--- id: versailler-vertrag-1919 title: Versailler Vertrag 1919 stellt Kaiser Wilhelm II. unter Anklage date: '1919-06-28' datePrecision: day dateSources: - s1 - s2 summary: >- Am 28. Juni 1919 unterzeichnete das Deutsche Reich in Versailles den Friedensvertrag. Er stellte Wilhelm II. unter Anklage und verlangte die Auslieferung mutmaßlicher Kriegsverbrecher, doch beides lief ins Leere. themeId: theme-ende-des-grossen-krieges wikidata: - id: Q8736 name: Friedensvertrag von Versailles seeAlso: - id: waffenstillstand-1918 note: Der Waffenstillstand, dem der Vertrag sieben Monate später folgte. - id: nuernberger-urteil-1946 note: >- Was in Leipzig an nationalen Gerichten scheiterte, versuchte nach dem Zweiten Weltkrieg ein internationaler Gerichtshof. - id: briand-kellogg-pakt-1928 note: >- Neun Jahre später verzichteten die Staaten vertraglich auf den Krieg als Mittel der Politik. verification: verified sources: - key: s1 title: 'The Versailles Treaty June 28, 1919: Part VII (Penalties)' publisher: The Avalon Project, Yale Law School url: https://avalon.law.yale.edu/imt/partvii.asp accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages (Markus Lingen) publisher: Konrad-Adenauer-Stiftung, Geschichte der CDU url: https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/kalender/kalender-detail/-/content/unterzeichnung-des-versailler-friedensvertrages-10.01.1920-in-kraft- accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: Versailler Vertrag (Politiklexikon) publisher: Bundeszentrale für politische Bildung url: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18413/versailler-vertrag/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: Leipzig War Crimes Trials (Gerd Hankel) publisher: 1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War url: https://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/leipzig-war-crimes-trials/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s5 title: >- Supreme offence against international morality and sanctity of treaties: William II publisher: Peace Palace Library url: https://peacepalacelibrary.nl/blog/2014/supreme-offence-against-international-morality-and-sanctity-treaties-william-ii accessedAt: '2026-10-14' - key: s6 title: 'The Versailles Treaty June 28, 1919: Part VIII (Reparation)' publisher: The Avalon Project, Yale Law School url: https://avalon.law.yale.edu/imt/partviii.asp accessedAt: '2026-10-14' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Epoche Der industrielle Krieg)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- Am 28. Juni 1919 unterzeichnete das Deutsche Reich im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles den Friedensvertrag mit den Alliierten.[^s2][^s1] Der Reichstag hatte die Regierung Bauer mit 237 gegen 138 Stimmen dazu ermächtigt, und sie musste ohne Abstriche unterzeichnen.[^s2] In Kraft trat der Vertrag am 10. Januar 1920.[^s3] Die USA und China schlossen gesondert Frieden mit Deutschland.[^s2][^s3] Der Vertrag belegte das Reich mit hohen Reparationen und enthielt zugleich die Satzung des Völkerbunds.[^s3] In Artikel 231 erkannte Deutschland die Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeten für alle Verluste und Schäden an, die den Alliierten durch den ihnen von Deutschland und seinen Verbündeten aufgezwungenen Krieg entstanden waren.[^s6] Die Bundeszentrale für politische Bildung liest daraus, der Vertrag habe dem Reich die Alleinschuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs zugewiesen.[^s3] Artikel 227 stellte den früheren Kaiser Wilhelm II. wegen schwerster Verletzung der internationalen Moral und der Heiligkeit der Verträge unter öffentliche Anklage.[^s1] Wilhelm war schon Ende 1918 in die neutralen Niederlande geflohen und hatte dort Asyl erhalten.[^s5] Die niederländische Regierung lieferte ihn nicht aus, weil sie die Anklage für rückwirkendes Strafrecht hielt.[^s5] In Artikel 228 erkannte die deutsche Regierung das Recht der Alliierten an, Personen wegen Verstößen gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges vor Militärgerichte zu stellen.[^s1] Geplant war zunächst, bis zu 900 Deutsche auszuliefern, doch die deutsche Regierung konnte das abwenden.[^s4] Stattdessen stellte das Reichsgericht in Leipzig 1921 und 1922 in zwölf Verfahren 17 Deutsche wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor Gericht.[^s4] In vier der fünf französischen Verfahren wurden die Angeklagten, hohe und höchste Offiziere, freigesprochen.[^s4] Die Alliierten, vor allem Frankreich, nannten die ersten Urteile eine „Farce“.[^s4] Ende der Datei: 6 Quellen.