine Teile des Bibeltextes.[^s1] Die Biblical Archaeology Society nennt den Codex deshalb die älteste vollständige Handschrift des Neuen Testaments.[^s5] Es fehlen darin aber Stellen, die spätere Bibeln enthalten, etwa der Auferstehungsbericht am Ende des Markusevangeliums und die Erzählung von der Ehebrecherin bei Johannes.[^s5] Konstantin von Tischendorf nahm 1844 bei seinem ersten Besuch im Katharinenkloster am Sinai 43 Blätter mit, die seither in der Universitätsbibliothek Leipzig liegen.[^s2][^s3] Bei seinem dritten Besuch 1859 bat er, den Codex nach Kairo zu schicken, um ihn für eine Ausgabe abzuschreiben.[^s3] Der Hauptteil mit 347 Blättern gelangte noch im selben Jahr nach Sankt Petersburg.[^s2] Die russische Regierung behielt die Handschrift und verkaufte sie 1933 für 100.000 Pfund nach England.[^s2][^s3] Heute verteilen sich die Reste auf vier Orte: 347 Blätter in der British Library, 43 in Leipzig, Teile von drei Blättern in der Russischen Nationalbibliothek und ein Dutzend oder mehr im Katharinenkloster.[^s4] Wie eng sich die Entstehung eingrenzen lässt, sagen die Quellen verschieden: Das Codex-Sinaiticus-Projekt nennt das 4. Jahrhundert und manchmal dessen Mitte, das Katharinenkloster das zweite Viertel.[^s1][^s3] Tischendorf schrieb, die Mönche hätten den Codex beinahe verbrannt; das Kloster weist das als Verleumdung zurück und beklagt den Verlust der Handschrift.[^s3] Ende der Datei: 5 Quellen.