--- id: washingtoner-prinzipien-1998 title: >- Am 3. Dezember 1998 billigen 44 Regierungen die Washingtoner Prinzipien zur NS-Raubkunst date: '1998-12-03' datePrecision: day dateSources: - s1 - s2 summary: >- Zum Abschluss der Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust billigten 44 Regierungen elf Grundsätze zum Umgang mit NS-Raubkunst. Rechtlich binden sie nicht; sie verlangen „gerechte und faire Lösungen“ mit den früheren Eigentümern oder ihren Erben. themeId: theme-raubkunst-und-rueckgabe seeAlso: - id: benin-bronzen-rueckgabe-2022 note: >- Die Frage nach einer gerechten Lösung wurde später auch an Kunst aus Kolonialkriegen gestellt. - id: pferde-von-san-marco-1204 note: >- Beutekunst wurde schon 1815 zurückgegeben, lange bevor es gemeinsame Grundsätze dafür gab. verification: verified sources: - key: s1 title: Washington Conference Principles on Nazi-Confiscated Art publisher: Claims Conference url: https://www.claimscon.org/conferences-declarations-resolutions/washington/ accessedAt: '2026-10-04' - key: s2 title: >- “Washington Principles” – Washington Conference Principles on Nazi-Confiscated Art publisher: Kunstverwaltung des Bundes url: https://www.kunstverwaltung.bund.de/EN/Provenance-Research/Washington_Principles.html accessedAt: '2026-10-04' - key: s3 title: >- 25 Jahre Washingtoner Prinzipien – Claudia Roth: „Aufarbeitung des NS-Kulturgutraubs muss konsequent fortgeführt werden“ publisher: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien url: https://kulturstaatsminister.de/presse/25-jahre-washingtoner-prinzipien-claudia-roth-aufarbeitung-des-ns-kulturgutraubs-muss-konsequent-fortgefuehrt-werden accessedAt: '2026-10-04' - key: s4 title: Tasks of the German Lost Art Foundation publisher: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste url: https://kulturgutverluste.de/en/foundation/tasks accessedAt: '2026-10-04' - key: s5 title: Much piety and hot air at Washington Conference on Holocaust Era Assets publisher: The Art Newspaper url: https://www.theartnewspaper.com/1999/01/01/much-piety-and-hot-air-at-washington-conference-on-holocaust-era-assets accessedAt: '2026-10-04' - key: s6 title: The Washington Conference on Holocaust-Era Assets publisher: Florida Center for Instructional Technology, University of South Florida url: https://fcit.usf.edu/holocaust/resource/assets/index.HTM accessedAt: '2026-10-04' - key: s7 title: >- Best Practices for the Washington Conference Principles on Nazi-Confiscated Art 5 March 2024 publisher: Commission for Looted Art in Europe url: https://www.lootedart.com/XOSQBB768571 accessedAt: '2026-10-04' - key: s8 title: Advisory Commission (Beratende Kommission NS-Raubgut) publisher: Beratende Kommission url: https://www.beratende-kommission.de/en accessedAt: '2026-10-04' - key: s10 title: Terezin Declaration publisher: Ministère de la Culture url: https://www.culture.gouv.fr/Media/Thematiques/Musees/MNR/Terezin-Declaration accessedAt: '2026-10-04' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: kunst)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-04' --- Am 3. Dezember 1998 billigten die 44 Regierungen, die an der Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust teilnahmen, Grundsätze für den Umgang mit Kunst, die die Nationalsozialisten geraubt hatten.[^s1] Die Konferenz tagte vom 30. November bis 3. Dezember 1998 im US-Außenministerium; Gastgeber waren das Ministerium und das United States Holocaust Memorial Museum.[^s6] Die Grundsätze sind ausdrücklich nicht bindend und erkennen an, dass die Staaten nach ihrem eigenen Recht handeln.[^s2][^s1] Lassen sich die Eigentümer aus der Zeit vor dem Krieg oder ihre Erben ermitteln, sollen zügig Schritte zu einer „gerechten und fairen Lösung“ unternommen werden.[^s1] Die Staaten sollen außerdem eigene Verfahren entwickeln, vor allem zur außergerichtlichen Beilegung von Eigentumsfragen.[^s2] Am Ende standen elf Prinzipien, die Unterstaatssekretär Stuart E. Eizenstat in seiner Schlusserklärung eine moralische Verpflichtung nannte.[^s5] The Art Newspaper bemängelte, die Konferenz sei für die Presse, für Holocaust-Opfer und für viele Fachleute verschlossen gewesen und habe keine bindenden Vereinbarungen hervorgebracht.[^s5] In Deutschland bekannten sich 1999 Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände in einer Gemeinsamen Erklärung dazu, nach NS-Raubgut zu suchen und „gerechte und faire Lösungen“ zu finden.[^s3][^s4] Als Stelle zur außergerichtlichen Streitbeilegung nach dem elften Prinzip arbeitete von 2003 bis 2025 die Beratende Kommission.[^s8][^s4] Am 1. Dezember 2025 trat an ihre Stelle die Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut.[^s8] Nach Erkenntnissen des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste waren seit 1998 knapp 7.500 Kulturgüter und rund 24.500 Bücher in Museen als NS-Raubgut identifiziert worden.[^s3] 2009 erklärten 46 Staaten in Terezín, die Bemühungen seit Washington müssten verstärkt werden; auch diese Erklärung ist rechtlich nicht bindend.[^s10] Zum 25. Jahrestag veröffentlichte das US-Außenministerium im März 2024 15 Best Practices; danach ist die vorrangige gerechte und faire Lösung die Rückgabe.[^s7] Ende der Datei: 9 Quellen.