--- id: westfaelischer-friede-1648 title: Der Westfälische Friede beendet den Dreißigjährigen Krieg date: '1648-10-24' datePrecision: day dateSources: - s2 - s3 summary: >- Am 24. Oktober 1648 werden in Münster zwei Verträge unterzeichnet, die vier ineinander verschränkte Kriege beenden. Der Kongress dauerte fünf Jahre, 109 Gesandtschaften nahmen teil — der erste gesamteuropäische Friedenskongress. themeId: theme-friedenskongress verification: verified sources: - key: s1 title: Der Westfälische Friede publisher: Stadt Münster url: https://www.stadt-muenster.de/frieden/der-westfaelische-friede accessedAt: '2026-09-15' - key: s2 title: 1648 — Westfälischer Friede publisher: Landschaftsverband Westfalen-Lippe url: https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=459&url_tabelle=tab_websegmente accessedAt: '2026-09-15' - key: s3 title: Westfälischer Friede 1648 publisher: Historischer Verein Osnabrück url: https://www.historischer-verein-osnabrueck.de/de/historische-schlaglichter/westfaelischer-friede-1648/32/westfaelischer-friede-1648.html accessedAt: '2026-09-15' provenance: origin: recherche reviewedBy: recherche reviewedAt: '2026-09-15' seeAlso: - id: wiener-kongress-1815 note: >- Derselbe Gedanke, hundertsiebenundsechzig Jahre später und für einen ganzen Erdteil. - id: waffenstillstand-1918 note: Das Gegenbeispiel — ein Kriegsende ohne Verhandlung. - area: politik id: magna-carta-1215 note: >- Auch dort wurde ein Konflikt nicht entschieden, sondern in ein Verfahren überführt. --- Am 24. Oktober 1648 wurden in Münster die Verträge geschlossen, die den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 beendeten;[^s2] die Osnabrücker Gesandten waren dafür auf Wunsch des Kaisers angereist.[^s3] Es waren zwei: einer zwischen Kaiser, Reichsständen und Schweden, ausgehandelt in Osnabrück, einer zwischen Kaiser und Frankreich, ausgehandelt in Münster.[^s3] In Osnabrück hatte man sich bereits am 6. August 1648 nach sechsstündiger Verlesung per Handschlag geeinigt, weil die Schweden mit Rücksicht auf Frankreich nicht vor Ort unterzeichnen wollten.[^s3] Der Kongress lief von 1643 bis 1648 gleichzeitig in beiden Städten und war der erste gesamteuropäische seiner Art.[^s3] Beteiligt waren 109 Gesandtschaften: 16 europäische Staaten, 140 deutsche Fürsten und Städte und 38 weitere Mächte.[^s3] Verhandelt wurden vier ineinander verschränkte Konflikte, der älteste davon der niederländisch-spanische, der seit 1568 lief.[^s3] Neben dem katholischen und dem lutherischen wurde auch das reformierte Bekenntnis als gleichberechtigt anerkannt, mit Minderheitenschutz gegen Überstimmung in Religionsfragen.[^s1] Der konfessionelle Besitzstand wurde auf den Stand vom 1. Januar 1624 festgeschrieben.[^s3] Nach außen folgten daraus neue Souveränitäten: Die niederländischen Provinzen lösten sich von Spanien, die Schweizer Orte faktisch vom Reich.[^s1] Und es entstand ein Grundsatz, den die Politikwissenschaft bis heute das "westfälische System" nennt: die Gleichrangigkeit souveräner Staaten, unabhängig von Macht und Größe.[^s1] Im Inneren wirkten die Verträge als Grundgesetz des Reiches, das Landeshoheit und konfessionelles Gleichgewicht festschrieb.[^s2] Ende der Datei: 3 Quellen.